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Kommunalwahl 2020

23.01.2020

So wollen Parteien Augsburgs Lebensqualität verbessern

Auch Straßencafés gehören zur Lebensqualität.
Bild: Michael Hochgemuth

Was kann Augsburg tun, um die Lebensqualität noch zu verbessern? Das sagen die Parteien und Gruppierungen.

CSU: Augsburg hat enorme Lebensqualität, das sollten wir nicht schlechtreden. Wir sind eine Großstadt mit viel Grün, Stadtwald, Lech und Wertach, dem Kuhsee, vielen Freizeitangeboten und einem tollen Kultur-, Sport- und Ausgeh-Angebot. Und wir sind eine sehr sichere Stadt. Wir sehen Potenzial bei den Kinderspielplätzen, insbesondere im Innenstadtbereich. Wir können noch mehr junge Kultur vertragen, Konzerte und Kunst. Und wir sollten etwas für das Miteinander der Menschen tun: Es macht eine Stadt lebenswert, wenn der soziale Friede gewahrt ist. Wir wollen, dass alle Generationen, alle Religionen und alle sozialen Milieus miteinander in den Dialog treten.

SPD: Die Lebensqualität in Augsburg ist hoch. Wir haben in den letzten Jahren viel getan für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir haben uns engagiert für die Entwicklung unserer Sportstätten und die Aufenthaltsqualität in der Natur. Wertach vital muss fertig werden. Licca liber muss kommen. Nur mit mehr wohnortnahen Freizeitmöglichkeiten kann Augsburg seine hohe Lebensqualität bei steigender Bevölkerung bewahren. Wohnortnähe ist ein Stichwort, das wir mehr in den Fokus rücken müssen: Wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten gehören ebenso dazu wie dezentrale Bürgerbüros und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Bürger.

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Grünen: Spätestens seit 2019 ist für alle klar: Unsere Erde ist im Klima- und Artennotstand. Wir müssen rasch handeln, auch in Augsburg. Wir Grüne wollen unser Zuhause daher so schnell wie möglich gänzlich klimaneutral machen. Wir gestalten kühle Meilen, entsiegeln, pflanzen mehr Bäume und lassen es blühen und grün sein, wo es nur geht. Wir wollen eine Stadt, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Deshalb wollen wir die autofreie Innenstadt und Rad, zu Fuß gehen, Tram und Bus stärken. Wir wollen für alle 300 000 Augsburger die gleichen Chancen: vom Anfang an bis zum Ende ihres Lebens und in allen Lebenslagen.

AfD: Lebensqualität ist ein sehr diffuser Begriff, denn für den einen bedeutet es, ein Augustiner an einem ruhigen Sommernachmittag in der Schenke gegenüber zu trinken, und für den anderen, mal weniger im Stau zu stehen. Für Ältere ist eine gute ärztliche Versorgung Lebensqualität, für Jüngere offenes W-LAN an allen Plätzen. Der Arbeiter geht gerne mit der Familie ins Kino, die grüne Schickeria ins überteuerte Theater. Gerade weil es schwer ist, hierbei einen großen gemeinsamen Nenner zu finden, orientieren wir uns an einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis und werden parteiübergreifend sinnvolle Projekte unterstützen.

Pro Augsburg: Eine Stadt ist lebenswert, wenn sich die Menschen überall wohlfühlen. Eine Stärkung der Stadtteile, z. B. durch die Schaffung von Begegnungsräumen und die überfällige Pflege von bestehenden Sportstätten und Schwimmbädern, würde die Lebensqualität spürbar erhöhen, weil sie Begegnungen in der Freizeit fördert. Eine kontinuierliche Förderung kultureller Angebote für alle Zielgruppen – vom klassischen Theater bis hin zu moderner Jugendkultur – und gut erreichbare Kultureinrichtungen erhöhen ebenfalls die Lebensqualität. Gepflegte Grünanlagen sowie attraktive Aufenthaltsflächen, auch im urbanen Raum, tragen ebenso zu einem Wohlfühlklima bei.

Freie Wähler: Mehr Lebensqualität bedeutet nicht nur eine höhere Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, beispielsweise durch eine attraktive Gastronomie in der Fußgängerzone, der Beseitigung von Leerständen und kostenlosen Bussen und Straßenbahnen an Samstagen, um die Besucher zu motivieren, ihre Autos auf Park-and-ride-Parkplätzen stehen zu lassen. Sehr schlimm finde ich, OB-Kandidat Peter Hummel, dass es in der Innenstadt keine Spielmöglichkeiten für Kinder gibt. Mehr Lebensqualität muss auch in den Stadtteilen geschaffen werden. Durch eine höhere Attraktivität von Plätzen, mehr Bäume und der Möglichkeit, dass Grün von Ehrenamtlichen gepflegt werden darf.

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Bild: Silvio Wyszengrad

Die Linke: Die schönsten kulturellen Angebote nutzen nichts, wenn sie für einen immer größer werdenden Teil der Stadtgesellschaft zu teuer sind. Ein echtes Sozialticket für alle kulturellen Angebote würde Abhilfe schaffen. Außerdem darf unsere Stadt nicht im Autoqualm ersticken. Wir fordern mehr Grün, kostenlosen Nahverkehr und eine bessere Anbindung der Stadtteile. Niemand soll in der Innenstadt auf ein Auto angewiesen sein. Die City-Zone ist nicht mehr als ein netter PR-Gag. Deswegen lässt niemand sein Auto stehen.

Ödp: Im Stadtgebiet verschwinden Jahr für Jahr mehr Bäume als nachgepflanzt werden. Dabei ist es kein Ausgleich, wenn am Stadtrand Flächen aufgeforstet werden. Denn die Bäume fehlen in der Stadt. Sie können keinen Beitrag mehr leisten zur Verbesserung des Kleinklimas und für die Lebensqualität. Wir müssen neue Pflanzräume für Bäume entwickeln, indem wir die im Boden liegenden Versorgungsleitungen verlegen und Versiegelungen der Böden aufbrechen: Parkplätze für Kfz müssen Baumstandorte umgewandelt werden. Der Umgang mit städtischen Liegenschaften muss konsequent an den Zielen des Grünflächenentwicklungskonzeptes ausgerichtet werden.

Polit-WG/Demokratie in Bewegung: Was tun, um die Lebensqualität in Augsburg zu steigern?

* Die gemeinsame Liste von Polit-WG und Demokratie in Bewegung wählen!

* Parkbank und Spielplatz statt Parkplatz und Spielbank!

* Schuhsohlen statt Breitreifen – Fußgängerstadt 2030!

* Kommunale Knete für freie Kunst, Kultur und Klamauk!

* Miet- und Meeresspiegel senken!

* Rassismus, Sexismus und Diskriminierung sind Scheiße!

FDP: Der Durchgangsverkehr muss raus aus der Altstadt – und mit ihm Lärm und Abgase. Auf den Verkehrsachsen entsteht Platz für mehr Grün, Spielplätze, Radwege und Wohnungen. Wer von Pfersee nach Lechhausen oder von der MAN zur City-Galerie möchte, soll in Zukunft um die Innenstadt herumfahren. Wer ins Zentrum muss, kann es aber weiterhin aus allen Himmelsrichtungen erreichen. Alle Augsburger Hallenbäder wollen wir zügig sanieren und den Blick neben dem Spitzensport bei FCA und AEV stärker auf den Breitensport wenden. Kunst- und Kulturprojekte sollen durch die Bereitstellung von Räumen – z. B. im sanierten Theater – unterstützt werden.

Augsburg in Bürgerhand: Auf allen Ebenen sind Begegnungen zwischen den Menschen zu fördern, damit in unserer Stadt aus dem „Du“ ein „Wir“ wird. In den Stadtteilen sollen Zentren mit Begegnungsorten aufgebaut und ein vielfältiges Kulturleben entwickelt werden. Öffentliche Plätze müssen die Bürger für sich zurückgewinnen. Der Zugang zu Sportmöglichkeiten muss für alle Menschen gleichermaßen möglich sein. Wir wenden uns entschieden gegen willkürliche Baumfällungen und setzen uns für die Ausweitung des Grüns ein. Luftreinheit, Wasserqualität, Naherholungsgebiete sind Grundlagen für das Wohlbefinden. Sie müssen als Eigentum in den Händen der Bürger bleiben.

Die Partei: Wir leben alle sehr gerne in Augsburg und sind stolz, als erste Stadt der Welt eine Sozialsiedlung unser Eigen zu nennen. Dieses Konzept möchten wir gerne ausbauen, da es gerade für junge Menschen sehr schwierig ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, und erweitern deshalb den fuggerschen Geltungsbereich auf ganz Augsburg – außer Göggingen. Wenn die Bürgerinnen weniger für das Grundrecht Wohnen ausgeben müssen, bleibt mehr Geld für die Teilnahme an Kunst und Bildung, wovon einige städtische Einrichtungen stark profitieren würden.

Generation Aux: Das Theater- wird zum Kulturviertel. Mit modernem Staatstheater und Clubkultur im Herzen der Stadt. Durch räumliche Nähe verschiedener Szenen entstehen Impulse für Pop- und Hochkultur. Clubs sind Kulturorte, wir unterstützen Livebühnen in der Stadt, ein Freiflächenkonzept für Open Airs und die Öffnung der Freilichtbühne für popkulturelle Veranstaltungen. Wir möchten eine Zwischennutzungsagentur, die zwischen Vermietern und Kulturschaffenden Leerstandsnutzungen vermittelt. Augsburg soll zur tierfreundlichsten Kommune Deutschlands werden. Mit zentralen Auslaufflächen für Hunde, einem Tierbeirat und einem Tiersuchregister.

V-Partei: Wir setzen uns ein, dass für Spaziergänger und Jogger entlang des Lechs und der Wertach in regelmäßigen Abständen Trainingsgeräte vor allem für Arme, Schultern, Bauch und Rücken zur Verfügung gestellt werden. Für jeden Bürger soll es einen neuen Baum geben, Platz findet sich vor allem in den Lechauen, in denen derzeit klimaschädliche („Methan“) Fleischproduktion stattfindet. Kulturell muss die Freilichtbühne auch für die freie Kulturszene zur Verfügung gestellt werden. Statt einem teuren Brechtpreis für auswärtige Schriftsteller regen wir einen Nachwuchspreis für Augsburgs Schülerinnen und Schüler an.

WSA: Mehr Förderung der Breitenkultur sowie Festivals und der Sportvereine, insbesondere beim Pro-Kopf-Jugendzuschuss, sowie bessere Pflege der Freizeitanlagen und strenge Beaufsichtigung bei geplanten Baumfällungen.

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Für dieses Leitthema stehen Parteien und Gruppierungen in Augsburg

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24.01.2020

Mehr Lebensqualität wäre, wenn wir wieder Fußwege auf den Grünflächen hätten und im Sommer nicht im Zickzack springen müssten, um den Kampfradlern auszuweichen.

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