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Augsburg

07.02.2020

Stadt Augsburg prüft eine autofreie Maximilianstraße

Wird die Maximilianstraße künftig für Autos (teil-)gesperrt? Die Stadt will das prüfen, nachdem es einen entsprechenden Antrag aus der Bürgerversammlung im Dezember gab.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bei den Augsburger Stadträten gibt es große Skepsis zu einer Sperrung der Maximilianstraße. Trotzdem nehmen sie sich des Themas kurz vor der Wahl noch an.

Die Stadt wird in den kommenden Monaten eine Untersuchung anstellen, inwieweit die Maximilianstraße für den Autoverkehr (teil-)gesperrt werden könnte. Auf der städtischen Bürgerversammlung im Dezember beantragten Bürger die Prüfung einer Sperrung. Innerhalb von drei Monaten muss der Stadtrat sich damit befassen – eine Ablehnung gab es im vorberatenden Bauausschuss des Stadtrats schon mal nicht. Allerdings sind mehrere Stadträte skeptisch hinsichtlich einer Sperrung.

Innenstadt Augsburg: Wie viele Parkplätze gibt es?

Untersucht werde müsse, wie viele Parkplätze in Hinterhöfen und auf der Straße vorhanden sind, wie viele Anwohner einen Parkausweis haben, was Verdrängungseffekte sein könnten und wie man eine etwaige Sperrung überhaupt überwachen könnte, so Baureferent Gerd Merkle ( CSU).

Dass die Stadträte eine Sperrung zumindest abstrakt in Betracht ziehen, dürfte auch mit der anstehenden Wahl zu tun haben. Die Grünen fordern eine Teilsperrung der Altstadt, die CSU hält es für möglich, teils Parkplätze zu streichen und den Platz für Bänke oder Pflanzen zu nutzen.

Stadt Augsburg prüft eine autofreie Maximilianstraße

Weniger Verkehr in der Maxstraße: Es gibt skeptische Stimmen

Allerdings gab es auch skeptische Stimmen. „Eine Reduzierung des Verkehrs wäre wünschenswert, aber eine autofreie Straße kann nicht klappen“, so Leo Dietz (CSU). Eine Prüfung könne aber nicht schaden. Willi Leichtle ( SPD) sah die Gefahr einer Verödung im Süden zum Ulrichsplatz hin, wo es ohnehin schon relativ wenig Geschäfte gebe. „Die Maximilianstraße ist nicht gleich die Maximilianstraße.“ Einzig FW-Stadtrat Volker Schafitel stimmte dann gegen eine Prüfung, die etwa 50.000 Euro kosten dürfte. Der Umbau, der ja breitere Gehwege, eine Verkehrsberuhigung mit Tempo 20 sowie Radkomfort-Streifen mit sich brachte, sei erst wenige Jahre her. Wenn man die Raser stoppen wolle, dann brauche es eben mehr Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfung dürften in mehreren Monaten vorliegen.

Wie geht es mit der Semmeltaste weiter?

Ebenfalls ein Thema, das durch eine Anregung aus der Bürgerversammlung aufkam, ist die Streichung der Semmeltaste. Seit 2008 dürfen Autofahrer in der Innenstadt eine halbe Stunde lang kostenfrei parken, um kurze Besorgungen zu erledigen. „Die Semmeltaste war von Anfang an ein Fehlgriff“, so Eva Leipprand (Grüne). Kunden würden praktisch dazu verleitet, mit dem Auto statt mit Tram, Bus, Rad oder zu Fuß in die Innenstadt zu kommen. Günther Göttling (CSU) entgegnete, die Semmeltaste helfe, Parksuchverkehr zu reduzieren. Ohne das Angebot würden Autofahrer womöglich auf der Suche nach kostenfreien Parkplätzen in der City herumkurven. SPD-Fraktionschef Florian Freund sagte, man könne die Streichung der Semmeltaste durchaus prüfen, er halte aber ein grundsätzliches Konzept zum Parken für sinnvoll.

Der Forderung wollten sich etliche Stadträte anschließen. Allerdings herrschte Unsicherheit darüber, inwieweit der Antrag aus der Bürgerversammlung damit ordnungsgemäß behandelt sei. Wegen Beratungsbedarfs wurde das Thema vertagt.

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09.02.2020

Wir hatten bereits vor Jahren den Versuch die Maximilianstraße zumindest teilweise vom Verkehr zu befreien. Bekanntlich ging dieser Versuch - wie wird dies auch genannt - in die Hose. Wenn der Verkehr mit den Kfz in der Innenstadt weiter eingeschrängt wird, muss sich keiner wundern, dass die Innenstadt verödet. Wer kann dann noch einen größeren Einkauf tätigen, wenn der Abtransport nicht mehr möglich ist. Auch die Anlieferung bei den Geschäften und Bewohnern muss möglich sein.

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07.02.2020

Anwohnerzone in der Altstadt nicht vergessen!

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