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Augsburg

24.05.2019

Streit um Werner-Egk-Schule: Grüne greifen CSU-Referenten Köhler an

Die Grünen kritisieren das Vorgehen von Schulreferent Hermann Köhler in Sachen Werner-Egk-Schule.
Bild: Silvio Wyszengrad

Aufregung im Augsburger Rathaus: Hermann Köhler steht wegen der Debatte um den Namen der Werner-Egk-Schule in der Kritik. Die CSU steht zu ihm.

Die Diskussion um die Namensgebung der Werner-Egk-Schule in Oberhausen nimmt an Schärfe zu. Durch das Regierungsbündnis geht ein Riss. Die Grünen wettern gegen Schulreferent Hermann Köhler (CSU). Stadträtin Verena von Mutius spricht von einem „Versagen“, weil Köhler es nicht geschafft habe, die Anregungen der Kommission für Erinnerungskultur umzusetzen.

Die neuerliche Debatte ist durch ein Umschwenken der CSU-Stadtratsfraktion entfacht worden. Die CSU lehnt die Umbenennung der Schule ab. Im Stadtrat, der am Mittwoch tagt, ist für diese Position eine Mehrheit vorhanden. Pro Augsburg lehnt die Umbenennung ebenfalls ab. Die Grünen wollen dagegen, dass der Name geändert wird. So sei es schließlich der Wunsch der Schulfamilie , heißt es. Zudem habe die Kommission für Erinnerungskultur, der von Mutius angehört, dieses Vorgehen empfohlen. Die Grünen-Stadträtin sagt: „Die Augsburger CSU sollte das katastrophale Agieren ihres Bildungsreferenten nicht noch weiter verschlimmern, indem sie die Umbenennung ablehnt. Stattdessen sollte sie am Mittwoch nächster Woche für die Umbenennung stimmen und sich eindeutig zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit bekennen.“

Der Komponist Werner Egk (1901 bis 1983) war unter den Nationalsozialisten ein Funktionär der Reichsmusikkammer und Kapellmeister der Berliner Staatsoper. Wegen seiner Nähe zum NS-Regime eigne er sich nicht als Vorbild für eine Schule mit Grundschülern, war die Botschaft der Kommission für Erinnerungskultur.

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CSU-Fraktion stärkt Köhler den Rücken   

In der CSU stärkt man dagegen Schulreferent Köhler demonstrativ den Rücken. Fraktionschef Bernd Kränzle sagt, dass Köhler „sehr umsichtig agiert habe“. Köhler werde dem Stadtrat einen Beschluss mit drei Varianten vorlegen. Eine Möglichkeit ist, die Namensänderung zu akzeptieren – die Schule würde dann Grundschule Augsburg-Oberhausen Mitte heißen. Ferner wäre es möglich, die Namensänderung abzulehnen. Die dritte Möglichkeit, auf die sich die CSU verständigt hat, sieht vor, den Namen zu belassen, aber die Biografie des Namensgebers aufzuarbeiten. Dies könnte auf einer Tafel geschehen, die an der Schule angebracht ist. Auch auf der Internetseite der Schule und der Stadt ließe das Leben von Egk mit all seinen Facetten darstellen.

CSU-Stadtrat Andreas Jäckel, der ebenfalls Mitglied der Kommission für Erinnerungskultur ist, sagt: „Dies ist ein höchst transparentes und damit demokratisches Vorgehen, das sowohl die geleistete, sehr gute Expertenarbeit der Erinnerungskommission einbezieht, wie auch den Wunsch vieler Oberhauser Bürger, den Sohn der Stadt nicht nachträglich und posthum zu diskreditieren und aus dem kulturellen Gedächtnis der Stadt zu tilgen.“

Stadtrat Max Weinkamm (CSU) plädiert ebenfalls für diesen Kurs: „Wir sollten diesen anstrengenden, aber vernünftigen Weg gehen, wenn wir es wirklich ernst meinen mit der kritischen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, die auch unsere Stadt und die Generationen vor uns betrifft.“

Lesen Sie hier den Kommentar von Nicole Prestle: Werner Egk: Ein Versagen des Schulreferenten

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29.05.2019

Die Grünen waren in dieser Sache Hunde, die zum Jagen getragen werden mussten. Jetzt, da sie aber erwachten und die Fährte aufgenommen haben, hecheln sie um die Wette, etwas erlegen zu können. Unangenehm.

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