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Uni Augsburg

03.10.2013

Studentenwerk: Per Los zur neuen Wohnung

Zu den glücklichen Studenten gehört, wer einen der preiswerten Plätze des Studentenwerks bekam – beispielsweise in dem Wohnheim an der Bürgermeister Ulrich Straße.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das neue Semester steht vor der Tür - und der Wohnraum ist knapp. Die Warteliste für die Heime des Studentenwerks ist noch länger als im Vorjahr. Das Los soll nun entscheiden.

Die Studenten kommen nach Augsburg. Vor allem für die mehr als 4000 Erstsemester an Hochschule und Universität geht es auch um die Frage, wo sie künftig wohnen sollen. In Wohngemeinschaften mit freien Zimmern und bei Immobilienmaklern herrscht Hochbetrieb. Zu den Glücklichen gehört, wer einen der Plätze im Studentenwohnheim ergattern konnte.

Welche Nummern gewinnen, wird vorher festgelegt

Zimmer sind knapp, sagt Michael Noghero vom Studentenwerk: „Obwohl wir zusammen mit der Stadt und den Hochschulen Anfang September den jährlichen Aufruf an Vermieter in der Presse inseriert haben, gibt es in unserer Wohnungsverwaltung aktuell weniger Privatzimmerangebote als im Vorjahr.“ Die Warteliste für einen Wohnheimplatz ist noch länger als vergangenes Jahr. Laut Noghero stehen rund 900 Namen auf der Liste – und nach wie vor gehen Anträge ein. Ein bis zwei Semester müssen sich Studenten derzeit gedulden, wenn sie einen Platz wollen.

Dabei hätte man für das nun beginnende Wintersemester eine Entspannung der Situation erwarten können, schließlich strömte der doppelte Abiturjahrgang Bayerns bereits 2011 und 2012 an die Hochschulen. „Die Mieten steigen immer weiter. Deswegen wird der Bedarf an günstigem Wohnraum höher“, vermutet der Mitarbeiter des Studentenwerks. Einen Teil seiner Plätze verlost das Studentenwerk. Die Studenten ziehen ein Los und erfahren dann sofort, ob sie Glück hatten, erklärt Noghero das Verfahren. Welche Lose gewinnen, wurde vorher festgelegt.

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Zu den glücklichen Studenten, die einen Wohnheimplatz erhalten haben, gehört Fabian Arndt aus Weilheim. Er zieht in den kommenden Tagen in der Anlage im Prinz-Karl-Viertel ein. „Das ist ein großer Glücksfall für mich. Die vergangenen elf Wochen war ich als Rucksacktourist in Thailand. Ich habe zwar per Mail Kontakt zu WGs aufgenommen, aber es ist schwierig, auf die Weise etwas zu finden. Zur Not wäre ich zunächst zu meinen Eltern gezogen.“ Für den angehenden Studenten der informationsorientierten Betriebswirtschaftslehre wären das 160 Kilometer Fahrstrecke jeden Tag gewesen. Doch auch über die günstigere Miete als auf dem regulären Wohnungsmarkt ist er froh. „Ich finanziere mein Studium selber. Zum einen arbeite ich nebenher weiter in der Bank und zum anderen hilft mir dabei natürlich auch die geringere Miete.“

Doch selbst wer vor Ort ist, tut sich schwer. Diverse Angebote stehen nur wenige Stunden im Internet. „Ich habe es bei mehreren Freunden mitbekommen. Deswegen fangen Kumpels und ich erst im November oder Dezember mit der Wohnungssuche an, dann ist die Situation wieder entspannter“, sagt der 21-jährige Christian Hurler aus Königsbrunn.

Schwieriger wurde es für Studenten auch, eine Wohnung bei der Stadt beziehungsweise deren Wohnungsbaugesellschaft WBG zu bekommen. Das hat laut deren Chef Edgar Mathe mehrere Gründe. „Leerstand gibt es nicht mehr. Hier war früher noch Handlungsspielraum.“ Wer eine Wohngemeinschaft gründen will, konkurriere mit Familien um die größeren Wohneinheiten. Hinzu komme, dass die WBG angehalten sei, Unterkünfte für Asylbewerber, die aus Sammelunterkünften ausziehen dürfen, zur Verfügung zu stellen. Derzeit hat die Wohnungsbaugesellschaft 20 Wohnungen als studentische WGs vermietet und weitere 270 Wohneinheiten, in denen jeweils nur ein Student lebt. Zur WBG gehört auch das Studentenwohnheim an der Lechbrücke mit 160 Plätzen.

Einige Eltern kaufen ihrem Nachwuchs eine Wohnung

Weggefallen ist auch die Möglichkeit, dass sich Studenten beim Amt für Wohnungswesen Berechtigungsscheine für günstige Wohnungen holen. „Dies geht auf eine Anweisung des Innenministeriums aus dem Sommer 2012 zurück. So soll vermieden werden, dass gut gestellte Studenten in Sozialwohnungen ziehen“, erläutert Rainer Heigl vom Wohnungs- und Stiftungsamt.

Von der Nachfrage zum Semesterbeginn profitieren auch die Makler. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Peter Wagner. Vereinzelt komme es auch vor, dass Eltern ihrem Nachwuchs eine Wohnung kauften.

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