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Augsburg

22.10.2017

Unfall am Hauptbahnhof: Güterzug trennt 23-Jährigem Beine ab

Am Hauptbahnhof in Augsburg wurde am Sonntagorgen ein 23-Jähriger lebensgefährlich verletzt.
Bild: Anne Wall (Symbolbild)

Am Hauptbahnhof in Augsburg erfasst am Sonntagmorgen ein Zug einen 23-Jährigen. Der Mann saß auf der Bahnsteigkante, als es zu dem Unglück kam. Der Bahnhof wird zeitweise gesperrt.

Der Güterzug war in München gestartet und hatte einen vergleichsweise weiten Weg vor sich. Sein Ziel war die niederländische Hafenstadt Rotterdam, etwa 800 Kilometer entfernt. Ein Halt in Augsburg, nur eine knappe halbe Stunde von München aus, war auf der Route nicht vorgesehen. Der Zug sollte am Sonntagvormittag am Hauptbahnhof durchfahren.

Als der Güterzug gegen 7.40 Uhr den Bahnhof erreichte, wurde er dennoch abgebremst. Denn an der Bahnsteigkante des Gleises 5, auf dem der Zug fuhr, saß ein 23-jähriger Mann. Er wurde nach Auskunft der für die Bahnhöfe in Deutschland zuständigen Bundespolizei von dem Güterzug erfasst. Der 23-Jährige geriet offenbar unter die Waggons und wurde lebensgefährlich verletzt. Ihm wurden bei dem Unglück beide Beine abgetrennt.

Die Polizei geht nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht von einem Suizidversuch aus. Der Mann wurde offenbar auch nicht von jemandem auf das Gleis gestoßen. Vor einem halben Jahr hatte es am Augsburger Hauptbahnhof einen solchen Fall gegeben, bei dem ein 29-jähriger Mann einen anderen Reisenden vom Bahnsteig vor einen Zug schubsen wollte. Dieser konnte den Schubser damals noch abfangen und stürzte nicht vom Bahnsteig.

Güterzug erfasst Mann: Polizei geht von einem Unfall aus

Nach ersten Ermittlungen der Polizei ist der Fall des 23-Jährigen anders gelagert. Die Beamten gehen von einem Unfall aus. Warum genau der Mann, der mit einem 22-jährigen Begleiter unterwegs war, sich am Sonntagvormittag am Bahnhof überhaupt in solcher Nähe zum Gleis aufhielt und den Zug zudem nicht rechtzeitig bemerkte, ist noch unklar. Die Polizei warnt jedenfalls davor, sich an die Bahnsteigkante zu setzen. Der Abstand zu den Zügen sei minimal, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Wenn man dort sitze und ein Zug durchfahre, müsse man immer damit rechnen, erfasst zu werden.

Es sind Vorfälle, die oftmals tödlich enden. Im hessischen Melsungen starb etwa im August 2015 ein 21-jähriger Mann bei einem solchen Unfall mit einem Güterzug. Im Juli 2016 wurde ein 16-Jähriger, der im Bahnhof in Lennestadt in Nordrhein-Westfalen an der Bahnsteigkante gesessen hatte, von einem Zug getroffen und tödlich verletzt.

Der 23-Jährige, der am Sonntag in Augsburg unter den Güterzug geriet, war nach Informationen unserer Zeitung vor Ort noch bei Bewusstsein und ansprechbar. Er wurde von einem Notarzt versorgt und kam mit dem Rettungswagen ins Klinikum. Neben Bundes- und Landespolizei sowie medizinischen Rettungskräften war auch die Augsburger Feuerwehr im Einsatz, deren Mitglieder den 23-Jährigen unter dem Zug bargen.

Der Hauptbahnhof war nach dem Unfall am Sonntagmorgen für eine Dreiviertelstunde komplett gesperrt. Die Züge mussten bis 8.15 Uhr zurückgehalten werden und konnten den Bahnhof nicht anfahren. Gegen 8.30 Uhr wurde die Sperrung teilweise, wenig später komplett, aufgehoben. Die Behinderungen im morgendlichen Zugverkehr waren nach Angaben der Bahn aber gering.

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