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Augsburg

09.10.2019

Wertach vital: Wann wird in Augsburg weitergebaut?

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Noch haben die Arbeiten für das Projekt Wertach vital im Bereich des Gögginger Ackermannwehrs nicht begonnen. Im Hintergrund ist die B-17-Brücke zu sehen.
Bild: Peter Fastl

Plus Flache Ufer, Badestellen und Natur: Wertach vital hat den Fluss in Augsburg massiv verändert. Doch wann wird der letzte Abschnitt angepackt?

Am Luftbad in Göggingen musste die Wasserwacht auch in diesem Sommer ohne einen eigenen Stützpunkt auskommen. Der Grund: Weil noch immer nicht klar ist, wo der Hochwasserschutzdeich im Rahmen von Wertach Vital verlaufen soll, konnte der für diesen Zweck extra angeschaffte Container nicht aufgestellt werden. Auch ein Waldkindergarten könnte längst am Luftbad entstanden sein, wie BRK-Chef Michael Gebler bestätigt. „Die Stadt ist auf die Träger zugekommen und hat Spots für neue Waldkindergärten angeboten. Beim Luftbad würden wir gerne die Trägerschaft übernehmen“, so Gebler. Doch solange die Baumaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes nicht über die Bühne gegangen sind, will das BRK auch das Thema Waldkindergarten nicht angehen.

Die Entscheidung, wie es mit dem Luftbad und dem Projekt Wertach vital weitergehen soll, hat sich immer wieder verschoben. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits in diesem Jahr beginnen. „Verzögerungen sind durch die Diskussion um die Dammführung, Vor-Ort-Termine, um sich mit Anwohnerinnen und Anwohnern auszutauschen, aber auch durch die Errichtung des Beispieldamms entstanden“, sagt Umweltreferent Reiner Erben. Die Zeit sei nötig gewesen, um nicht an den Wünschen der Bürger und den Bedürfnissen im Luftbad vorbeizuplanen.

Wie berichtet, hat sich ein Streit darüber entzündet, ob der Hochwasserdamm zwischen Liegewiese und Kanal oder aber am Waldrand entstehen soll. Das Wasserwirtschaftsamt bevorzugt die Variante am Wasser, die Gögginger sähen den Damm lieber am Waldrand. Auch hier ist offenbar noch keine Entscheidung gefallen.

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Noch keine Entscheidung über das Luftbad

Nach Auskunft von Erben geht man davon aus, dass für Wertach vital im ersten Quartal 2020 ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss vorliegen wird. An diesen werde sich eine etwa einjährige Phase der Ausführungsplanung und Bauvorbereitung anschließen, gefolgt von einer dreijährigen Bauphase. Frühestens 2024 rechnet die Stadt mit dem Abschluss der Arbeiten – sofern es keine weiteren Verzögerungen im Rechtsverfahren gibt. Einen groben Plan, in welcher Reihenfolge man mit den Hoch-wasserschutzmaßnahmen vorgehen wird, hat das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

Zunächst werden die Fäll- und Rodungsarbeiten auf den neuen Wege- und Deichtrassen durchgeführt, erklärt Amtsleiter Andreas Rimböck. Auch die Böschungen der Wertach und die Schutzstreifen werden von Pflanzen befreit. Diese Arbeiten werden aus Gründen von Natur- und Tierschutz wohl im Winterhalbjahr durchgeführt.

Der vierte Abschnitt verläuft zwischen Ackermannwehr und B17.

Als Nächstes werden die Deiche gebaut. Die Altdeiche auf dem Ostufer werden erst abgetragen, wenn die neuen Deiche beziehungsweise die Geländemodellierung abgeschlossen sind, so Rimböck. Auf dem Westufer muss stellenweise erst eine neue Hochwasserschutz- linie im Hinterland erstellt werden, bevor die Altdeiche an der Wertach abgetragen werden können. An einigen Stellen kommt der neue Deichkörper auch auf dem Altdeich zum Liegen.

Rund 30 Monate werden die Baumaßnahmen dauern

Wenn die Deiche fertig sind, beginnen die Arbeiten im Gewässer mit dem Rückbau der Böschungssicherung und der Aufweitung des Flusses. Material, das bei der Aufweitung anfällt, wird zur Aufhöhung der Wertachsohle auf das Flussbett aufgebracht. Gleichzeitig wird mit der Verlegung des offenen Deckwerks und dem Einbau der neuen Böschungssicherung begonnen. Für die Baumaßnahmen rechnet das Wasserwirtschaftsamt mit rund 30 Monaten. Je nach Wetter und den Abflussbedingungen an der Wertach könnten die Arbeiten aber auch länger dauern. Auch das Projekt „Licca liber“ am Lech geht voran – zumindest in der Planung. Der Lech soll weiter und wilder werden, so sieht es der Entwurf einer Planungsgruppe vor, der im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt wurde (wir berichteten). Konkret geht es um den Bereich zwischen Lechstaustufe 23 und dem Gersthofer Wehr, sagt Projektleiterin Simone Winter vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Künftig soll der Lech dort einen Hauptarm und zusätzliche Nebenarme bekommen. Im Hauptzweig soll er fast doppelt so breit werden wie bisher: statt 70 sind es 130 Meter. Möglich ist dies durch großzügige Deichrückverlegungen ins Hinterland. Bis es aber so weit ist, wird noch einige Zeit vergehen. „Das Projekt wird uns noch viele Jahre begleiten“, ist sich Winter sicher. Im kommenden Jahr soll im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung ein Büro gefunden werden, welches das Konzept in eine konkrete Entwurfsplanung bringt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Zeit für eine gute Lösung

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