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Augsburg

29.09.2016

Wie ernst ist es dem Augsburger Stadtrat mit der Fahrradstadt?

Parkplätze oder Radspur? Die Deutschenbaurstraße in Pfersee sorgt für Diskussionen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Schutzstreifen für Radler oder Parkplätze für Autofahrer? Die Stadträte diskutieren hitzig und werfen eine Grundsatzfrage auf: Wie ernst meinen sie es?

Die Stadt hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil von Radfahrern am Gesamtverkehr auf 25 Prozent steigen. Der letzte bekannte Wert liegt bei 17 Prozent – ermittelt im Jahr 2013. Wie beschwerlich der Weg zur Fahrradstadt sein kann, zeigte sich im Bauausschuss. Es kam zu einer hitzigen Debatte zwischen Stadträten, weil CSU und SPD geplanten Schutzstreifen für Radler in der Deutschenbaurstraße in Pfersee nicht zustimmen wollten. Die Streifen sollten sich beidseitig von der Kreuzung mit der Stadtberger Straße im Süden bis zum Kreisverkehr mit der Spichererstraße erstrecken.

Schutzstreifen dürfen von Autofahrern beispielsweise bei Gegenverkehr befahren werden. Parken ist dort aber verboten. Laut Stadtverwaltung würden 32 Parkplätze durch die geplanten Streifen wegfallen. Dagegen regte sich nun Widerstand.

Kritik von den Grünen

Stadtrat Cemal Bozoglu von den Grünen kritisiert den Bündnispartnerpartner dafür. „Die Fahrradstadt 2020 ist ein gemeinsames Projekt unserer Stadtregierung und uns bleibt ohnehin nur noch wenig Zeit, das gesteckte Ziel zu erreichen.“ Die Grünen seien „enttäuscht, dass die Stadträte von SPD und CSU ,ohne sinnvolle Begründung‘ vorherige Informationen an die Grünen so abstimmten“. Das Projekt kommt bislang nicht so recht vom Fleck. Immer noch klaffen Lücken im Radverkehrsnetz. Die Stadt macht geltend, dass der Planungsvorlauf lang gewesen sei, um die Ist-Situation zu erfassen. Kritik kommt auch von Thomas Lis von Pro Augsburg. Er wirft den beiden Parteien „Verzögerungstaktik bei der Umsetzung des Netzwegeplanes“ vor, den der Stadtrat beschlossen hat.

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Der Radweg in Pfersee ist zentraler Bestandteil der vorgesehenen Nord-Süd-Verbindung vom Sheridan-Areal zum Reese-Areal und weiter nach Oberhausen. Die Stadträte von SPD und CSU sprachen sich im Ausschuss dafür aus, alternativ eine Öffnung des Westfriedhofs für Radler zu prüfen. Genau das hat aber der Umweltausschuss bereits im Februar 2015 abgelehnt, auch mit Stimmen der CSU. Nun sollte der Umweltausschuss noch einmal darüber entscheiden, was er gestern nicht tat. Dort verwiesen die Stadträte auf den geltenden Beschluss.

Referent sieht nur wenig Chancen

Baureferent Gerd Merkle räumt dem Radweg durch den Friedhof wenig Chancen ein. „Zum einen ist der Friedhof nachts verschlossen, zum anderen ist es auch eine Frage der Pietät gegenüber den Verstorbenen oder Trauergesellschaften.“ Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) verweist darauf, dass die Friedhofsordnung nicht so einfach geändert werden kann. „Der Aufwand für einen Radweg durch den Friedhof ist größer als zwei Schilder aufzustellen.“ Erben kann sich aber prinzipiell einen Radweg durch den östlichen Teil des Westfriedhofs vorstellen, wo es Erweiterungsflächen gibt. Dieser müsse dann aber erkennbar für alle als Radweg gestaltet werden. Auch ein weiteres Tor im Norden des Friedhofsgeländes sei nötig. Nach Einschätzung des Umweltreferenten kann diese Lösung nicht auf die Schnelle realisiert werden. Die Schutzstreifen in der Deutschenbaurstraße hält er trotzdem nötig, weil der Westfriedhof nachts geschlossen bleiben soll.

Auch Merkle glaubt, dass man auf die Route über die Deutschenbaurstraße nicht verzichten kann. Er sieht im Abstimmungsverhalten der Stadträte eine Frage, „wie ernst“ sie es mit der Fahrradstadt 2020 meinen. Die wegfallenden Parkplätze sind nach Ansicht des Referenten verkraftbar.

Es gibt nur auf der Ostseite der Deutschenbaurstraße einige Geschossbauten, die verkehrlich nicht über die Deutschenbaur-, sondern östlich gelegene Straßen erschlossen werden. Merkle verweist darauf, dass an vielen Straßen auch einfach Schutzstreifen abmarkiert werden könnten, ohne dies im Ausschuss zu diskutieren. Eine gemeinsame Lösung mit Anwohnern und Stadträten sei aber der bessere Weg. So sei es auch in der Neuburger Straße in der Hammerschmiede gelaufen. CSU-Stadtrat Peter Uhl habe einen Ortstermin organisiert, wo das Thema besprochen wurde. Der Abmarkierung in der Hammerschmiede stimmten die Mitglieder des Bauausschusses zu. Stadtrat Lis erwartet nun, dass der umstrittene Schutzstreifen in der Deutschenbaurstraße im nächsten Bauausschuss wieder auf die Tagesordnung kommt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

30.09.2016

Der Titel Fahrradstadt hat was"Proletenhaftes" und ist nicht erstrebenswert.

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29.09.2016

Von was reden wir hier eigentlich? Von Schutzstreifen, der am billigsten zu schaffenden Radinfrastruktur die man sich vorstellen kann. Wie breit sollen Schutzstreifen mind. sein? 1,25 m, Mindestmaß wohlgemerkt und die sind im Straßenbau inzwischen die Regelbreiten. Das bedeutet aber auch, dass ein Fahrrad mit Lenkerbreiten von 60-80 cm für so einen Weg zu breit ist um sicher darauf zu fahren, von Lastenrädern oder Fahrrädern mit Anhängern ganz zu schweigen. Überhohlabstände werden ja so schon kaum eingehalten. Wie soll das erst funktionieren, wenn sich Autofahrer nur an Leitlinien orientieren?

Was ich aber brauchen und sehr schätzen würde, ist eine Stadt, die beim Thema Radverkehr endlich mal ihre Hausaufgaben macht.Die gefährliche Strecken entschärft, z.B. die Inninger Straße, die im Verlauf von 2 km die Radfahrer mal benutzungspflichtig auf dem Hochboard, dann wieder benutzungspflichtig auf der Straße, dann ganz ohne Radweg oder auf sog. anderen Radwegen die nicht benutzungspflichtig sind, fahren lässt, oder Unfallträchtige Kreuzungen entschärft, wie z.B. Leonhardsberg - Unterer Graben. Statt dessen werden gefährliche Zweirichtungsradwege entlang der Berliner Allee eingerichtet. Ein durchdachtes Konzept sieht anders aus.

Eine Stadt, die den Winterdienst auch für Radfahrer ernst nimmt wäre der nächste Schritt in die richtige Richtung und nicht die erforderlichen Mittel auf ein Mindestmaß reduziert.

Ich würde mir wünschen, dass bestehende Vorschriften Rechtskomforn umgesetzt werden, als Beispiel wären hier die fehlenden Radfahrersymbole in Streuscheiben an Ampelanlagen mit Radwegfurten die bis Ende des Jahres ausgetauscht sein müßten oder die rechtswidrige Anordnung einer Benutzungspflicht auf Radwegen in 30er Zonen zu nennen.

Gerne würde ich an Baustellenbeschilderungen vorbei radeln, die rechts- aber vor allen verkehrsicher für Radfahrer sind und die Gewissheit haben, dass das am nächsten Tag noch genauso ist.

Schön wäre auch eine Stadt, die so auf ihren Ordnungsdienst einwirkt, dass sie Ordnungswidrigkeiten die den Radverkehr betreffen, wie z.B, Radwegparker, konsequent ahndet.

In der im Artikel genannten Stadtratsitzung ging es zwar "nur" um zwei Schutzstreifen aber wenn die Stadtführung sich in so absurde Ideen versteigt, das man Radfahrer lieber durch einen Friedhof fahren lässt als für sie einen Schutzstreifen von wenigen 100 m einzurichten dann ist die Außenwirkung katastrophal und lässt zu Recht erhebliche Zweifel am politischen Willen aufkommen, den Radverkehr in Augsburg voran zu bringen. Das betrifft auch die von mir erwähnten Beispiele.

Zu lesen ist auch, dass der Radfahreranteil 2013 bei 17% lag. Hier sollte noch hinzugefügt werden, das in einem anderen Artikel der AZ erwähnt wurde, das der Radfahrernateil 2008 bei 15% lag. Das wäre eine Steigerung um 2% (!) in 5 Jahren.

Darum mein Vorschlag an die Regierungskoalition: Stellt euch hin und gebt zu, das ihr es bis 2020 nicht schafft, weil ihr es nicht schaffen wollt und gebt euren Titel der fahrradfreundlichen Kommune an eine Stadt ab, die verantwortungsbewusster mit diesem Titel umgeht.

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30.09.2016

Zu lesen ist auch, dass der Radfahreranteil 2013 bei 17% lag. Hier sollte noch hinzugefügt werden, das in einem anderen Artikel der AZ erwähnt wurde, das der Radfahrernateil 2008 bei 15% lag. Das wäre eine Steigerung um 2% (!) in 5 Jahren.

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Bei Betrachtung des täglichen Verkehrsgeschehens sind diese Zahlen in Augsburg selbst im Sommer nicht nachvollziehbar.

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30.09.2016

Das ist schon denkbar, wenn man weiß, was diese Zahlen üblicherweise bedeuten. Das eine ist schon mal, dass im Innenstadtbereich weitaus mehr mit dem Rad gefahren wird, als in den Randbezirken. So weit kann es also im Mittel schon hin kommen, auch wenn es z. B. in Haunstetten im Leben nicht hin kommt. Auf der anderen Seite wird aber bei diesen Betrachtungen sehr oft gar nicht der Pendlerverkehr betrachtet, sondern nur der Binnenverkehr. Einfach mal an eine der großen Ausfallstraßen zur Hauptverkehrszeit stellen und beobachten. Dann weiß man, wie viel Verkehr da eigentlich unterschlagen wird. Bisher habe ich auch noch keine Primärquelle für diese Zahlen gesehen. Da steht dann nur was von »Zahlen der Stadtwerke«, aber wie die erhoben wurden, darüber verliert man kein Wort und bei den Stadtwerken findet man das auch nicht wieder. Ist also alles höchst ominös. Wie viel diese Zahlen also aussagen, ist eh dahingestellt.

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30.09.2016

»Von was reden wir hier eigentlich? Von Schutzstreifen, der am billigsten zu schaffenden Radinfrastruktur die man sich vorstellen kann.«

Und vor allem die, die gerade die Schisshasen eh nicht überzeugen wird und Autofahrern nur ein müdes Lächeln über die Lippen bringt. Überholabstände sind immer noch nur 30 cm, parken wurde noch nie von weißen Streifen verhindert und wenn das Ding völlig straflos überfahren werden kann, wird es überfahren werden, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Sieht immer ganz nett aus, kommt aber nur da zum Zuge, wo man unbedingt irgendwas machen will, aber alles andere nicht so recht kann bzw. darf.

»Die gefährliche Strecken entschärft, z.B. die Inninger Straße, die im Verlauf von 2 km die Radfahrer mal benutzungspflichtig auf dem Hochboard, dann wieder benutzungspflichtig auf der Straße, dann ganz ohne Radweg oder auf sog. anderen Radwegen die nicht benutzungspflichtig sind, fahren lässt,«

Die Inninger ist auch mehreren Ebenen verhunzt worden. Alleine die Maße zeigen, dass das mal eine Anwohnerstraße zur Erschließung war, keine verdammte Durchgangsstraße, auf der sich gefühlt 30% des Pendlerverkehrs abspielt, plus Schwerlast- und Krankenwagenverkehr. Und der Oberknaller ist immer noch die Kreuzung an der Wendeschleife. Sowas vermurkstes muss man sich erst mal ausdenken. Klar, da hat man gedacht »da kommt bald die Straßenbahn, dann müssen wir wieder von vorne anfangen«. Kam nur nicht und jeden Tag hupen sich da alle gegenseitig zu Tode. Die Anwohner freuts und die Ampel ist auch russisches Roulette für Fußgänger und Radfahrer. »Vielleicht hält diesmal jeder an, bevor es wieder grün wird.«

»Eine Stadt, die den Winterdienst auch für Radfahrer ernst nimmt wäre der nächste Schritt in die richtige Richtung und nicht die erforderlichen Mittel auf ein Mindestmaß reduziert.«

Da bin ich auch gespannt wie ein Flitzebogen. Die Vorschläge liegen in den Schubladen, der Stadtrat bzw. die entsprechenden Zuständigen müssen nur ihren Arsch heben und eines davon umsetzen. Aber da geht es dann bestimmt wieder wegen des lieben Geldes nicht. Ist für die Behelfsbrücke an der Ackermann schon verbraten worden... Oder hat man Leute für die Parkraumüberwachung angestellt? ;-)

»Darum mein Vorschlag an die Regierungskoalition: Stellt euch hin und gebt zu, das ihr es bis 2020 nicht schafft, weil ihr es nicht schaffen wollt und gebt euren Titel der fahrradfreundlichen Kommune an eine Stadt ab, die verantwortungsbewusster mit diesem Titel umgeht.«

Aber so was von! Nur den Titel der AGFK werden sie vermutlich so lange behalten wollen, bis auch diese feststellen, dass sich hier nichts tut. Das wäre dann wohl 2023 auch geschafft.

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29.09.2016

Der Kern ist doch ein anderer. Es geht nicht darum, ob Deutschbaur-Straße oder Friedhof, Schutzstreifen oder nicht. Es geht um Parkplätze ja oder nein, wobei man ehrlicherweise dazu sagen muss, dass die meisten einfach nur nicht so faul sein müssten, und gleich um die Ecke parken könnten. Die paar Meter laufen darf ich ja auch ständig, um die Blechparkplätze zu umgehen oder zur nächsten Ampel zu kommen, um überhaupt über die Straße zu kommen. Aber genau das ist eben das Problem: Es geht nicht um eine Fahrradstadt oder nein, es geht stur um den Erhalt der Platzhirschposition des KFZ-Verkehrs bzw. Kuschelkurs gegenüber den Anwohnern. (Die freuen sich natürlich, wenn ihnen die Stadt die Kosten für die Unterbringung ihres Fahrzeugs billig abnimmt. Hier kostet der Tiefgaragenplatz 40 € im Monat. Wer von den Anwohnern zahlt das eigentlich, was er in Anspruch nimmt?. Wer zahlt mir eigentlich einen Abstellplatz für mein übriges Sofa oder eine kleine Gartengarnitur?)

Solange man immer noch als oberste Maßgabe den gefährlichsten, teuersten, umweltschädlichsten, lautesten und platzintensivsten Verkehr wo es geht hätschelt und tätschelt, wird sich mit der Fahrradstadt oder einer lebenswerteren Stadt nichts ergeben. Schönes Top-3-Projekt, liebe Stadtregierung. Euch kann doch kein Schwanz mehr was glauben, wenn bei solchen Dingen stets gekniffen und Beschlusslagen ignoriert werden. Mehr Fahrräder ja, aber weniger Auto, nein. Sollen die Leute aus dem Bus umsteigen, oder was genau ist das Ziel? Und da wundert ihr euch, dass keiner mehr zur Wahl gehen will? Ist doch egal was man wählt, wenn am Ende doch was ganz anderes gemacht wird, als einem vorher irgendwann mal von euch auftgetischt wurde. Dann kann man auch gleich daheim bleiben, denn Bürgereinfluss sieht anders aus.

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29.09.2016

Sollen die Leute aus dem Bus umsteigen, oder was genau ist das Ziel?

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Dafür hat die Masse der Augsburger Neubauviertel nur eine schwache ÖPNV Anbindung mit einem Takt 15 Bus; von jeweils einem schmalen Streifen von Sheridan und Reese-Kaserne mal abgesehen.

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Frau Leipprand erklärte ja schon vor ein paar Jahren, dass jetzt (nach dem Kö-Umbau) der Radverkehr "dran" wäre. Das kann man in Anbetracht des bis dahin für den ÖPNV erreichten (Kö-Umbau, 6er nebst Umsteigespaß und Taktverschlechterungen beim Bus) eigentlich nur als unheilvolles Omen für den Radverkehr betrachten.

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Der aktuelle Streit um die Deutschenbaur ist eine Bankrotterklärung; man hätte in dem Bereich vor der jüngeren Bebauung einige Möglichkeiten für eine leistungsfähige Nord-Süd Radtrasse gehabt; nun ist alles verbaut und man popelt an der einzigen vernünftigen Nord-Süd Straße weit und breit rum.

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Die Deutschenbaur selbst ist ja auch im nördlicheren Bereich mit den vielen Einfahrten nicht wirklich angenehm und sicher. Und ohne die Parkplätze im oben im Bild gezeigten Bereich befürchte ich eher eine unvorteilhafte Beschleunigung des Autoverkehrs.

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30.09.2016

»Der aktuelle Streit um die Deutschenbaur ist eine Bankrotterklärung; man hätte in dem Bereich vor der jüngeren Bebauung einige Möglichkeiten für eine leistungsfähige Nord-Süd Radtrasse gehabt; nun ist alles verbaut und man popelt an der einzigen vernünftigen Nord-Süd Straße weit und breit rum.«

Langfristige Planung ist nicht notwendig. Kurzfristige und kurzsichtige Projekte haben im Stadtrat sehr gute Chancen, solange sie den Stadträten des betroffenen Viertels gerade recht sind.

»Die Deutschenbaur selbst ist ja auch im nördlicheren Bereich mit den vielen Einfahrten nicht wirklich angenehm und sicher. Und ohne die Parkplätze im oben im Bild gezeigten Bereich befürchte ich eher eine unvorteilhafte Beschleunigung des Autoverkehrs.«

Das ist ja eben der Haken. Die Leute steigen nicht deswegen nicht aufs Rad, weil da keine Streifen auf den Boden gemalt sind, sondern weil es schlicht keinen Spaß macht, mit gewissen Anteilen der Gesellschaft zusammen ungeschützt im Straßenraum unterwegs zu sein. Manche entwickeln nämlich hinterm Steuer eine ganz eigene Sicht der StVO und der Verhaltensweisen gegenüber Radfahrern. 30 cm Überholabstand sind da genauso problemlos möglich. Und da helfen auch weiße Streifen auf dem Boden nicht. Diese Leute werden ein mal (gefühlt oder tatsächlich) fast tot gefahren und lassen es danach für immer sein. Und solange man an dieser Freifahrtmentalität nichts ändern versucht, wird sich erstens nichts an der Haltung ändern und zweitens auch keine Bereitschaft zum Radfahren aufkommen. Dabei geht es ja meistens problemlos. Nur die wenigen Problemfälle, die schon lange keinen Lappen mehr haben dürften, die versauen die Gesamtbilanz nachhaltig. Wie in dem anderen Artikel von gestern: Lieber sperrt man seine Kinder weg, als diese Freifahrt-Mentalität zu unterbinden.

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