Unterstützer der "Letzten Generation" werden am Freitag zum ersten Mal eine oder mehrere Klebeaktionen auf Augsburger Straßen durchführen. Das kündigte die Bewegung im Vorfeld an. Bisher war die "Letzte Generation" in anderen Städten aktiv, unter anderem in München, Ulm und Kempten. Inzwischen standen Aktivisten wegen diverser Festklebeaktionen auch vor Gericht. Anders als die Augsburger Verkehrswendeaktivisten im Umfeld des Klimacamps mit ihren 15-Minuten-Demos meldet die Letzte Generation ihre Aktionen bei den Behörden nicht an. Teils kommt es dadurch zu erheblichen Staus. Die Aktivisten kleben sich dabei auch mit Sekundenkleber auf der Fahrbahn fest.
Aktivisten der Letzten Generation kündigen Blockade am Freitag in Augsburg an
Wie die Letzte Generation erklärte, protestiere man gegen die Untätigkeit der Bundesregierung beim Klimaschutz. Der Staat versage bei seiner Pflicht, die Lebensgrundlagen zu schützen. Für den Freitagnachmittag ab 15 Uhr kündigte die Letzte Generation ein Picknick nahe der Universität an, um sich mit Interessierten über die Form des Protests auszutauschen. Durch die gezielte Störung des Alltags rücke man das Thema immer wieder in den Fokus, so die Aktivisten.
Angekündigt sind auch mehrere Aktivisten, die zuletzt mit Aktionen gegen Emissionen durch Statussymbole aufgefallen waren, etwa dem Besprühen einer Yacht in einem Ostsee-Hafen mit Farbe. Es könne kaum angehen, dass in Deutschland schon über Wassermangel diskutiert werden müsse und in Indien Menschen hitzebedingt sterben, während "die Party der Reichen weitergeht", so die Aktivisten.
Noch offen ist, inwieweit es sich bei den klebenden Aktivisten am Freitag um eine Augsburger Unterstützergruppe handelt und ob ab jetzt regelmäßig Aktionen absehbar sind. Bekannt war bisher als Augsburg-Bezug der Letzten Generation nur, dass Ingo Blechschmidt, Mitinitiator des Klimacamps, als Verantwortlicher der Internetseite auftrat. Deswegen durchsuchte die Polizei im Mai im Zuge der bundesweiten Aktion, bei der wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird, auch Blechschmidts Wohnadresse in Augsburg. Die Behörden hatten auch Telefone abgehört.
Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit dem Aktivisten Ingo Blechschmidt über die Klimakrise und die "Letzten Generation" an: