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3. Liga

20.11.2017

DJK serviert Volleyball-Schmankerl

Hochzoller Frauen gelingt ausgerechnet gegen den Tabellenführer aus Planegg der erhoffte Befreiungsschlag. Warum sie beim 3:0-Sieg trotzdem zittern müssen und wie wertvoll die „junge Garde“ ist

Selten hat es die Zuschauer in der Zwölf-Apostel-Halle so von den Sitzen gerissen wie am Samstagabend, als die Hochzoller Drittliga-Frauen ihrem Publikum ein richtiges Volleyball-Schmankerl auftischten. Angeheizt von den starken Leistungen auf dem Spielfeld puschte das Publikum mit stehenden Ovationen sein Heimteam, bejubelte jeden gelungenen Aufschlag, einige grandios lange Ballwechsel und manch spektakuläre Rettungsaktion. Der intensive Schlagabtausch gegen den bisherigen Tabellenführer TV Planegg-Krailling mündete schließlich in einen hochverdienten 3:0 (25:18, 25:21, 25:19)-Heimsieg der Augsburgerinnen, der so nicht unbedingt zu erwarten gewesen war.

Denn die Saison war für das Team von Trainer Nikolaj Roppel bisher ungewohnt holprig verlaufen. Ergebnisse wie die beiden 0:3-Niederlagen gegen Ansbach und Altdorf drückten aufs Selbstbewusstsein, Verletzungen und Ausfälle erschwerten den Trainingsalltag. Gegen Planegg schienen diese Probleme überwunden. Dank verbesserter Aufschläge konnte Hochzoll den Tabellenführer sofort unter Druck setzen (4:0, 16:10) und erkämpfte sich mit einem spektakulären Ballwechsel den 24:16-Satzball und schließlich den 25:18-Satzgewinn.

Dann aber trauten die Fans ihren Augen kaum. Einmal mehr verloren die Hochzollerinnen im „verflixten zweiten Satz“ den Faden. Ehe sie überhaupt richtig reagieren konnten, lagen sie mit 2:7 und 5:13 zurück. „Es ist doch immer das Gleiche mit uns“, haderte Mannschaftsführerin Lisa Schnürer mit diesem erneuten unerklärlichen Einbruch, „vielleicht denken wir, es geht ganz locker und nehmen es dann zu leicht. Dann wackelt die Annahme, dann wackelt das Zuspiel und auch im Angriff werden wir unsicher. Dann ist man schnell mal acht Punkte hinten.“ Weil selbst seine Auszeiten nichts nutzen, setzte Trainer Roppel alles auf eine Karte – und wagte unter dem Motto „Erfahrung raus, Jungspunde rein“ einen Doppelwechsel. Er zog die routinierten Offensivkräfte Sonja Auer und Annika Westenkirchner ab und brachte Lynn Drigalski, 26 Jahre, und Franziska Wagner, 19. „Ich musste ja irgendwas tun“, begründete Trainer Roppel seinen Schachzug. Was kaum einer zu hoffen gewagt hatte, trat ein. Dank einer nun folgenden fehlerlosen Aufschlagserie von Theresa Felchner und der sofortigen Präsenz von Drigalski und Wagner drehte die DJK Augsburg-Hochzoll den 9:15-Rückstand tatsächlich in eine 16:15-Führung und schließlich noch in den 25:21-Satzgewinn. Die Gegenwehr von Planegg erlahmte. Mit 25:19 machten die Hochzollerinnen den Satz zu – und fielen sich ausgelassen jubelnd in die Arme. „Es tut dem Team einfach gut“, freute sich Lisa Schnürer, „gerade wenn neue Spielerinnen aufs Feld kommen, die dann neue Impulse geben.“

Eine wie Franziska Wagner. Die 19-jährige Oberligaspielerin ist erst vor eineinhalb Monaten wegen ihres Studiums in Augsburg zum Team gestoßen, hat sich aber bereits als äußerst wertvoll erwiesen. Sie ist selbst überrascht, wie schnell sie den Anschluss ans Drittliga-Niveau geschafft hat. „Es wird von Training zu Training besser und macht einfach viel Spaß. Dabei habe ich noch nie so hoch gespielt. Ich hatte gar nicht erwartet, dass ich so viel spielen darf“, erzählt Wagner, die gemeinsam mit Trainertochter Kristina Roppel, 20, und Nadine Kulig, 15, zur vielversprechenden „jungen Garde“ der Hochzollerinnen gehört.

Diesen drei Talenten traut auch Trainer Roppel für die Zukunft einiges zu. „Sie machen Fortschritte, sie sind motiviert und wollen etwas lernen. Sie machen sich gut“, lobt der Coach, der durch diese Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern entsprechend flexibel auf die kommenden sportlichen Herausforderungen reagieren kann. Gegen Planegg hat sich schon mal gezeigt, wie dies gelingen kann.

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