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Augsburg

12.02.2020

Spektakel beim DEL U11-Cup in Augsburg

Lukas Pest (vorne links) vom Augsburger EV treibt den Puck im Halbfinale des DEL U11-Cups gegen die Jungadler Mannheim nach vorne.
Bild: Annette Zoepf

Deutschlands beste Eishockey-Junioren spielen im Curt-Frenzel-Stadion ihren inoffiziellen deutschen Meister aus. Sie bieten den Zuschauern Tempo, Tore und Tauziehen.

Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt. Und wenn 10-Jährige ihn spielen, wird er sogar noch ein bisschen schneller. Unterbrechungen? Fehlanzeige. Torjubel? Keine Zeit. Gestochere bei den Bullys? Gibt es fast nur zu Spielbeginn.

Das vergangene Wochenende klang nach eishockeyfreier Zeit in Augsburg. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hatte Länderspielpause, die Augsburger Panther spielfrei. Eishockey gespielt wurde im Curt-Frenzel-Stadion trotzdem. 15 Jugendmannschaften aus ganz Deutschland traten zum DEL- U11-Cup in Augsburg an, spielten den “inoffiziellen deutschen Meister“ aus, wie Augsburgs Trainer Michael Heichele sagt. Einmal 28 statt dreimal 20 Minuten dauern die Spiele, vier statt fünf Feldspieler stehen auf dem Eis, fast nichts unterbricht den Spielfluss: Nach einem Tor nimmt der Goalie den Puck aus dem Netz und spielt einfach weiter. Immer zwei Spiele gleichzeitig finden auf der Eisfläche statt, das Feld ist somit nicht ganz halb so groß wie bei den Erwachsenen.

Augsburger EV im Halbfinale gegen Mannheim beim DEL U11-Cup

Heicheles Team, die U11 des Augsburger EV, gehört zu den besten Nachwuchsteams Deutschlands. Nur Düsseldorf muss sie sich in der Vorrunde geschlagen geben. Mit einem Sieg gegen Rosenheim marschiert sie ins Halbfinale, wo die Jungadler Mannheim warten. Schnell erspielt sich der AEV die ersten Chancen, doch es bleibt beim 0:0. Nach zehn Minuten schlägt Mannheim doppelt zu, es steht 0:2. David Jenka und Trainer-Sohn Jonas Heichele gelingt es, die Partie für Augsburg wieder auszugleichen. So geht es in die letzten Minuten.

Spektakel beim DEL U11-Cup in Augsburg

David und Jonas spielen Eishockey, seit sie drei Jahre alt sind. Die Leidenschaft haben beide von ihren Vätern geerbt, auch Davids Vater Miroslav ist Trainer beim AEV, in der U17. „Es macht Spaß, denn hier sind viele gute Mannschaften“, sagt David über das Turnier in Augsburg. Ganz schön anstrengend sei es, findet Jonas. Samstag und Sonntag bestreiten die Teams insgesamt sieben Spiele. Aber ihm macht das nichts aus: „Ich würde gerne einfach immer weiter spielen“, sagt er. Natürlich träumt er davon, später für den AEV in der DEL aufzulaufen. David hofft sogar auf mehr: „Erst DEL, dann NHL“, sagt er. Sein Lieblingsteam in der nordamerikanischen Spitzenliga sind die Boston Bruins.

Bild: Annette Zoepf

Traditionell findet der U11-Cup in Augsburg statt. Hier wurde das Turnier vor 13 Jahren geboren, wenig später klinkte sich die DEL ein, rief im Anschluss ähnliche Veranstaltungen für andere Altersstufen in anderen Stätten ins Leben. AEV-Präsident Wolfgang Renner schätzt, dass an beiden Tagen etwa 1500 Zuschauer in der Halle waren, organisatorisch lief alles glatt. „Das Turnier war ein großer Erfolg“, sagt Renner.

Sturmtief Sabine beeinflusst den DEL U11-Cup in Augsburg

Dem schließt sich Andreas Henkel an. Er ist Trainer der Wolfsburger U11, die eine besonders weite Anreise hatte. „Trotzdem war es kein Problem, meine Spieler dafür zu motivieren“, sagt er. Das Turnier sei der Höhepunkt der Saison, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte habe Wolfsburg ein Spiel beim U11-Cup gewinnen können. „Wir haben viel gelernt und viel Spaß gehabt“, sagt Henkel. Nach den Spielen muss er sich jedoch beeilen: Wegen Sturmtief Sabine traten die Wolfsburger eilig den Heimweg an. Am zweiten Tag deshalb gar nicht mehr angetreten waren die Young Roosters Iserlohn.

Die U11 des AEV gegen die Eisbären Berlin beim Tauziehen. Kleine Wettbewerbe waren Teil des U11-Cups im Curt-Frenzel-Stadion.
Video: Christof Paulus

Drei Minuten sind es noch im Halbfinale zwischen Augsburg und Mannheim, als die Jungadler in Führung gehen. David, Jonas und ihre Mitspieler versuchen noch einmal alles, um das Spiel umzubiegen. Doch die Zeit reicht nicht: Mit einem 3:2-Sieg zieht Mannheim ins Finale ein. Dort gewinnt die Mannschaft, für die unter anderem Lennox Ullmann spielt – der Sohn von AEV-Stürmer Christoph Ullmann – mit 5:1 gegen den EHC München. Der AEV wird Vierter. Einen Pokal holen die Gastgeber trotzdem: Zwischen den Spielen messen sich die Akteure in kleinen Wettkämpfen. Beim Tauziehen schafft es Augsburg auf Platz zwei. Und Liron Pellizzari setzt sogar noch einen drauf: Der Augsburger hat von allen Spielern beim U11-Cup den härtesten Schuss.

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