1. Startseite
  2. Bayern
  3. Regensburger Bischof unterstützt umstrittenes Forum

Kirche

13.01.2020

Regensburger Bischof unterstützt umstrittenes Forum

Rudolf  Voderholzer unterstützt das Forum Deutscher Katholiken.
Bild: Uwe Moosburger, dpa

Das erzkonservative Forum Deutscher Katholiken machte 2019 aufgrund seiner Nähe zu AfD-Positionen Schlagzeilen. Welche Rolle nun Regensburgs Bischof spielt.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer unterstützt das nach eigenen Angaben "papst- und kirchentreue" Forum Deutscher Katholiken mit Sitz in Kaufering. Nach Angaben der katholisch-konservativen Vereinigung, deren Nähe zu AfD-Positionen im vergangenen Jahr Schlagzeilen machte, ist er dem Kuratorium des von ihr veranstalteten Kongresses "Freude am Glauben" beigetreten. Der Kongress werde 2021 in Regensburg stattfinden, hieß es.

Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke erntete 2019 große Kritik

Der Kongress des Forums 2019 in Ingolstadt hatte bis in die Spitze des Bistums Eichstätt hinein, das ihn in den vergangenen Jahren unterstützt hatte, für große Irritationen gesorgt. Damals wurde auch Kritik am Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke laut, der – wie Voderholzer – im Rahmen des Kongresses einen Gottesdienst gehalten hatte: Hanke habe sich nicht von einer Resolution des Forums Deutscher Katholiken distanziert.

In der war in rechtspopulistischem und verschwörungstheoretischem Duktus von einer "Keule der 'political correctness'" oder dem "zwangsfinanzierten Staatsfunk" die Rede. Es werde "höchste Zeit", hieß es, "'dass wir uns gegen diesen Verlust an Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit, in unserem Land mutig und öffentlich zur Wehr setzen.'" In einer früheren Fassung der Resolution wurden die Fake News verbreitet, Grünen-Politikerin Claudia Roth habe Deutschland "ein mieses Stück Scheiße" genannt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Forum Deutscher Katholiken richtet 2020 erneut einen Kongress in Ingolstadt aus

Nach Informationen unserer Redaktion gab es daraufhin Gespräche zwischen dem Bistum Eichstätt und Vertretern des Forums, in denen die offensichtliche Politisierung der erzkonservativen Vereinigung deutlich kritisiert wurde. Der diesjährige Kongress "Freude am Glauben" wird im Juni trotzdem noch einmal in Ingolstadt, das zum Bistum Eichstätt gehört, stattfinden. Bischof Hanke ist für den Eröffnungsgottesdienst vorgesehen.

Während es um den Eichstätter Bischof, der 2019 vor allem wegen eines Finanzskandals im Mittelpunkt stand, ruhiger wurde, wird gerade sein Regensburger Mitbruder Voderholzer kritisiert. Für seine Äußerungen zum "Synodalen Weg", einem Beratungsprozess von Bischöfen und engagierten Katholiken. Der "Synodale Weg" soll nach dem Missbrauchsskandal zu Reformen führen; diskutiert wird über Pflichtzölibat oder die Rolle der Frau in der Kirche. "Die Empörung über den Missbrauch ist das Feuer, auf dem die Suppe des Synodalen Weges gekocht werden soll", sagte Voderholzer unter anderem dazu.

Lesen Sie dazu auch: Papst Franziskus ermutigt Frauen zum Stillen in der Kirche

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren