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Lauingen

14.09.2020

Corona zum Trotz: Das Restaurant Kesselblüte öffnet in Lauingen

Im Lauinger Restaurant Kastanienhof warten nun zwei neue Gesichter: Küchenchef Lukas Dopfer (links) sowie Restaurantleiter und Weinberater Max Franke haben das Restaurant unter dem Namen „Kesselblüte“ übernommen.
Bild: Jonathan Mayer

Plus Mitten in der Coronakrise übernehmen zwei junge Männer ein Lauinger Traditionsrestaurant. Aus dem Kastanienhof wird so die Kesselblüte. Was die beiden noch vorhaben und wie die ersten Wochen in der Pandemie liefen.

Am Anfang dieser Geschichte stehen ein „dummer Zufall“ und sehr viel Glück. Zufall, weil die beiden Protagonisten Max Franke und Lukas Dopfer – der eine stammt aus Franken, der andere aus dem Allgäu – sich nur durch einen solchen kennenlernten und ein Paar wurden. Und Glück, weil sie mit ihrem neuen Restaurant in Lauingen genau das fanden, was sie gesucht haben.

Doch von vorn: Als sich die beiden im Rahmen der Restaurantabsolventenprüfungen der IHK kennenlernen, ist der Wunsch nach einem eigenen Restaurant noch in weiter Ferne. Doch die Funken sprühen gleich, Franke und Dopfer verlieben sich. „Seitdem sind wir 24/7 zusammen“, erzählt ersterer und lacht. Die beiden blicken sich in die Augen, grinsen. Die Entscheidung, aus der beiderseitigen jahrelangen Erfahrung in der Gastronomie und Sterne-Hotellerie Profit zu schlagen und sich mit einem Restaurant selbstständig zu machen, fällt erst vor wenigen Monaten: „Wir sind in der Hotellerie aufgewachsen, in ihr zusammengekommen. Doch jetzt war es Zeit für etwas Neues“, sagt Franke. Also machten sie sich auf die Suche nach einem passenden Restaurant. Unweit des Lauinger Bahnhofs wurden sie fündig. Der bisherige Betreiber des Kastanienhofs suchte ohnehin Nachfolger. In Dopfer und Franke hat er sie gefunden. Vor wenigen Wochen übernahmen sie das Restaurant, das Hotel bleibt in den Händen des bisherigen Betreibers.

Im Lauinger Restaurant Kesselblüte kommt Regionales auf den Tisch

Kesselblüte ist der neue Name. Das altbayerische Wort für Kastanie ist als Hommage an den Vorgänger zu verstehen. Zwischen Übernahme und Eröffnung hatte das Paar nur knapp fünf Wochen. Purer Stress sei das gewesen, doch die beiden sind froh, dass der Betrieb endlich läuft. Mit ihrem Restaurant haben sie sich ein großes Ziel gesteckt: „Wir wollen der neue Anlaufpunkt für Lauingen werden“, sagt Dopfer. Entsprechend soll sich so einiges ändern, vor allem was die Kulinarik angeht. Dopfer, mit 22 Jahren bereits Küchenchef, will seinen Gästen vor allem regionale und saisonale Küche bieten, dabei aber viele eher unübliche Zutaten verwenden. Sich selbst verorten die beiden im höherwertigen Segment. „Das wird nicht 08/15. Wir verwenden zwar Produkte aus der Region, aber ich will aus ihnen das Besondere rauskitzeln“, erklärt Dopfer. Eine Birne sei schließlich nicht einfach eine Birne. „Es kommt auf die Zubereitung und die Details an.“ Für ihn mache das den Reiz am Kochen aus.

Corona zum Trotz: Das Restaurant Kesselblüte öffnet in Lauingen

Die meisten Zutaten kommen direkt aus der Region: Bier, Fleisch und Fisch stammen von Lauinger Produzenten, vielen Kräutern und Gewürzen können die Kunden im Biergarten sogar beim Wachsen zuschauen, denn die werden direkt vor der Tür gepflückt.

Noch suchen die Betreiber der Kesselblüte Mitarbeiter

Doch was bewegt zwei Gastronomen überhaupt dazu, sich mitten in der Corona-Krise selbstständig zu machen? Franke sagt knapp: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Und Dopfer ergänzt: „Nach dem Lockdown wollen die Leute wieder raus und was erleben. Das Leben geht ja weiter.“ Nach knapp einem Monat ziehen sie eine positive Bilanz – trotz der Coronakrise. Zwar finden im Restaurant wegen der Hygienebeschränkungen noch nicht so viele Gäste Platz wie eigentlich möglich. „Aber wir sind guter Dinge. Wir haben schon einige Anmeldungen für die kommenden Monate und bisher waren die Gäste sehr zufrieden“, sagt Franke.

Mit dem Restaurant ist es für die beiden aber noch nicht getan. Die kleine, kubanisch angehauchte Bar, die bisher nur für Hotelgäste diente, wollen sie nächstes Jahr für alle öffnen. Club Maroni soll die dann heißen – auch das eine Hommage an den Kastanienhof. Und in einem weiteren Raum wollen Dopfer und Franke ihre Gäste nach eigenen Worten „so richtig verwöhnen“. Im „Filo“, einer holzvertäfelten, urigen Stube steht die Zirbelnuss im Fokus. Auf den Tisch sollen dort Gerichte kommen, „bei denen die Küche zeigt, was sie kann“. Auch das ist aber aktuell noch Zukunftsmusik. Denn zuallererst wollen sich die beiden Betreiber nun um mehr Personal kümmern. „Aktuell machen wir hier alles zu dritt. Ein paar mehr sollten wir schon noch werden“, sagt Franke.

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