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16.06.2016

Ein Dillinger kehrt als Dirigent zurück

Dirigent Ludwig Hornung vor dem Orchester bei der Probe vor dem Auftritt.
Bild: Jakob Stadler

Die Orchestervereinigung gibt wieder ein Konzert. Dem wird später noch eines folgen mit einem Echoklassik-Preisträger

Ludwig Hornung ist ein waschechter Dillinger, lebt aber seit über 30 Jahren in Augsburg. Er weiß noch, wie an der Stelle des Stadtsaals der Kolpingsaal stand. Aber den Raum, in dem er nach all der Zeit ein erstes großes Konzert in Dillingen geben wird, kennt er noch gar nicht: Am Samstag, 25. Juni, dirigiert der 61-Jährige das erste Konzert der Orchestervereinigung Dillingen. Im Mozartsaal des Schlosses.

Hornung ist zweiter Konzertmeister bei den Augsburger Philharmonikern und Geiger. Dann leitete er noch ein Liebhaberorchester in Ulm, das gab er zugunsten der Dillinger Orchestervereinigung auf. Kein Wunder – war doch sein Großonkel vor über 120 Jahren Mitbegründer des Orchesters.

Doch das stand Ende 2015 fast vor dem Aus. Dann kam die Wende: Nach zwei Jahren fand sich in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neues Vorstandsteam, das jetzt zusammen mit Ludwig Hornung der Vereinigung neuen Schwung gibt. „Es läuft sehr gut. Ich habe in Dillingen ganz begeisterte Laien vorgefunden, die arbeiten wollen. Und ich kann als Streicher viele Tipps geben“, freut sich Hornung, der sich selbst weniger als Dirigent und mehr als Orchestermusiker sieht, der nebenher dirigiert. Mit knapp 30 Musikern wird er im Schloss ein reines Streicherprogramm präsentieren. Nur noch eine Generalprobe im Mozartsaal gibt es davor, schließlich seien alle berufstätig. „Etwas Risiko gehört dazu“, sagt Hornung und lacht, „aber sie spielen alle sehr gut.“ Die gemeinsamen Proben, vorrangig am Wochenende oder an bestimmten Terminen, seien gut besucht, die Motivation vor dem Konzert sehr hoch.

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Hornungs Vater war Kirchenmusiker in Dillingen, „ich bin an der Orgel aufgewachsen“, sagt der Dirigent. X-mal habe er selbst in der Stadtpfarrkirche auf der Orgel gespielt. Sein Abitur hat er in Lauingen gemacht. Dort hatte der junge Ludwig erst Klavierorgel-, dann Geigenunterricht. In München spielte er, 17 oder 18 Jahre alt, einem Professor vor, und der sagte prompt: „Du wirst Geiger.“

Inzwischen sieht auch Hornung selbst kleinen Kindern an, ob sie begabt sind. Ihr Umgang mit einer kleinen Geige verrät ihm das. Manche wollen auch einfach spielen wie David Garrett. „Der kann machen, was er will“, sagt Hornung leicht verzweifelt, aber er schmunzelt: „Wenn nur ein Kind deswegen Geige lernen will, ist das in Ordnung.“ Viele wären begabt, aber es müsste mehr Fördermöglichkeiten für diese jungen Talente geben.

Jetzt nach seiner Rückkehr nach Dillingen hat der 61-Jährige Großes vor, ein Konzert im Jahr sei nämlich zu wenig: Zum Konzert am 25. Juni bringt er eine junge Solistin mit, Anna Meyer, die zurzeit in Nürnberg studiert. Außerdem hat er von richtig guten Bläsern in Dillingen gehört und könnte sich auch eine Zusammenarbeit mit Chören vorstellen. Das nächste Highlight steht schon in wenigen Monaten bevor: Ende des Jahres ist es ein Solocellist, der zusammen mit der Orchestervereinigung in Dillingen auftreten wird: Maximilian Hornung, 30 Jahre alt, zweifacher Echoklassik-Preisträger. Schon mit 23 Jahren war er erster Solo-Cellist des Symphonieorchesters vom Bayerischen Rundfunk, inzwischen ist er als Solist in der ganzen Welt unterwegs. 2011 erhielt er den Echo Klassik-Preis als Nachwuchskünstler des Jahres. Zuletzt stand er mit Anne-Sophie Mutter für ein Brahmsdoppelkonzert auf der Bühne – und er ist Ludwig Hornungs Sohn.

Doch zuerst steht das Konzert im Dillinger Schloss an, mit einem interessanten, aber schweren Programm.

Darauf stehen die St. Paul’s Suite von Gustav Holst, von Georg Philipp Telemann die Don-Quichotte- Suite, von Felix Mendelssohn Bartholdy das Violinkonzert in D-Moll und etwas Romantisches: die Streicherserenade von Edward Elgar. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es im Bürgerbüro der Stadt Dillingen im Rathaus.

Es wird übrigens nicht das erste Konzert mit der Orchestervereinigung sein: Am 7. Juli 1985 konzertierte Hornung schon mal mit den Dillingern.

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