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Dillingen/Günzburg

21.11.2019

Porno auf dem Faschingswagen: Polizist soll Tat vertuscht haben

Nach dem Nachtumzug in Dillingen gibt es nun einen Prozess.
Bild: Marc Müller/dpa (Symbolbild)

Plus Auf dem Dillinger Nachtumzug 2018 zeigt eine Faschingsgruppe Sexfilme. Weil ein Mann die Ermittlungen behinderte, steht er nun vor Gericht.

Im Fasching passieren verrückte Dinge. Während der närrischen Zeit verschiebt sich die Grenze dessen, was erlaubt oder zumindest toleriert wird, schon mal ein gutes Stück. Irgendwo ist aber auch im Fasching eine Grenze erreicht. Dann zum Beispiel, wenn in aller Öffentlichkeit Sexfilmchen gezeigt werden.

Dillinger Nachtumzug: Fernseher zeigt Porno

So passiert auf dem Dillinger Nachtumzug 2018. Damals waren an einem teilnehmenden Wagen aus dem Landkreis Günzburg Fernseher angebracht, auf denen Filme mit pornografischem Inhalt liefen. Die Bilder waren für alle umstehenden Umzugsteilnehmer gut sichtbar. Die Polizei und die Veranstalter des Nachtumzugs, die Faschingsfreunde Steinheim, schritten ein und schlossen den Wagen sofort vom Umzug aus.

In der Folge nahm die Polizei Ermittlungen wegen des Verbreitens pornografischer Schriften auf. Im Visier der Ermittler waren die Betreiber des Wagens. Es ging um die Frage, wer für das Abspielen der Schmuddelfilme verantwortlich war. Dazu vernahm die Polizei die Beteiligten als Zeugen. Ein Gespräch aus dem Mai 2018 hat nun ein juristisches Nachspiel. Damals sagte ein Mann aus der Faschingsgruppe gegenüber der Polizei aus, der „Technikraum“ an diesem Wagen sei für alle frei zugänglich gewesen, weshalb man nicht mehr sicher nachvollziehen könnte, wer den Film abgespielt habe.

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Polizist wollte offenbar den Täter schützen

Diese Behauptung soll er aber bewusst falsch aufgestellt haben. Tatsächlich soll der Mann zu diesem Zeitpunkt sicher gewusst haben, wer den Film abgespielt hat. Durch seine falschen Angaben versuchte er offenbar, diesen vor einer Strafverfolgung zu schützen. Das Pikante in diesem Zusammenhang: Der Mann arbeitet selbst als Polizist. Gegen den Strafbefehl über eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen hat er Einspruch eingelegt. Jetzt muss sich der Mann wegen Strafvereitelung am kommenden Dienstag vor dem Dillinger Amtsgericht verantworten. Zur Verhandlung sind nach Angaben des Gerichts elf Zeugen geladen.

Auch sieben weitere Beteiligte des Faschingswagens hatten übrigens versucht, die Tat mit falschen Aussagen zu vertuschen. Sie akzeptierten jedoch allesamt ihre Strafbefehle. (mit pm)

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21.11.2019

Als ob Justitia nichts Besseres zu tun hätte..

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