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Landkreis Dillingen

03.12.2019

So soll es junge Mediziner nach Nordschwaben ziehen

Wie der Hausarzt den Patienten abhört und durchcheckt, so will die Politik nun auch mal die Bürger fragen, wo es bei der Gesundheitsversorgung im Wittelsbacher Land hapert. Der Landkreis startet im Rahmen des Projekts „Gesundheitsregion plus“ eine Umfrage unter 4000 Bürgern.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Im Kreisverband hat es einen Wechsel gegeben. Der neue Vorsitzende hat eine besondere Laufbahn hinter sich.

Der neue Vorstand der Ärztekammer im Kreisverband Nordschwaben ist zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Mit großer Mehrheit von der anwesenden Ärzteschaft wurden Sebastian Völkl und Chefärztin Dr. Ulrike Bechtel als Vorstand, sowie Joachim Ullrich und Dr. Wolfgang Fink als Beisitzer gewählt, nachdem Christian Babin, Urologe aus Donauwörth, nach 31 Jahren Dienstjahren sein Amt als Vorstand des Kreisverbandes niedergelegt hatte. Die Ärzte der beiden Landkreise Dillingen und Donauwörth, die von der Ärztekammer im Kreisverband Nordschwaben zusammengefasst sind, bedankten sich laut Pressemitteilung mit einem langen Applaus bei Vorgänger Babin für seine Arbeit.

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Ärztemangel auch im Landkreis Dillingen?

Für den neuen Vorstand wurden von der Ärzteschaft Personen gesucht, die die medizinische Versorgung der beiden Landkreise zukunftsfähig entwickeln. Angesichts des zunehmenden Ärztemangels stand dabei die Sorge um die hausärztlichen Praxen im Fokus, ebenso wie die Herausforderung, in den vier Kliniken Nördlingen, Dillingen, Wertingen und Donauwörth genügend junge Mediziner für die stationäre Versorgung zu gewinnen. Dabei ist auch die Anbindung an die Uniklinik Augsburg von entscheidender Bedeutung.

Als 1. Vorsitzender einstimmig gewählt wurde Sebastian Völkl, der als Student der Universität Würzburg in das Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen die medizinische AKADemie eingetreten ist – und geblieben. „Als erfolgreicher Absolvent kann ich die medizinische AKADemie aus eigener Begeisterung empfehlen und Medizinstudenten authentisch beraten“, freut sich der junge Arzt. Seine klinische Weiterbildung hat er am Lehrkrankenhaus Dillingen inzwischen vollständig absolviert und versorgt jetzt Patienten in der Hausarzt-Praxis in Nördlingen. Seine Laufbahn vereint damit exemplarisch die beiden Landkreise, aber auch Klinik und hausärztliche Medizin.

So soll es junge Mediziner nach Nordschwaben ziehen

Das Konzept im im Krankenhaus funktioniert

Unisono aus beiden Landkreisen für den zweiten Vorsitz vorgeschlagen wurde die Chefärztin der Kreisklinik Dillingen, Dr. Ulrike Bechtel. Als Vorsitzende des Verbands Leitender Krankenhausärzte (VLK) für Bayern ist sie für die Ärzteschaft der vier Kliniken von größter Bedeutung. Die Initiatorin und Lehrkoordinatorin der medizinischen AKADemie Dillingen hat mit ihrem modernen Ausbildungskonzept 2013 die Anerkennung als akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München für die Kreisklinik Dillingen erreicht und seither zahlreiche junge Mediziner in den Landkreis geholt.

Das sogenannte BeLAKonzept (Beste Landpartie) bringt als Pilotprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eine hohe Fördersumme mit, die Studierenden im Lehrkrankenhaus ein monatliches Stipendium zur Verfügung stellt und Fachärzte für die medizindidaktische Lehre finanziert. „Eine Kooperation mit dem allgemeinmedizinischen Weiterbildungsverbund Donau-Ries ist vereinbart“, sagte die Chefärztin, „um in beiden Landkreisen die hausärztliche Versorgung zu sichern.“

Wie die Ausbildung abläuft

Als Beisitzer stehen im neuen Vorstand der Wittislinger Hausarzt Dr. Wolfgang Fink und der Dillinger Urologe Joachim Ullrich zur Verfügung. Dr. Fink führt eine zertifizierte Lehrpraxis der Technischen Universität München und bildet seit vielen Jahren erfolgreich junge Mediziner aus. Er vertritt den Landkreis in der Bayerischen Landesärztekammer. Die Praxen beider Ärzte sind Mitglied im zertifizierten Praxisnetzwerk Pradix.

Die Sicherung der medizinischen Versorgung in den Landkreisen braucht laut Mitteilung in erster Linie mehr ärztlichen Nachwuchs. Die ständig wachsende Bürokratisierung, die politisch rasant wechselnden Rahmenbedingungen und die Informations- und Datenerhebungswut vieler vom Gesundheitssystem profitierender Akteure machen es dringender denn je notwendig, dass Ärzte auch zum Schutze der Patienten zusammenhalten.

Der neue Vorstand der Kreisärzteschaft möchte hierzu den angestellten, verbeamteten und selbstständigen Ärzten ein Forum bieten. Der Kreisverband ist Teil der Berufsvertretung der Ärzte Bayerns. Er hat die Aufgabe, innerhalb seines Bereichs im Rahmen der Gesetze die beruflichen Belange der Ärzte wahrzunehmen, die ärztliche Fortbildung zu fördern und bei der Überwachung der Erfüllung der ärztlichen Berufspflichten und in der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuwirken. (pm)

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