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Kreis Dillingen

03.01.2019

Sternsinger gesucht und gefunden

Diese Sternsinger waren in Dillingen unterwegs. Im Bild von links: Johanna Schelle, elf Jahre, Marco-Antonio Lokar, zwölf Jahre, Clara Böse, elf, und Felicitas Späth, neun Jahre alt.
Bild: Andreas Schopf

Überall im Landkreis ziehen derzeit die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus. In Wertingen gibt es mehr Buben und Mädchen, die mitmachen, als bisher. In Dillingen wurden auch über die Zeitung Freiwillige gesucht.

Öffnet sich die Tür? Nachdem Annika Wiedemann auf die Klingel gedrückt hat, warten Verena, Lina, Luisa und Sophia mit ihr gespannt, wer aufmacht. Am gestrigen Mittwoch waren sie als Sternsinger unterwegs nach dem Aussendungsgottesdienst der Pfarreiengemeinschaft Wertingen in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Binswangen.

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Jeweils 31 als Könige verkleidete Kinder und Jugendliche aus Binswangen und Gottmannshofen sowie 39 aus Wertingen haben den Segen von Pater Robin erhalten. Der freut sich über die große deutschlandweite Spendenaktion: „Ich finde es bewundernswert, dass sich so viele Kinder damit beschäftigen.“ Und die sangen erst einmal gemeinsam mit dem Chor unter der Leitung von Melanie Spiegler: „Dafür geh’n wir auf die Straße, dafür sammeln wir das Geld: für die Kinder, die in Not sind, so verändern wir die Welt.“ Dass so viele mitmachen, freut auch Gemeindeassistentin Marie Zengerle: „Im letzten Jahr waren in Wertingen nur 25 Sternsinger unterwegs, dieses Jahr sind es 39.“ Um alle einkleiden zu können, haben sie sogar Gewänder von anderen Pfarreien ausgeliehen. Was viele dazu gebracht hat mitzumachen war, Werbung zu machen. Denn hierbei sind auch Kinder willkommen, die nicht das ganze Jahr über den Ministrantendienst verrichten.

Wie erfahren alle, die Lust haben, davon, dass es wieder losgeht?

Ein erfolgreicher Weg war laut Marie Zengerle: „Fabian Siwi ist in die Grundschule gegangen und hat in den dritten und vierten Klassen von der Sternsingeraktion erzählt und die Kinder damit begeistert.“ In Dillingen suchte die Pfarreiengemeinschaft auch über unsere Zeitung Sternsinger. Stadtpfarrer Wolfgang Schneck erklärt: „Dass wir genügend haben werden, das war schon im Vorfeld klar.“ Doch erst einmal müssen alle, die Lust haben, ihre Ferien auf diese Weise erlebnisreich zu gestalten, auch davon erfahren. So sind unter den 100 Sternsingern in der Dillinger Pfarreiengemeinschaft auch Geschwister der Ministranten, Kommunionkinder und rund 20 Menschen mit Behinderung von Regens Wagner, die auch schon erwachsen sind. In Wertingen sind ebenfalls zwei Sternsinger dabei, die ein Handicap haben. Das findet Marie Zengerle besonders schön, gerade weil in diesem Jahr behinderte Kinder in Peru im Mittelpunkt der Solidaritätsaktion stehen. Wovor Pfarrer Schneck warnt: „In letzter Zeit gibt es immer mehr falsche Sternsinger!“ Wenn sich jemand unsicher ist, darf derjenige gern nach dem Ausweis fragen, den die von der Pfarrei gesendeten Gruppen immer dabeihaben.

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In Binswangen sind (von links) Verena Wiedemann, Lina Chromik, Luisa Mengele, Annika Wiedemann und Sophia Endres als Sternsinger unterwegs und sammeln für behinderte Kinder in Peru. Sie sangen auch für Christine Mayr, die sich im Stern spiegelt.
Bild: Brigitte Bunk


Manche nähten ihre Gewänder selbst

Während in Wertingen Alexandra Steigert und Claudia Wagner zusammen mit Marie Zengerle die Oberministranten bei der Organisation unterstützt haben, brachten in Gottmannshofen Gertrud Wallisch und Robert Keiß und in Binswangen Gabi Fürbaß viel Zeit und viele Überlegungen ein. Viele der Gewänder hat die Pfarrgemeinderatsvorsitzende selbst genäht in den Vorjahren und auch die Bollerwagen hergerichtet, von denen die zehnjährige Verena eine hinter sich her zieht. Darin sind unter anderem Kohlen, Anzünder, Weihrauch, Aufkleber für die Türen, an denen die Kreide nicht hält, und Flyer, die die Sternsinger in den Briefkasten werfen, wenn niemand öffnet. Pfarrer Schneck weist darauf hin, dass diejenigen, die möchten, dass die Sternsinger den Segen in ihr Haus bringen, aber den Besuch verpasst haben, gerne im Pfarrbüro anrufen dürfen. Dann komme noch eine Gruppe vorbei.

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