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Lauingen

07.05.2019

Verschwindet Lauingen bald von Straßenschildern?

Noch ist der Name "Lauingen" auf diesem Schild zu lesen. Noch.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Auch Kötz und Ichenhausen könnte das passieren - die Orte stehen dann nicht auf Schildern von Autobahn und Bundesstraße. Wer da seine Finger im Spiel hat.

Wer auf der A 8 nach Westen in Richtung Stuttgart fährt und die Günzburger Ausfahrt wählt, wird es demnächst leichter haben. Nach Günzburg wird an einer Abbiegespur gebaut, auf der Autofahrer nicht länger von einer Ampel ausgebremst werden. Dafür gibt es künftig zwei Linksabbiegespuren in den Freizeitpark Legoland oder zu Zielen darüber hinaus.

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Das Aussehen des großen gelben Schildes, auf das Autofahrer beim Abfahren von der Autobahn unweigerlich stoßen, könnte sich bald ändern. Denn nach dem Willen der Großen Kreisstadt Günzburg werden Ichenhausen und die Gemeinde Kötz von dem Schild an der B 16 verschwinden. Nicht, weil Günzburg seinen kommunalen Nachbarn Böses will. Aber das Ordnungsamt der Stadt, das zugleich die zuständige Straßenverkehrsbehörde ist, will einen rechtskonformen Zustand herstellen, der momentan nicht gegeben sei. Das gelbe B 16-Schild entspricht nach Auffassung der Günzburger Verkehrshüter nicht den Vorgaben und ist überladen.

Auch die Hinweise auf Ichenhausen und Kötz sollen weg

Künftig, so schlägt die Stadt Günzburg in einem Schreiben vom 23. Januar der Autobahndirektion Südbayern vor, soll dort Kaufbeuren, Krumbach, Legoland, das Industriegebiet Deffingen und der Autohof aufgelistet werden. Zu viel des Guten weist auch in Richtung Norden – nämlich Donauwörth, Dillingen, Lauingen, Günzburg, das Industriegebiet Donauried und ein Piktogramm der B 16. Das Industriegebiet und Lauingen sollen in Zukunft wegfallen.

Die Absicht ist, in eine Fahrtrichtung nicht mehr als vier Nah- und Fernziele aufzunehmen. Und weder Ichenhausen noch Kötz gehören offenbar in diese Kategorie, zumindest nicht nach dem Bundesstraßenverzeichnis aus dem Jahr 2009.

Noch sind die Ortsnamen Ichenhausen und Kötz auf den Beschilderungen der A8. Aber das könnte bald nicht mehr so sein.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Einheitlichkeit wegen: Auch keine Hinweise mehr auf der A8

Damit sind Ichenhausen und Kötz aber nicht komplett ausgelöscht. Denn auf den blauen Autobahnschildern stehen die Namen der Kommunen – Ichenhausen sogar in beiden Fahrtrichtungen – sehr wohl. Sie weisen Autofahrer darauf hin, dass diese Örtlichkeiten mit einer Abfahrt hier am schnellsten zu erreichen sind. Noch ist das so. Aber die Stadt Günzburg hat weitergedacht und will „eine Kontinuität in der Beschilderung wahren“.

Das bedeutet: Auch auf der A8 könnten die Ortsnamen Ichenhausen und Kötz in absehbarer Zeit nicht mehr zu finden sein. Einheitlichkeit ist nach Ansicht der Unteren Straßenverkehrsbehörde gefragt. Konkret heißt dies: Günzburg, Krumbach und Dillingen sollen auf den Schildern in beiden Autobahnrichtungen noch Platz finden – und damit soll’s dann gut sein.

Ichenhausens Stadtrat hält gar nichts von dem Vorschlag

Die Autobahndirektion hat per Mail vom 17. April unter anderem die Stadt Ichenhausen über das Landratsamt um eine Stellungnahme gebeten. Die Verwaltung hat aus Fristwahrungsgründen bereits einen Tag später darauf reagiert und sieht ihre Stadt mit mehr als 9000 Einwohnern durchaus als „Leitziel mit Sammelfunktion“. Daher sei Günzburgs Antrag abzulehnen, der die Entfernung der Zielangaben „Ichenhausen“ verfolgt.

Am Donnerstagabend hat der Ichenhauser Stadtrat dies nachdrücklich bekräftigt. Dritter Bürgermeister Hubert Schuler (CSU) fand es „ganz schön dreist“ von den Beteiligten einer Ortsbesichtigung im Dezember (Staatliches Bauamt Krumbach, Straßenmeisterei, Autobahnpolizei, Polizeiinspektion Günzburg, Straßenverkehrsbehörde der Stadt Günzburg), so zu tun, als ob Ichenhausen nicht so wichtig wäre. Die Besichtigung war dem Verwaltungshandeln vorausgegangen.

Günzburgs OB hat nichts dagegen, wenn die Orte auf den Schildern bleiben

Auch die Rathauschefs von Ichenhausen und Günzburg haben in dieser Angelegenheit zwischenzeitlich telefoniert und sich am 26. April auf den Text einer Stellungnahme von Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig geeinigt. Darin heißt es, dass der OB „an sich“ nichts dagegen hätte, wenn „Ichenhausen“ und „Kötz“ wie bisher auf den Schildern stehen würde, „sofern die rechtlichen Vorgaben für die Beschilderung eingehalten werden können. Genau hierin liege jedoch das Problem.“

CSU-Fraktionsvorsitzender Ottmar Sauter sieht das Problem nicht. Aber wenn gar nichts helfe, solle sich Landesverkehrsminister Hans Reichhart der Sache annehmen. Der wohnt eine Autobahnausfahrt weiter – in Jettingen-Scheppach.

Lesen Sie die glossierte Betrachtung von Till Hofmann dazu: Weniger Ortsnamen auf Schildern: Schilda am Stadtrand Günzburgs

Lesen Sie hierzu auch: A8-Anschlussstelle in Günzburg wird gesperrt

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