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24.01.2015

Was ist beim Faschingsumzug erlaubt?

Rund 15000 Besucher sahen den Faschingsumzug in Höchstädt (Landkreis Dillingen) vor einem Jahr.
Bild: Archivbild

Im Nachbarlandkreis wurden die Auflagen verschärft. So sieht es bei uns aus

Im Donau-Ries geht es am morgigen Sonntag los: In Mertingen findet der erste Faschingsumzug statt. Zum Start in die neue Saison hat der Landkreis die Auflagen erweitert. So sind künftig auf den Umzugswagen keine Glasflaschen mehr erlaubt.

Im Kreis Dillingen sind diese aber seitens des Landratsamtes nicht explizit verboten. „Wir haben in den vergangenen Jahren ein Merkblatt entwickelt, das hat sich bewährt“, sagt Pressesprecher Peter Hurler. Das Amt erteilt vor den Umzügen die notwendige Erlaubnis nach der Straßenverkehrsordnung. „Die Kommunen haben zum Teil eigene Regeln und verbieten Glasflaschen.“ Das Landratsamt ist für alle Umzüge zuständig, bis auf den Dillinger. Dort gilt ein Bescheid für Ablauf und Organisation des Umzugs und eine „Allgemeinverfügung“. Diese regelt, so Pressesprecher Jan Konen, was das Publikum mitbringen darf. Demnach sind Dosen, Glas- und PET-Flaschen verboten und alkoholhaltige Getränke. Familien mit Kindern bis zwölf Jahre können Getränke in Plastikflaschen mitbringen. „Glas war bei uns noch nie ein Thema“, sagt Gerhard Kleiber von den Gundelfinger Glinken. Er reibt sich an einem anderen Verbot im Landkreis: Es dürfen keine Bonbons geworfen werden. „Im Donau-Ries darf man das.“ Generell seien die Auflagen auch für die Wagen inzwischen so hoch – „spontan einen bauen, das geht nicht“. Schließlich muss das Fahrzeug zugelassen sein, die Aufbauten müssen zum TÜV. Während des Umzugs sind dann rund 80 Leute im Einsatz, damit alles glatt läuft. Die Teilnehmer kennen sich, „das sind alles Top-Kerle auf den Wagen, und die Fußgruppen sind auch sehr diszipliniert“. Einziges Problem seien Halbwüchsige, die sich Alkohol mitbringen, trinken und dann negativ auffallen. In Dillingen mussten im vergangenen Jahr schon zwei minderjährige Mädchen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus – bevor der Umzug angefangen hatte, erinnert sich Christian Kamrath. Der zweite Vorsitzende der Faschingsfreunde Steinheim organisiert seit drei Jahren den Nachtumzug in Dillingen. 113 Wagen werden in diesem Jahr wieder mitfahren. Wer negativ auffällt, für den ist der Spaß schnell vorbei. „Die Polizei kontrolliert, und wer betrunken ist oder Alkohol dabei hat, der kommt auf eine Liste und nimmt aktiv an keinem Umzug mehr teil“, erklärt er.

Denn die Umzugsleiter der Region sind sehr gut miteinander vernetzt, erklärt Jürgen Weißenburger. Sein Umzug der Schlossfinken in Höchstädt ist der erste der hiesigen Saison. „Wenn da einer aus der Rolle fällt, dann erfahren es sofort die anderen Umzugsleiter und der Betroffene ist raus. Es kommt durchaus vor, dass jemand ausgeladen wird.“ Weil das so gut klappt, ist Weißenburger auch der Meinung, dass die Vorschriften, die im Kreis gelten, reichen. „Das Regelwerk ist beachtlich. Und jeder schaut, dass es eingehalten wird.“ Es sei auch bei jüngeren Umzugsteilnehmern inzwischen mehr Vernunft eingekehrt.

Solche Themen kennt Johann Weber nicht. 18 Wagen nehmen am Holzheimer Faschingsumzug teil, für mehr ist kein Platz. Weber, Vorsitzender der Böllerschützen und Organisator des Umzugs ist gar nicht unglücklich darüber, dass aufgrund der Staatsstraße nicht mehr Wagen Platz haben. Er persönlich kontrolliert vorher, ob jemand eine Flasche dabei hat. „Bei uns gilt schon länger, dass man keine mitnehmen darf. Aber es gab noch nie Probleme. Alle Teilnehmer freuen sich, wenn sie mitfahren dürfen.“

Markus Hoffman, Zugleiter des Faschingsumzugs der Laudonia in Lauingen, sagt, dass sich einige Vorschriften in den vergangenen fünf Jahren verschärft hätten. „Das gilt vor allem für die TÜV-Anforderungen der Wagen“, sagt er. Solange ein Wagen mit Aufbau nicht höher als vier Meter, nicht breiter als 2,55 Meter und nicht länger als 12 Meter ist, müssen nur Wagen und Zugmaschine zugelassen sein. Werden diese Werte allerdings überschritten, ist noch einmal ein gesonderter TÜV fällig. Auch in Lauingen, wo in diesem Jahr 56 Zugnummern gelistet sind, sind Glasflaschen verboten, Bier und Glühwein gibt es in Plastikbechern. Bonbons zu werfen ist ebenfalls untersagt, die Fußtruppen dürfen aber Süßigkeiten verteilen. Auch Konfetti darf aus Rücksicht auf die Straßenreinigung nicht in die Luft gepustet werden.

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