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Bergheim

30.01.2018

Weil Frieden nicht selbstverständlich ist

Der Kreisverband Dlilingen des Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung wählte in Bergheim ihren Vorstand neu. Anton Schön (vorne in der Mitte) ist weiterhin Vorsitzender.
Bild: Brigitte Bunk

Anton Schön führt weiter den Kreisverband der Kameraden-Soldatenvereinigung. Nur eine Änderung gibt es im Vorstand.

Kurz und bündig ging die Vorstandswahl beim Dillinger Kreisverband der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) vonstatten im Bergheimer Schützenheim. Alles war gut vorbereitet, für jeden Posten stand ein Kandidat auf der Vorschlagsliste. Sämtliche Anwesenden waren einverstanden, per Akklamation zu wählen. Nur eine Änderung gibt es im Vorstand rund um den Vorsitzenden Anton Schön (siehe Info). Als Beisitzer ausgeschieden ist Herbert Wollmann, ihm folgt Ernst Schrödl. Der Schriftführer des KSV Hohenreichen stellt sich vor und sagt: „Es ist eine Ehre, wenn man als junger Mann gefragt wird.“ Landrat Leo Schrell stellt fest: „Es ist ein gutes Zeichen für eine Gemeinschaft, wenn eine Wahl in dieser Weise durchgeführt werden kann.“

Auf die Totenehrung, die vom Musikverein Mödingen umrahmt wurde, nahm Landtagsabgeordneter Johann Häusler Bezug, als er von einer Begegnung vergangenes Jahr in Russland berichtete. Vor Ort zu sein und ein freundschaftliches Gespräch bot ihm eine andere Sicht auf ein trauriges Kapitel seiner Familiengeschichte, der Bruder seiner Mutter war von dort nie zurückgekommen. Ihn persönlich haben auch Gespräche mit Veteranen des Zweiten Weltkriegs viel gelehrt. Doch von denen gibt es nicht mehr viele. Deshalb stellt der Landtagsabgeordnete klar: „Es wird die größte Herausforderung der BKV, Nachwuchs zu finden, um diese Tradition in der nächsten Generation weiterführen zu können.“

Oberstleutnant Peter Hindermann vom Informationstechnikbataillons 292 in Dillingen, der vergangenes Jahr fünf Monate in Afghanistan war, verspürte anlässlich der Totenehrung Dankbarkeit. Denn die Bundeswehr musste in letzter Zeit keine Toten mehr betrauern. Mödingens Bürgermeister Walter Joas, Marcus Müller vom Verband der Reservisten und Kreisrat Josef Sing dankten, auch im Namen vom Landtagsabgeordneten Georg Winter, ebenfalls für die ehrenamtliche Arbeit der im BKV Tätigen. Sie nahmen an Friedenswallfahrten teil, beispielsweise im Juni nach Unterthürheim und im September in Gottmannshofen. Der Kreisverband hilft den Vereinen bei der Mitgliedergewinnung, wie beim Kameradschaftsabend in Osterbuch. Das 40-jährige Gründungsfest wurde gemeinsam in Dillingen gefeiert. Von der Teilnahme an Gelöbnissen und am Verabschiedungsappell von Soldaten für den Auslandseinsatz im Kosovo berichtete Kreisgeschäftsführer Stefan Käsmayr ebenfalls. Wie wichtig es für die Vereine ist, die Verbandsbeiträge bis zum 28. Dezember zu überweisen, betonte Schatzmeister Achim Wurm. Ansonsten liegt kein Versicherungsschutz für Vereinsaktivitäten vor. Welche Bedeutung die Bundeswehr und die BKV hat, stellte Landrat Leo Schrell nochmals angesichts von Krisenherden ungeahnten Ausmaßes in der Welt heraus. Sein Wunsch an die BKV-Mitglieder: „Bleiben Sie bei Ihrem Verein, wir brauchen Sie dringend.“ Denn: „Manche jungen Leute halten den Frieden für selbstverständlich.“ Immer wieder sei es notwendig, darauf hinzuweisen, dass die Demokratie Grundlage für den Frieden ist. Die Regionalisierung, Heimat, sei für die Menschen wieder wichtiger geworden, sie werden sich ihrer Wurzeln wieder bewusst, suchen Vertrautheit und soziale Bindungen auch außerhalb des Internets. Der Landrat betont: „Traditionen machen Heimat ebenfalls aus. Sie sind eine Gemeinschaft, die Traditionen lebt.“ Dazu gehört auch, danke zu sagen, beispielsweise lobte Vorsitzender Anton Schön Konrad Bestle aus Possenried für seinen Einsatz zur Dokumentation des Gründungsjubiläums.

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