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Fasching in Höchstädt

22.01.2019

Zum Henker mit diesem Jammermeier! Oder ist Höchstädt gnädig?

Dieses Bild zeigt den Jammermeier (Bernhard Veh) wie er um Gnade winselt. Das Bild des Spektakels Malefizgericht in Höchstädt entstand vor drei Jahren. Am kommenden Sonntag wird eine neue Inszenierung gezeigt. Beginn ist um 17 Uhr am Geigerturm in Höchstädt.
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Dieses Bild zeigt den Jammermeier (Bernhard Veh) wie er um Gnade winselt. Das Bild des Spektakels Malefizgericht in Höchstädt entstand vor drei Jahren. Am kommenden Sonntag wird eine neue Inszenierung gezeigt. Beginn ist um 17 Uhr am Geigerturm in Höchstädt.
Bild: Bronnhuber

Die Höchstädter Schlossfinken führen nach drei Jahren Pause wieder ihr Malefizgericht auf. Der Jammermeier, ein bekennender Faschingsmuffel, soll bestraft werden. Das Besondere: Dieses Mal ist ein echter Schauspieler dabei.  

Nein, er mag den Fasching nicht. Er hasst das bunte Treiben regelrecht. Der Jammermeier ist ein stadtbekannter Taugenichts, der in Höchstädt schlechte Stimmung machen will. Ausgerechnet in der Donaustadt, wo die Schlossfinken doch die fünfte Jahreszeit nicht nur feiern, sondern das ganze Jahr über das Stadtgeschehen beleben. Deshalb: Der Jammermeier muss weg. Sein Kopf muss rollen. Glücklicherweise ist die Höchstädter Faschingsgesellschaft im Jahr 2019 nicht mehr ganz so rabiat und ist gnädiger zu Narrenmuffel. Die Sage rund um den Jammermeier spielt heuer aber wieder eine wichtige Rolle im Faschingskalender. Nach dreijähriger Pause organisieren die Schlossfinken am kommenden Sonntag, 27. Januar, wieder das berühmte Malefizgericht und spielen die Geschichte des Jammermeiers nach – und dieses Mal mit professioneller Besetzung.

Die Höchstädter Hofnarren können fliegen

Denn unter den Faschingsmitgliedern, die ehrenamtlich und ihrer Freizeit seit Wochen das Spektakel einstudieren, ist auch Josef Schröttle. Der 21-Jährige kommt aus Dillingen, lebt unter der Woche in München und ist Schauspieler. Und wenn er da ist, springt er mit den Flying Narrows, den Höchstädter Hofnarren, über die Kasten und zeigt waghalsige Kunststücke.

Wie bist du zu den Flying Narrows gekommen?

Dieses Bild zeigt den Jammermeier (Bernhard Veh) wie er um Gnade winselt. Das Bild des Spektakels Malefizgericht in Höchstädt entstand vor drei Jahren. Am kommenden Sonntag wird eine neue Inszenierung gezeigt. Beginn ist um 17 Uhr am Geigerturm in Höchstädt.
Bild: Bronnhuber

Schröttle: Ich hatte vorher nicht viel mit dem Fasching zu tun. Bei einer gemütlichen Runde am Lagerfeuer haben mir Freunde erzählt, sie wären Hofnarren, und welchen Spaß sie dabei haben. Dort wurde mir dann auch ein Schnuppertraining angeboten.

Die Höchstädter Hofnarren nehmen in diesem Jahr die TV-Sendungen, die angeblich das „wahre Leben“ zeigen, auf die Schippe. Auch, weil sie mit dir in ihren Reihen einen Hofnarr haben, der selbst schon mal in einer solchen Sendung zu sehen war. Wie kam es dazu?

Schröttle: Ich bin auf der Schauspielschule Zerboni in München, wo wir schon während der Ausbildung viele Arbeitserfahrungen sammeln können. Dadurch können Caster, die solche Serien besetzen, Jungschauspieler finden. Ich wurde dann von meinem Agenten angesprochen und gefragt, ob ich dieses Projekt machen möchte.

Du bist also richtiger Schauspieler?

Schröttle: Deswegen bin ich überhaupt nach München, um dort auf die Schauspielschule zu gehen und das zu meinem Beruf zu machen.

Wolltest du immer schon Schauspieler werden?

Schröttle: Bei mir ging das in der dritten Klasse los mit dem Extrafach „Schulspiel“, in dem ich die ersten Male auf der Bühne gestanden habe. Seit dem ist das für mich nicht mehr wegzudenken. Natürlich habe ich mir auch andere Berufe angesehen, aber über das Schauspiel ging dann doch nichts.

Wo konnte beziehungsweise kann man deine Kunst sehen?

Schröttle: Im vergangenen Jahr hatte ich zwei TV-Auftritte und dieses Jahr im Februar bin ich in Wasserburg am Belacqua-Theater zu sehen. Wir spielen „Jedermann“.

Kommt nach Höchstädt Hollywood?

Was sind deine beruflichen Ziele? Hollywood? Serien? Theater?

Schröttle: Mein großes Ziel, das ich mir gesetzt habe, ist, vom Schauspiel leben zu können.

Die Hofnarren bieten zwar jedes Jahr eine tolle Show, mit Schauspiel hat es aber weniger zu tun. Dafür deine Rolle beim diesjährigen Malefizgericht. Welche hast du?

Schröttle: Das geht ja auch von den Schlossfinken aus und es gibt dort eine feste Besetzung, und da jemand abgesprungen ist, wurde ich gefragt mit den Worten: „Josef du bist doch Schauspieler.“ Da konnte ich ja gar nicht Nein sagen.

Auf was können sich den die Faschingsfans mit dir in der Besetzung freuen?

Josef Schröttle ist Schauspieler. Der Dillinger spielt beim Malefizgericht am Sonntag mit.


Schröttle: Da ja zwischen mir und meinem Vorgänger ein auffälliger Altersunterschied besteht, haben wir ein paar Kleinigkeiten geändert, was wirklich sehr gut reingepasst hat. Was das jetzt aber im Genauen ist, möchte ich nicht verraten. Ich will ja die Spannung nicht nehmen.

Gab es Änderungen im Text oder hast du bei Proben sogar den anderen „Schauspielern“, alles Mitglieder der Schlossfinken, Tipps gegeben?

Schröttle: Beim Malefizgericht machen größtenteils immer die gleichen Leute mit, was bedeutet, die kennen sich schon sehr gut aus und wissen, was sie machen müssen. Da brauche ich als „Malefizneuling“ keine Tipps mehr verteilen.


Treffpunkt ist am Geigerturm in Höchstädt

Das Malefizgericht in Höchstädt: Seit mehr als 80 Jahren ist das Faschingsspektakel ein fester Bestandteil im Terminkalender der Höchstädter Schlossfinken. Nach dreijähriger Pause wird es nun am kommenden Sonntag, 27. Januar, wieder organisiert. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Geigerturm in Höchstädt. Von dort aus bewegt sich die Truppe Richtung Schloss, wo das Laienspiel seinen Höhepunkt findet. Begleitet werden die Schlofi-Schauspieler unter anderem von der historischen Trommelgruppe. Zuhörer und Zuschauer sind herzlich willkommen, Startpunkt ist am Geigerturm.

Was ist passiert? Die Flying Narrows, die Schlossfinken-Hofnarren, bei ihrem „ärztlichen Einsatz“ am Hofball.

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