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Landkreis Donau-Ries

19.02.2021

Corona senkt im Landkreis Donau-Ries die Zahl der Unfälle

Schlimmer Unfall auf der B2 im März 2020: Beim Zusammenstoß dieser beiden Autos nahe Kaisheim starb ein 43-Jähriger. Im vorigen Jahr nahm die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen im Donau-Ries-Kreis wieder zu.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Im Donau-Ries-Kreis passieren 2020 wesentlich weniger Unfälle. Was aber verwundert: In manchen Bereichen fällt die Bilanz schlimmer aus.

Über Jahre hinweg jagte auf den Straßen im Donau-Ries-Kreis ein Negativ-Rekord den anderen. Es passierten immer mehr Unfälle. Fast elf Karambolagen täglich registrierten 2019 die Polizeiinspektionen Donauwörth, Nördlingen und Rain. Die Bilanz für das Jahr 2020 sieht ganz anders aus: 3301 Verkehrsunfälle bedeuten einen Rückgang um satte 17,3 Prozent.

Der Verkehr ist eingeschränkt

Die Ursache für diese Entwicklung liegt auf der Hand: Die Corona-Pandemie schränkte auch im Landkreis das private und öffentliche Leben ein – und somit auch den Verkehr, wie Stephan Roßmanith feststellt. Er ist Sachbearbeiter Verkehr der Polizei für den Donau-Ries-Kreis und analysiert in dieser Funktion die Situation.

„Viele Leute arbeiteten zu Hause, konnten nur noch eingeschränkt in den Geschäften einkaufen, und am Ende des Jahres galt von 21 bis 5 Uhr die Ausgangssperre“, zählt Roßmanith auf. Deshalb habe es wohl 2020 wesentlich seltener gekracht, nachdem die Unfallzahl im Jahr zuvor noch fast die 4000er-Marke erreicht hatte.

Mit dem Start des sogenannten harten Lockdowns Mitte Dezember halbierte sich die Zahl der Unglücke sogar vorübergehend (wir berichteten).

Auch weniger Verletzte

Weniger Unfälle bedeuteten auch weniger Verletzte. Statt 718 im vorangegangenen Jahr waren es 2020 nur noch 526 (minus 26,7 Prozent). Aber: Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 133 beinahe unverändert. „Das ist bemerkenswert“, findet der Hauptkommissar. Über die Gründe könne man nur spekulieren. Möglicherweise seien die Verkehrsteilnehmer auf den weniger frequentierten Straßen insgesamt schneller unterwegs gewesen, was dann bei manchem Unfall schlimmere Folgen gehabt habe.

Ebenso falle auf, dass die extrem hohe Zahl an Wildunfällen trotz der Pandemie-Beschränkungen kaum zurückging. Wie schon gemeldet, wurden der Polizei 1035 solche Karambolagen gemeldet. 2019 waren es 1085 gewesen. Eine denkbare Erklärung: Weil weniger Fahrzeuge die Abend- und Nachtruhe in der Flur störten, wagte sich das Wild näher an die Straßen.

Weniger Alkohol im Spiel

Erfreulich hingegen: Bei nur noch 35 Unglücken war Alkohol im Spiel (2019: 48).

Ein interessanter Unterschied tut sich beim Blick auf die Zuständigkeitsbereiche der drei Polizeiinspektionen auf. Während die Dienststellen in Donauwörth und Rain um fast ein Viertel weniger Unfälle aufnahmen, betrug das Minus im Ries gerade mal neun Prozent. Dies lag vor allem daran, dass es dort auf den Bundesstraßen (B25, B29 und B466) immer noch 284-mal schepperte, was einen Rückgang um lediglich drei Prozent bedeutete.

Ein trauriger Fakt

Traurig stimmt 2020, dass laut Statistik im Donau-Ries-Kreis acht Personen durch Verkehrsunfälle ums Leben kamen. 2019 waren es noch fünf gewesen. Blicke man auf die teilweise schicksalhaften Umstände, unter denen die tödlichen Unfälle passierten, sei diese Zahl nur schwer beeinflussbar, so der Verkehrsexperte.

Roßmanith zufolge gab es im Vorjahr im Landkreis sogar neun Tote, jedoch werde eine ältere Frau, die nach einem Sturz auf einem Gehweg in der Donauwörther Parkstadt starb, aufgrund der statistischen Regularien nicht in der Bilanz aufgeführt.

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