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29.01.2014

Die Bürgermeister sind geladen

Dunkle Wolken über der Stromtrasse – auch wenn sie noch gar nicht steht (das Bild wurde andernorts aufgenommen). Doch die Masten und eventuelle Auswirkungen auf Mensch und Natur lassen die Bürger und Bürgermeister aufhorchen.
Bild: dpa

Mit Blick auf die Planungen zu den neuen Hochspannungsleitungen zeigen sich die Rathauschefs irritiert und teils erbost. Heute findet ein Gespräch bei Landrat Rößle statt

Donauwörth Sie sollen bis zu 70 Meter messen und quer durch die Region führen – die Masten der geplanten Gleichstromleitung zwischen Bad Lauchstädt in Sachsen–Anhalt und Meitingen. In acht Jahren bilden sie eine der drei deutschen „Stromautobahnen“ für die Energiewende. Heute besprechen sich die Bürgermeister mit Landrat Stefan Rößle in Donauwörth, wie man in der Region künftig mit dem Großvorhaben umgeht. Eines zeichnet sich schon jetzt ab: Es wird schwer sein, in der Region mit einer Stimme zu sprechen – keine Kommune will die Leitungen direkt vor der Haustüre haben.

Bäumenheims Bürgermeister Otto Uhl macht die Stromtrasse zu schaffen. Ob Vertreter des Bauernverbandes oder (möglicherweise) betroffene Bürger – die Menschen kommen erzeit besorgt in sein Büro. Allesamt wollen sie Details zu den Bauplänen des Netzbetreibers Amprion. Uhl sagt: „Die Planungen, die aktuell vorliegen, sind ziemlich diffus. Es wäre interessant, wenn wir einen genauen Verlauf der Trassenplanungen kennen würden.“ Die Karten, die bis dato vorliegen, seien nach wie vor zu vage: Die Skizzen lassen noch immer einen Spielraum von einem Kilometer in der Breite. Unterdessen habe Uhl begonnen, die von der geplanten „Vorzugstrasse“ möglicherweise betroffenen Bäumenheimer Grundstückseigner zu informieren. Viel könne er ihnen aber noch nicht sagen: „Uns liegen spärliche Informationen vor.“ Zuletzt habe ihn ein besorgter Bauer angesprochen, der einen Scheunenbau plane – das Errichten eines Gebäudes unter einer Leitung wäre so gut wie ausgeschlossen.

Mertingens Rathauschef Albert Lohner will sich angesichts der für heute anberaumten Besprechung bei Landrat Rößle noch nicht eindeutig pro oder contra Trasse positionieren. Eine Hauptfrage für Mertingen bestünde in der Frage, ob die Leitungen östlich oder westliche der B2 gebaut würden – „aber so wie die Pläne derzeit vorliegen, weiß ich nicht, wo die Trasse genau verlaufen soll“.

Überhaupt gibt es ja noch die sogenannte Alternativtrasse über Thierhaupten. Würde diese realisiert werden, wären zwar Genderkingen, Oberndorf, Mertingen und Bäumenheim „aus dem Schneider“ – dafür träfe es Münster. Gerhard Pfitzmaier ist der dortige Rathauschef. Er spricht Klartext: „Man hat uns bereits bei der letzten Amprion-Veranstaltung verkohlt.“ Kurz vor Weihnachten hatte das Dortmunder Unternehmen in Meitingen einen Infoabend veranstaltet. Damals habe man geäußert, es gebe noch keine genauen Trassenverläufe, berichtet Pfitzmaier – „und dann, schon Mitte Januar, existieren ganz plötzlich Pläne“. Der Bürgermeister meint, dass der Standort des Leitungsendpunktes, des Konverters, „der Dreh- und Angelpunkt“ für den Verlauf der Trasse sein werde: „Die suchen nach einem Konverter-Standort und je nachdem, wo der stehen wird, die Gemeinden bekommen dann die Trasse.“

Donauwörth scheint nach aktuellem Stand weder von der Vorzugs- noch von der Alternativtrasse direkt betroffen. Nach den ursprünglichen Überlegungen wäre das anders gewesen. Wenn nämlich die Trassenführung bereits in Franken an der B2 entlang verlaufen wäre – „dann wären Teile Riedlingens und Wörnitzsteins betroffen gewesen“, so Oberbürgermeister Armin Neudert. Beide nun anberaumten Verläufe berühren laut Neudert aber nicht die Donauwörther Flur. „Trotzdem sind wir vorsichtig, ob sich die Planungen nicht wieder ändern“, betont Neudert. Es werde indessen schwer, im Landkreis mit einer Stimme zu sprechen – jede Kommune kämpfe darum, die Trasse nicht zu bekommen. Neudert: „Die Lage ist schwierig. Ich werde mich klar für die Belange der Stadt Donauwörth einsetzen.“ Donauwörth fange bereits vielfältige Belastungen auf, etwa durch den Auto- Bahn- und Flugverkehr. "Kommentar

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