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Veränderung

08.08.2011

Eigentlich will ich ja bloß singen

Diplomkirchenmusiker Manuel Kundinger studiert zukünftig in Wales.
Bild: Foto: bks

Manuel Kundinger beginnt ein Elitestudium an der Wales International Academy of Voice

Donauwörth Die sonntäglichen Gottesdienst- und Orgelmatinéebesucher der katholischen Stadtpfarrkirche Christi Himmelfahrt in der Parkstadt bekamen am vergangenen Wochenende aus dem Munde des Stadtpfarrers Wyrwich eine Neuigkeit zu hören, die zum einen den Anlass der im Anschluss an den Gottesdienst stattgefundenen Orgelmatinée erklärte und die zum anderen bei vielen Anwesenden, nicht nur den Mitgliedern des Kirchenchores, eine gewisse Wehmut ausgelöst haben dürfte. Der langjährige Kirchenmusiker der Parkstadtgemeinde – Manuel Kundinger – gibt die beruflich-musikalischen Verpflichtungen in seiner Heimatstadt Donauwörth sowie an seinem derzeitigen Wohnort München auf und verabschiedete sich darum mit einem bewegenden Orgelkonzert von „seiner“ Gemeinde.

Wohldurchdacht

Doch es ist keine momentane Laune des Musikers, die ihn zu diesem Schritt veranlasst. Es ist im Gegenteil ein wohldurchdachtes Unterfangen und vor allem eine Riesenchance für Manuel Kundinger, die ihn aus Donauwörth, aus München, aus Bayern, aus Deutschland, gar vom Kontinent wie es die Engländer ausdrücken würden, hinwegzieht nach Großbritannien, nach Wales, nach Cardiff, um dort an einem Elitestudiengang an der „Wales International Academy of Voice“, die der University of Wales angegliedert ist, teilzunehmen.

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Doch wie kam es dazu? Seit einigen Jahren schon widmet sich Kundinger, der in Augsburg und Berlin zudem Meisterklassen im Konzertfach Orgel absolviert hat, auch dem Studium des Gesangs.

Dass er als Baritonsänger großes Talent hat, davon konnten sich bereits viele Menschen aus der Region bei Kundingers Gesangsabenden in Donauwörth und Umgebung überzeugen. Auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung vielleicht noch nicht überall angekommen ist, dass in dem jungen Mann, der sich in der Alten Martinskirche in Riedlingen als Zwölfjähriger das Orgelspiel zunächst selbst angeeignet hatte, mehr als nur ein guter Kirchenmusiker steckt, sondern ein heute weit gereiftes, außerordentliches musikalisches und gesangliches Talent.

Und genau das fiel jüngst dem international erfolgreichen Tenor Dennis O’Neill auf, seines Zeichens Leiter der „Academy of Voice“, als er Kundingers Gesangsaufnahme hörte. Der hatte sich damit bei dem „Commander of the British Empire“ eigentlich nur als „privater“ Gesangsschüler empfehlen wollen und wurde zu seiner eigenen Überraschung sogleich für das Elitestudium mit handverlesenem Teilnehmerkreis von 20 Studenten ausgewählt. So wird sich Manuel Kundinger ab Mitte September für neun Monate dem intensiven Studium von Oper, Lied und Oratorium widmen, unter anderem von keiner geringeren als Kiri Te Kanawa unterrichtet werden und daneben in zahlreichen Auftritten das tun, was er am liebsten tut.

Denn: „Eigentlich will ich ja bloß singen“, meint Kundinger im Gespräch und bekommt nun reichlich Gelegenheit dazu. Wünschen wir ihm Glück und Erfolg dafür.

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