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Genderkingen/Augsburg

04.12.2019

Ein Genderkinger war der erste Wald-Biobauer in Bayern

Stefan Kolonko ist seit mehr als 20 Jahren als Förster beim Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum für die Waldgebiete im Wasserschutzgebiet Genderkingen im Lech-Donau-Winkel tätig. Regierungspräsident Erwin Lohner (links) hat ihn dafür ausgezeichnet. 
Bild: Meyer, Regierung von Schwaben

Stefan Kolonko wird vom Regierungspräsident Lohner geehrt. Er hat den Auwald im Landkreis Donau-Ries im Blick und bereitet ihn auf den Klimawandel vor. 

Wer wissen will, wo im Wald bei Genderkingen die Märzenbecher in Hülle und Fülle blühen, der fragt ihn: Stefan Kolonko, Förster beim Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum. Er kennt die Auwälder entlang der Donau und des Lechs wie seine Westentasche.

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Von der Regierung von Schwaben ist er jetzt für sein über 20 Jahre lang aktives, ehrenamtliches Engagement für FFH-Gebiete im Landkreis Donau-Ries ausgezeichnet worden. Kolonko betreut seit Jahren das Gebiet der Donau mit Jurahängen zwischen Leitheim und Neuburg und das Vogelschutzgebiet Donauauen zwischen der Lechmündung und Ingolstadt.

Unter der Bezeichnung „Natura 2000“ wird europaweit ein Netz bedeutender Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) und EU-Vogelschutzgebiete eingerichtet, das die aus europäischer Sicht besonders schutzwürdigen Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume bewahren soll.

Ein Genderkinger war der erste Wald-Biobauer in Bayern

Vorreiter der ökologischen Waldnutzung

Regierungspräsident Erwin Lohner zeichnete Kolonko am Dienstag mit aus. Er nannte den Genderkinger einen der ersten „Wald-Biobauern“ in Deutschland: der von Kolonko bewirtschaftete Auwald ist anerkannter Biowald – und er war einer der Vorreiter, um die ökologische Waldnutzung nach den Naturland-Richtlinen zu zertifizieren. Und die Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum war einer der wenigen Grundeigentümer in Bayern, der sich aktiv darum bemüht hat, dass ihre Flächen als FFH-Gebiet ausgewiesen werden – mit Erfolg. Große Teile des Forstreviers sind FFH- und Vogelschutzgebiet. „Das ist eine Sichtweise, die hoffentlich Schule macht: Natura 2000 als Gü-tesiegel für nachhaltige Bewirtschaftung“, so Lohner.

In seinem Auwald stehen Raritäten wie die Elsbeere, Wildäpfel und Mehlbeere

Kolonko ist seit mehr als 20 Jahren als Förster beim Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum für die Waldgebiete im Wasserschutzgebiet Genderkingen im Lech-Donau-Winkel tätig. Ihm ist es ein großes Anliegen durch vorbildliche, naturnahe Waldbewirtschaftung einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Wald zu leisten. „Wesentliches Augenmerk legt er dabei vor allem auf die Naturverjüngung und dabei auch auf die Regulierung des Wildbestands“, so Lohner. Es sei Kolonko gelungen, einen artenreichen Mischwald mit rund 30 Baumarten, darunter auch Raritäten wie Wildäpfel, Elsbeere, Mehlbeere und Walnuss aufzubauen. Von Naturschützern wurden diese Aktivitäten teilweise kritisch beäugt. Aber der Lauf der Dinge gab ihm Recht – in Zeiten des Klimawandels werde man gerade im Auwald um eine gewisse „waldbauliche Kreativität“ nicht herumkommen, so Lohner in seiner Laudation.

Kolonko ist einer der Pioniere in Fragen umweltfreundlicher Mobilität: bereits 2005 hat er einen Pendelverkehr über den Lech eingerichtet – mit einem selbst gebauten Floß – als Beitrag zur Umweltbildungs-Kampagne des Projektes Lebensraum Lechtal. Das sei eine der bestbesuchten schwäbischen Umweltbildungsaktionen aller Zeiten gewesen. (pm)

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