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Gedenktag

20.09.2019

Ernst Steinackers Erbe lebt fort

Seinen 100. Geburtstag hätte der überregional bedeutende Künstler Ernst Steinacker heuer. In Erinnerung an sein Werk veranstaltet seine Tochter Annette Steinacker-Holst ein Symposium.
Bild: Annette Kradisch

Der Wemdinger Künstler hätte heuer seinen 100. Geburtstag. In Erinnerung an seine große Persönlichkeit gibt es ein Symposium im Kunstmuseum Wemding, das am Sonntag in die Ausstellung „Menschenbild“ mündet.

Einer der großen Söhne der Stadt Wemding, der Künstler Ernst Steinacker (1919-2008) würde heuer am 6. November seinen 100. Geburtstag feiern. Im März 2008 starb er im Alter von 88 Jahren – doch sein Erbe lebt weiter fort. Unsterblichkeit hat Ernst Steinacker bereits zu Lebzeiten mit seinen zahlreichen Werken erlangt. Allein 40 davon sind in der Wallfahrtsstadt auf öffentlichem Raum zu besichtigen. 1953 schuf er den steinernen Unterbau des Gnadenaltars, 20 Jahre später die Andachtssteine, die von Wemding zur Wallfahrtskirche hinausführen.

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Doch nicht nur in seiner Heimatstadt hat Steinacker Spuren hinterlassen: In Auhausen gestaltete er das West-Portal der Klosterkirche in Bronze, für die Donaubrücke in Dillingen schuf er ein großes steinernes Schiff. In Heidenheim, Oettingen und Nördlingen sind seine Werke ebenso zu Hause wie in Augsburg, Neuburg/Donau, Rothenburg, Trier und vielen anderen Städten.

Zentrales Motiv seiner Arbeiten sind Engelsgestalten, die die tiefe Religiosität Ernst Steinackers und seine enge Beziehung zu den Himmelswesen zum Ausdruck bringen. So war es, wie er selbst einmal erzählte, auch ein Engel, der ihn vor 25 Jahren an der Hand genommen und zum Schloss Spielberg im mittelfränkischen Gnotzheim geführt habe. Zusammen mit seiner Frau Ingrid und den fünf Kindern Christiane, Johannes, Annette, Leonhard und Veit sanierte er – damals schon 64-jährig – fünf Jahre lang das baufällige Schloss und verwandelte es in eine Stätte der modernen Kunst, in ein Museum und kulturelles Zentrum gleichermaßen. Dort befand sich auch sein Atelier. Rund ums Schloss befindet sich ein Skulpturenpark. Sein Sohn Veit Steinacker lebt auf Schloss Spielberg und pflegt das väterliche Erbe.

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In Wemding ist es Tochter Annette Steinacker-Holst, die der Nachwelt das Wirken ihres Vaters lebendig erhält. Sie stellt rund 150 seiner Arbeiten im Kunstmuseum Wemding aus.

Ernst Steinackers Vorfahren waren Bauern. 1933 absolvierte er eine Lehre als Steinbildhauer. 1936 besuchte er die Kunstgewerbeschule (Holz) in München. Von 1939 bis 1945 war er Kriegsteilnehmer im Osten. Von 1948 bis 1953 besuchte er die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (zusammen mit Hajek und Jürgen Weber). Ab 1953 entstanden eigene Werke in Bronze, Stein und Holz. Von 1975 an gestaltete er Engel, die idealerweise auf einem Hügel und über Weizenfeldern stehen sollten, „nahe dem Himmel“.

1999 bis 2000 entstand der Gemäldezyklus Freude der Auferstehung im Kloster Heidenheim. Er gestaltete auch die Domportale in Augsburg und Trier sowie 2003 das neue Bronzeportal für die evangelische Klosterkirche in Auhausen.

Steinacker war Jury-Mitglied in der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft und im Haus der Kunst in München. Weiterhin war er Mitglied in der Deutschen Gesellschaft Christlicher Kunst.

Um an Ernst Steinacker zu erinnern, gibt es an diesem Wochenende ein Künstlersymposium im Kunstmuseum Wemding. Das Thema lautet: „Das Menschenbild von Ernst Steinacker“. Die Teilnehmer sind: Reinhard Knodt, Philosophie (Berlin); Hans Krauss-Hübner, Komposition (Altdorf); Robert Müller-Moa, Bildhauerei, Malerei (Gunzenhausen); Annette Steinacker-Holst, Kuratorin und Malerin (Wemding); Klaus Haas, Virtuelle Kunst-Räume (Nürnberg); Peter Herr, Momoshi-Street-Art (Nürnberg); Cornelia Pfau, Text, Musik 3-Klang-Projekt (Berlin); Natalie Schnider-Lang, Musik (Nyckelharpa) und Bildhauerei (Nördlingen); Heike Stephan, Fotografie und Druckkunst (Löhma); Alois Sailer, Lyriker (Lauterbach); Rainer Herteis, Theologe und Musiker (Wemding); Leonhard Steinacker, Fotografie (Freising). Inspiriert durch die Kunst von Ernst Steinacker setzen die Künstler das Thema „Menschenbild“ in ihrer jeweiligen Kunstrichtung um.

Am letzten Symposiums-Tag am Sonntag, 22. September, 15 Uhr präsentieren die Teilnehmer ihre Resultate der Öffentlichkeit. Diese Sonderausstellung ist bis einschließlich 10. November 2019 jeweils sonntags von 14.30 bis 16.30 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung (0160/4686434) zu besichtigen.

Einbezogen sind ebenso Werke von Regens-Wagner (Inklusionsarbeiten) und Projekte von Kindern, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Das Symposium wird als schöpferische Ideengrundlage für die weiteren Workshops und 3-Klang-Projekte (Musik/Licht/Lyrik) am 6. November in der St. Ulrichskirche in Rudelstetten und am 8. November in der St. Willibaldskirche in Weißenburg dienen. (dz)

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