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Landkreis Donau-Ries

01.04.2020

Folgen von Corona auf den Arbeitsmarkt sind kaum absehbar

Die Agentur für Arbeit in Donauwörth vermeldet derzeit 2500 Anzeigen für Kurzarbeit.
Bild: Manuel Wenzel

Plus Stichtag für die aktuellen Zahlen war der 12. März – also vor den einschneidenden Maßnahmen. Die aktuelle Situation ist freilich eine andere. Über 2500 Anzeigen für Kurzarbeit.

Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, berichtet zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt: „Die Corona-Krise hat unser Leben und unseren Alltag in einem Umfang verändert, wie wir es uns noch vor Kurzem nicht vorstellen konnten. Welche Folgen das auf den Arbeitsmarkt hat, ist schwer abschätzbar.“

Es komme auch sehr darauf an, wie lange die Corona-Krise andauert und wie schnell es den Betrieben möglich ist, wieder in ihr normales Geschäft einzusteigen. „Wir können frühestens ab dem nächsten Monat beginnen, zu bilanzieren und dokumentieren. Zum jetzigen Zeitpunkt geht das noch nicht, da der Stichtag an dem die Daten für den Berichtsmonat März erhoben wurden, der 12. März war.“ Das war vier Tage bevor die Ausbreitung des Virus und in der Folge die Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben.

Rückgang der Arbeitslosigkeit wird sich im April nicht fortsetzen

An diesem 12. März sei von der Krise noch sehr wenig zu spüren gewesen, so Paul. Die einsetzende Frühjahrsbelebung hatte die Arbeitslosigkeit im Donauwörther Agenturbezirk – also die Landkreise Donau-Ries, Dillingen, Günzburg und Neu-Ulm – sinken lassen. 6678 arbeitslose Personen waren insgesamt gemeldet, rund 500 weniger als im Februar, aber um 800 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2. Auch in allen Landkreisen sank bis dahin die Arbeitslosigkeit.

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„Allerdings können wir nicht davon ausgehen, dass sich der Rückgang im April fortsetzt. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen vorerst aus. Die Märzzahlen bilden demnach die aktuelle Situation absolut nicht ab“ betont der Agenturleiter.

Landkreis Donau-Ries: Kurzarbeit ist das vorherrschende Thema

Stattdessen versuchen die Betriebe, zumindest ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. Um einen vorübergehenden Auftrags- oder Absatzmangel zu überbrücken, ist das vorherrschende Thema derzeit Kurzarbeit. Damit soll Arbeitslosigkeit vermieden werden „und es ist gut, dass so viele Betriebe davon Gebrauch machen“.

Auch während der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008/2009 nahmen die Unternehmen Kurzarbeit in Anspruch. „Im Mai 2009, dem Höhepunkt der Nutzung dieser Lohnersatzleistung, bezogen im unserem Agenturbezirk 13.624 Menschen konjunkturelles Kurzarbeitergeld“, berichtet Paul. Damals sei vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen gewesen. „Heute haben wir eine Mischung aus Virus, Strukturwandel und Krise.“ Es gebe kaum Branchen, auf die sich die aktuelle Situation nicht auswirkt. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Zahl der Kurzarbeiter in der Spitze deutlich höher ausfallen wird als vor zwölf Jahren.“

Entwicklung des Arbeitsmarktes nicht vorhersagbar

Eine stabile Datenbasis, auf der diese Entwicklung abgeschätzt werden kann, gebe es noch nicht. Einziger Anhaltspunkt seien aktuell die Anzeigen, die momentan in der Arbeitsagentur eingehen. Aufgrund der Masse an eingegangenen Anzeigen gebe es dazu aber noch keine validen Zahlen. Zum einen sei ein großer Teil noch nicht erfasst, zum anderen können Doppelungen vorliegen, da Arbeitgeber zum Teil über mehrere Kanäle, wie etwa per Mail, über unsere Webseite und telefonisch Kurzarbeit angezeigt haben.

Das muss laut Paul erst abgeglichen und bereinigt werden. „Es ist daher verständlich, dass angesichts der hohen Dynamik aktuell keine Antwort auf die Frage, wie sich der Arbeitsmarkt und die Kurzarbeit jetzt entwickeln, möglich ist.“ Bis zum Ende vergangener Woche lagen der Agentur für Arbeit Donauwörth über 2500 Anzeigen für Kurzarbeit vor. Genaue Informationen zur Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer gibt es erst, wenn diese vollständig erfasst sind.

Existenzsicherung hat oberste Priorität

Paul betont: „Die Existenzsicherung für Betriebe und Arbeitnehmer hat in der derzeitigen Situation oberste Priorität. Die Geldleistungen müssen schnell fließen und dafür haben wir unsere Organisation innerhalb einer Woche komplett umgestellt. Die besonders geforderten Bereiche wurden personell aufgestockt. Mitarbeiter aus der Arbeitsvermittlung oder der Berufsberatung unterstützen bei der Telefonie, der Beratung von Unternehmen zu Kurzarbeit oder bei der Abarbeitung der eingegangenen E-Mails.“

Für eine bessere Erreichbarkeit wurden für Arbeitsagentur und Jobcenter zusätzliche lokale Telefonnummern eingerichtet. (pm)

Service-Rufnummern der Arbeitsagentur und der Jobcenter (Hartz IV) auf einen Blick: Agentur für Arbeit: Arbeitnehmer (Überregionale Hotline) 0800/4555500; Arbeitnehmer (Zusatzhotline für DON, DLG, GZ, NU) 0906/788333; Arbeitgeber 0800/4555520; Familienkasse 0800/ 4555530; Jobcenter/Hartz IV: Jobcenter Donau-Ries 0906/788 770.

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