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Landkreis Donau-Ries

15.01.2019

Nach Datenklau: Sind die Computer sicher?

So geht das Hacken von Schaltsystemen via Internet freilich nicht – doch der Begriff „hacken“ sagt nicht zu Unrecht aus, dass Manipulationen über Computernetze erheblichen Schaden anrichten können. Zuletzt hackte und veröffentlichte ein 20-Jähriger die Daten Hunderter Bundespolitiker.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa

Plus Nach dem Angriff auf persönliche Daten von Bundespolitikern ist eine Sicherheitsdebatte entbrannt. Landtagsabgeordnete aus der Region sehen Nachholbedarf.

Wenn es nicht um massive Sicherheitslücken gehen würde – die Sache klänge schier lächerlich: Ein 20-jähriger Schüler hackt mutmaßlich am heimischen Computer wichtige Daten von Bundestagsabgeordneten. Auch Ulrich Lange aus Nördlingen war betroffen (wir berichteten). Wie gehen Politiker aus der Region nach dem Hackerangriff jetzt mit ihren Daten um? Reichen die bisherigen Maßnahmen aus um einen Schutz zu garantieren?

Wolfgang Fackler (CSU): Die Behörden tun viel für die Sicherheit

Wolfgang Fackler (CSU) vertritt den Landkreis Donau-Ries im Bayerischen Landtag. Der ist von einem erfolgreichen Hackerangriff zwar bislang verschont gebleiben, das Thema werde aber freilich dieser Tage eingängig diskutiert, berichtet der Abgeordnete aus dem Donauwörther Stadtteil Berg: „Die Datensicherheit steht weit oben auf der politischen Agenda. Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben.“ Dabei stehe gar nicht einmal ein Angriff auf die Daten von Politikern im Vordergrund, sondern vielmehr der Schutz von sensibler Infrastruktur wie etwa Kraftwerke und Krankenhäuser. Trotz offener Fragen in diesem Bereich unterstreicht der Abgeordnete, dass die Vertreter dieser Institutionen sich der möglichen Angriffe aus dem Internet auf Computernetzwerke und Steuerungssysteme bewusst sind und das Mögliche dagegen tun.

Der aus Nordkorea gesteuerte Computerwurm „Wannacry“ ließ im vergangenen Jahr bei Internetnutzern in aller Welt den Atem stocken. „Die Vorsicht ist in den sensiblen Bereichen sehr ausgeprägt“, beruhigt Fackler. Doch er erklärt auch, dass es hinsichtlich des Schutzes der Daten bei der Digitalisierung im Öffentlichen Dienst „noch viel zu diskutieren“ gebe. Es existierten zwar gesetzliche Regelungen, doch diese müssten eben ständig auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Der Christsoziale berichtet weiter, dass der Landtag Probleme mit der Datensicherheit auf den Rechnern und Servern ernst nehme. Es gebe sogenannte Sicherheits-Audits, bei welchen die Systeme regelmäßig überprüft würden. Der aktuelle Hackerangriff habe ihm, so Fackler, jedoch erneut vor Augen geführt, wie wichtig beispielsweise eine konstante Änderung der Passwörter im digitalen Bereich ist.

Lesen Sie auch: Datenklau: Was Politiker Ulrich Lange nun ändern wird

Ulrich Singer (AfD): Rechensysteme sind leichte Ziele für Internetkriminelle

Ähnlich sieht es Ulrich Singer, Anwalt in Wemding, der für die AfD im Landtag sitzt. Er werde nun seine Passwörter vorsorglich öfter wechseln. Der Angriff sei in der Tat besorgniserregend: „Die Internettechnik beinhaltet viele offene Türen.“ Mitunter seien Rechensysteme via Internet derzeit „leichte Ziele für Angreifer“. Singer fordert, dass Abgeordnete mit sicheren Rechnern ausgestattet werden müssten. Man wisse schon lange, dass beispielsweise mit Passwörtern eher schlampig umgegangen werde. Auch Singer unterstreicht, dass ein Hacking auf persönliche Profile in den sozialen Medien weit weniger problematisch sei als ein Angriff etwa auf sensible politische Daten wie etwa anstehende Petitionen und ähnliches. Auf der aktuellen Klausur der Landtags-AfD werde man sich diesem Thema eigens widmen.

Eva Lettenbauer (Grüne): Der Bund hat vieles verschlafen

Eva Lettenbauer (Grüne), Landtagsabgeordnete aus dem Daitinger Ortsteil Reichertswies findet, dass weder Bund noch Land bislang genug für die Datensicherheit im digitalen Bereich tun. Vor allem auf Bundesebene stehe es „sehr schlecht um die IT-Sicherheit“. Ihre Partei mahne die Probleme „immer wieder an“. Doch der Staat hechle den Hackern hinterher, es bestehe „dringender proaktiver Handlungsbedarf“ – so bräuchte es sogenannte „Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen“ in allen Institutionen. Das bedeutet, sämtliche Inhalte bekommen nur Sender und Empfänger unverschlüsselt zu sehen. Für alle externen Zugriffe außer den beiden kommunzierenden Emailadressen bestünden demnach sichere Verschlüsselungen. Persönlich nehme sie die Datensicherheit sehr ernst – Lettenbauer erklärt, dass sie komplett verschlüsselte 20-stellige Passwörter verwende – freilich ändere sie diese regelmäßig. "

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hackings: Der Staat hinkt noch hinterher

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