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Landkreis Donau-Ries

25.03.2020

Speichel auf den Kuverts: Wird am Sonntag ausgezählt?

Schon beim ersten Durchgang der Landratswahlen im Unterallgäu haben viele Bürger die Briefwahl genutzt. Bei der Stichwahl bekommen jetzt alle Wähler die Unterlagen automatisch zugeschickt.
Bild: Maria Schmid

Plus Die Umschläge mit den Stimmzetteln sind per Spucke zugeklebt. Darauf kann sich das Coronavirus befinden. Wie die betroffenen Kommunen mit der Situation umgehen.

Der Urnengang am Wahlsonntag gilt in Zeiten von Corona als zu gefährlich – das ist hinreichend bekannt. Zu viele Menschen könnten aufeinandertreffen und den Krankheitserreger weitergeben. Bleibt nur die Briefwahl. Aber wie sicher ist die? Etwa für Wahlhelfer? Sie birgt zumindest ein Risiko in sich, das es notwendig macht, das Auszählen der Stimmen in den Stichwahl-Kommunen zu hinterfragen: die Gefahr nämlich, die im Speichel steckt, mit dem die Kuverts wohl in den meisten Fällen zugeklebt wurden. Denn über die Spucke kann das Coronavirus übertragen werden.

In Neuburg wird 24 Stunden mit dem Öffnen der Briefumschläge gewartet

Die Nachbarstadt Neuburg wird aus diesem Grund ihre Stichwahl nicht komplett am Sonntagabend auszählen. Sie will mindestens 24 Stunden zwischen dem Einwurf der Umschläge und dem Öffnen der Kuverts verstreichen lassen – eine Zeit, nach der sich das Virus nicht mehr auf Papier oder Karton nachweisen lässt, so sagen Experten. Das Ganze passiert dort in Absprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt.

Wie sehen das die sechs Kommunen, die im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung Stichwahlen haben? Wir haben nachgefragt.

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Ergebnis in Donauwörth - definitiv am Sonntag

Für die Stadt Donauwörth wird es nach Auskunft des Wahlamtes noch am Sonntagabend definitiv ein Ergebnis der OB-Wahl geben. Dort lässt man laut Pressesprecherin Annegret Feist besondere Sicherheitsmaßnahmen walten: Auszählung in separaten Räumen mit großen Sicherheitsabständen, bereitgestellten Desinfektionsmöglichkeiten und Einmalhandschuhen. Alle nicht zur Auszählung benötigten ehrenamtlichen Helfer werden schriftlich von ihrer Aufgabe befreit.

Rains Zweiter Bürgermeister Leo Meier: "Wir nehmen die Situation sehr ernst"

Die Stadt Rain hat bis dato keine endgültige Entscheidung getroffen, sondern wartet noch ein entsprechendes Schreiben des Gesundheitsministeriums ab. Zweiter Bürgermeister Leo Meier: „Wir nehmen die Situation jedenfalls sehr ernst und würden uns wünschen, dass die Wähler ihre Wahlunterlagen – wenn möglich – bereits bis Samstag, 16 Uhr, im Rathaus einwerfen, das würde organisatorisch vieles erleichtern. Und dann haben wir auf jeden Fall am Sonntagabend ein klares Ergebnis – wenn es sich auch vielleicht noch nicht um das amtliche Schlussergebnis handelt.“ In Rain wird es am Sonntag zwischen 12.30 und 14.30 Uhr noch eine Sonderöffnungszeit geben für die wenigen Bürger, die glaubhaft versichern, trotz der rechtzeitigen Versendungen durch das Rathaus keine Wahlunterlagen zugestellt bekommen zu haben.

Schutzausrüstung für die Auszähler in Harburg

Nach derzeitiger Planung wird die Stadt Harburg sämtliche Briefwahlunterlagen am Sonntag ab 18 Uhr öffnen und auszählen. „Es ist nach Auskunft maßgeblicher Fachleute praktisch ausgeschlossen, dass das Virus über die Briefwahlunterlagen vom Wähler auf den Auszähler übertragen werden kann“, sagt Geschäftsleiter Werner Nothofer. „Darüber hinaus werden wir zudem eine persönliche Schutzausrüstung (Einmalhandschuhe) für die Auszähler bereitstellen.

Desinfektionsmaßnahmen in Monheim

In der Stadt Monheim zählen am Wahlsonntag ab 18 Uhr jeweils fünf Wahlhelfer in fünf Briefwahlbezirken in verschiedenen, größeren Räumen aus. Desinfektionsmaßnahmen sind vorgesehen. Das teilt Bürgermeister Günther Pfefferer mit. Das Wahlergebnis (auch von Buchdorf) wird dann nach Eintreffen der Schnellmeldungen ab etwa 18.30 Uhr auf der Homepage www.monheim-bayern.de eingestellt. Das Rathaus bleibt geschlossen.

Auszählung in fünf Briefwahllokalen in Bäumenheim

Auch in Bäumenheim wird nach aktuellem Kenntnisstand noch am Sonntagabend alles ausgezählt. „Natürlich gelten hier wegen der Coronavirus-Krise erhöhte Vorsichts- und Schutzmaßnahmen“, lässt Bürgermeister Martin Paninka wissen. Ausgezählt wird in fünf statt bislang in drei Briefwahllokalen. In der Schmutterhalle werden vier Teams auszählen, im Rathaussitzungssaal ein Team. Die Teams der Schmutterhalle werden auf die drei verschiedenen Hallenabschnitte und das Foyer aufgeteilt.

Die Trennwände haben unten zu bleiben, um unnötigen Kontakt zueinander zu vermeiden. Teamübergreifende Arbeit wird untersagt und der Kontakt mit anderen Teams soll, soweit es möglich ist, vermieden werden. Sollte sich ein Kontakt nicht vermeiden lassen, sind der Abstand von mindestens eineinhalb Metern zu wahren und Körperkontakt zu vermeiden. Beim Auszählen besteht die Pflicht zur Verwendung von Einweghandschuhen. Desinfektionsmittel werden bereitstehen. „Wenn wir rechtzeitig noch Mundschutz bekommen, werden wir diesen an die Wahlhelfer verteilen“, so Paninka.

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