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26.03.2015

Wenn Unfälle ratlos machen

Im vergangenen Jahr hat es im Landkreis 3455 Mal gekracht.
Bild: Widemann

Viele der tödlichen Unglücke im Landkreis sind nicht erklärbar. Aber es gibt auch einen erfreulichen Trend.

Einmal pro Jahr setzen sich Vertreter der Polizei, von Straßenbau-Behörden und anderen Institutionen, die mit dem Verkehr im Donau-Ries-Kreis zu tun haben, in Donauwörth an einen Tisch, um über die Unfallentwicklung und daraus resultierende Konsequenzen zu sprechen. Oberstes Ziel dieser Runde ist laut Magnus Kastenhofer, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei für den Landkreis, die Zahl der tödlichen Unfälle zu verringern. Das ist in den vergangenen Jahren ganz gut gelungen. 2014 gab es zum dritten Mal in Folge weniger als zehn Todesopfer. Diesmal waren es acht.

Weil aber jeder einzelne Fall eine Tragödie darstellt, nimmt Kastenhofer jedes einzelne Unglück nochmals unter die Lupe. Die Hoffnung, neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie ein solcher Unfall künftig vermieden werden könnte, ist – was das vorige Jahr anbetrifft – nicht sehr hoch. Von den Verursachern waren die meisten in einem Alter, in dem weder mangelnde Fahrpraxis noch die Gebrechen des Alters eine Rolle spielen sollten.

Bei vier von acht Unglücken, die tödlich endeten, taucht in der Statistik folgende Hauptursache auf: falsche Straßenbenutzung. „Es ist kaum in den Griff zu kriegen, wenn einer auf freier Strecke nach links in den Gegenverkehr gerät“, stellte Kastenhofer fest. Die Gründe, warum dies geschieht, seien oft nicht mehr zu ermitteln. Daher sei er ein Stück weit ratlos, wie diese Katastrophen zu verhindern sind.

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Eine Vermutung, warum Verkehrsteilnehmer plötzlich auf die Gegenfahrbahn geraten, hat Helmut Beyschlag, Direktor des Amtsgerichts Nördlingen: Die Fahrzeuge seien mit immer mehr technischen Möglichkeiten ausgestattet. Dadurch wachse die Gefahr, dass der Fahrer abgelenkt werde, beispielsweise durch das Navigationssystem.

Für den Landkreis gibt es aber auch Positives zu vermelden: Die Altersgruppe der Fahranfänger verursacht immer weniger schwere Unfälle. 2014 waren die 18- bis 24-Jährigen nur noch für 201 von 1490 Karambolagen verantwortlich, die entweder hohen Sachschaden, Verletzte oder gar Tote zur Folge hatten. Auch Landrat Stefan Rößle wertete diese Tatsache als erfreulich. Die Entwicklung habe eine Reihe von Gründen, glaubt Rößle. Einer davon: „Die junge Generation ist schon ein Stück weit verantwortungsbewusster geworden.“

Hinzu kämen zum Beispiel Präventionsmaßnahmen, das 50:50-Projekt und der Kneipenbus. Der Landrat dankte allen, die sich bei diesem Thema einbringen. Bezüglich der Verkehrsunfälle allgemein schilderte Helmut Beyschlag aus seiner beruflichen Praxis eine bedenkliche Entwicklung: „Der durchschnittliche Verkehrsteilnehmer ist schwer bereit, einen Fehler, den er begeht, zu akzeptieren.“ Vielen Unfallverursachern falle es vor Gericht schwer, einfach zuzugeben, dass sie einmal nicht aufgepasst haben.

Bei Radfahrern werde, so befürchtet Beyschlag, die Zahl der Unfälle weiter steigen. Zum einen sei ein Teil der Radler immer sportlicher, also auch immer schneller unterwegs, zum anderen stellten zunehmend Hochbetagte, die dem Straßenverkehr nicht mehr gewachsen seien, eine Gefahr dar. Im vorigen Jahr kamen im Landkreis zwei Radfahrer ums Leben. Radler waren insgesamt an 108 Unfällen beteiligt.

Günter Nürnberger von der Straßenmeisterei Nördlingen merkte an: „Es wäre sinnvoll, wenn man mehr auf die Lastwagen schauen würde.“ Es falle vor allem auf der B25 mit ihren Zusatzspuren auf, dass viele Lkw zu schnell unterwegs seien – zum Teil mit fast 100 Stundenkilometern statt der erlaubten 60.

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