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Donauwörth

21.08.2015

Wird die Südspange ausgebaut?

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Auf dem Abschnitt zwischen Riedlingen/Kreisverkehr und der Donaubrücke herrscht auf der Südspange dichter Verkehr.
Bild: Widemann

An der Bundesstraße 16 soll das Gewerbegebiet erweitert werden. Stadt und Staatliches Bauamt wollen auch über Knotenpunkt mit der Industriestraße sprechen.

Die B16 zwischen Riedlingen/Kreisverkehr und der Donaubrücke südlich von Donauwörth wird möglicherweise neu ausgebaut. Die Große Kreisstadt und das Staatliche Bauamt Augsburg wollen sich demnächst zusammensetzen und über ein solches Projekt beraten. Zu diesem gehört auch der Ausbau des Knotenpunkts von Südspange und Industriestraße.

Der Donauwörther Stadtrat hat beschlossen, dass die weitere Vorgehensweise bei einem Termin abgeklärt werden soll. Die Kreuzung an der Industriestraße war bereits vor einigen Jahren ein Thema. Grund: Dort bilden sich morgens und abends Staus, da viele Beschäftigte der Firma Airbus Helicopters über diesen Weg zur Arbeit beziehungsweise wieder nach Hause gelangen.

Dass der Bau einer sogenannten höhenfreien Anschlussstelle noch nicht verwirklicht wurde, liegt an den immensen Kosten. Vorsichtige Schätzungen gehen – so Informationen aus der Stadtverwaltung – von sieben bis acht Millionen Euro aus. Ein großes Problem: Die Durchfahrt der Industriestraße unter der B-16-Brücke weist lediglich eine Höhe von 3,20 Meter auf. Würde die Straße dort tiefer gelegt, wäre wegen der Lage direkt neben der Donau eine Grundwasserwanne nötig.

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Wieder aktuell wurde das Thema, weil die Stadt das Gewerbegebiet an der Südspange um 15,5 Hektar erweitern möchte. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens hatten Behörden und Privatleute jetzt erstmals die Möglichkeit, sich zu dem Gebiet zu äußern. Der erste Planentwurf sieht einen weiteren Anschluss an die Bundesstraße vor. Einen solchen lehnt das Staatliche Bauamt jedoch kategorisch ab. Angesichts der aktuellen Verkehrssituation erklärt das Amt: „Eine leistungsfähige Anbindung der Industriestraße an die B16 erscheint dringend notwendig.“

Den Vorschlag der Behörde, die Sache zu besprechen, stieß im Stadtrat auf offene Ohren. Man wolle gemeinsam eine Lösung entwickeln. Diese könnte dann mit einem eigenen Verfahren baurechtlich gesichert werden.

Was das Gewerbegebiet an der Südspange betrifft, meldete sich die Firma Airbus Helicopters zu Wort. Unmittelbar auf der anderen Seite der Bundesstraße befindet sich der Hubschrauber-Flugplatz des Unternehmens. Dieses weist darauf hin, dass der Himmel über dem künftigen Baugebiet zum Teil als An- und Abflugstrecke für den Flugverkehr diene. Nach Auffassung von Airbus Helicopters verbietet sich dort die im Planentwurf vorgesehene Möglichkeit, auch Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonal, Betriebsinhaber oder -leiter zuzulassen. Dem Stadtrat zufolge soll in diesem Punkt das Ergebnis eines Schallschutzgutachtens abgewartet werden. Die Flugsicherheit wird den Vertretern der Kommune zufolge durch das Gewerbegebiet gewahrt.

Das Wasserwirtschaftsamt spricht in seiner Stellungnahme den möglichen hohen Grundwasserstand im Bereich der Fläche an. Keller sollten dort wasserdicht gebaut werden, empfiehlt die Behörde. Die stellt andererseits fest, dass das Planungsgebiet von einem Hochwasser der Donau und der Kessel nicht berührt werde. Diese Aussage stellte Stadtrat Josef Reichensberger (Junge Bürger) heraus, denn: „Benachbarte Gemeinden glauben, wir bauen in ein Hochwassergebiet rein.“ Wiederholt habe sich die Stadt diesbezüglich Vorwürfe anhören müssen. Es müsse deshalb unterstrichen werden, dass dies nicht der Fall sei. Oberbürgermeister Armin Neudert pflichtete bei und merkte zu den Vorhaltungen aus der Nachbarschaft an: „Auch wenn etwas wiederholt wird, muss es nicht richtig sein.“

Kritisch sieht der Bund Naturschutz die Erweiterung des Gewerbegebiets. Die Organisation kommt wegen des hohen Grundwasserstands zu dem Schluss: „Es ist unverantwortlich, ein solch anfälliges Gebiet weiter zu bebauen.“ Stadtrat Gustav Dinger (ÖDP) bezeichnete den Entwurf in seiner vorgelegten Form als „ärgerlich“. OB Neudert und geschäftsleitender Beamter Richard Lodermeier stellten klar, dass es sich erst um die erste Auslegung gehandelt habe. Die Pläne würden – was völlig normal sei – noch überarbeitet und erneut ausgelegt.

Letztlich stimmten alle Räte zu, das Verfahren weiter voranzutreiben.

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