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Gesundheit

30.11.2017

Aids ist immer noch ein Thema - auch im Landkreis

A, 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.
Bild: Arne Dedert, dpa

Der Welt-Aids-Tag ruft die Autoimmunerkrankung wieder ins öffentliche Bewusstsein. Auch im Landkreis Aichach-Friedberg leben Menschen mit dem HI-Virus.

 Anders als in den 80er Jahren ist die Angst vor der Immunschwächekrankheit nicht mehr allgegenwärtig. Doch sei Aids nach wie vor ein Problem, sagt Bernd Westdickenberg vom Gesundheitsamt Aichach-Friedberg. Schätzungen zufolge leben allein in Bayern etwa 10000 Menschen, die sich mit HIV infiziert haben. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. „Aids ist vor allem in Großstädten wie München und Nürnberg ein Problem. In Augsburg schon weniger“, so Westdickenberg. Doch lebten auch im Wittelsbacher Land vereinzelt Menschen mit positiver Diagnose.

3100 Neuinfektionen im Jahr

Eine Ansteckung mit dem Virus ist zwar tragisch. Allerdings gelten Betroffene heute nicht mehr als todgeweiht. „Mit Aids kann man leben. Weitersagen“ – lautet auch ein Slogan der Kampagne zum diesjährigen Welt-Aids-Tag. Seit 1988 wird er am 1. Dezember begangen. Johann Adelhardt vom Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) sagt: „Aids ist kein Massenphänomen.“

Mit bundesweit 3100 Neuinfektionen sei die Statistik leicht rückläufig. Als Ursache vermute man eine leichte Auswirkung der sogenannten PrEP oder Prä-Expositions-Prophylaxe, sagt er. Dabei handelt es sich um neu zugelassene Medikamente für Menschen mit hohem HIV-Risiko, die einer Ansteckung vorbeugen können. Laut Adelhardt ist Aids in ländlicheren Bereichen wie Aichach-Friedberg nicht sehr verbreitet. „Die Zahlen sind hier relativ gering.“ Ein Problem: Der Zusammenhang zwischen Sexualität und HIV sei auf dem Land jedoch immer noch ein Tabu-Thema.

Bringen Einwanderer Aids mit?

Allerorts besonders gefährdet ist die Risikogruppe der homosexuellen Männer. Sie bildet etwa zwei Drittel der Infizierten. „Eine Übertragung mit Spenderblut findet heutzutage so gut wie nicht mehr statt“, erklärt der Mediziner vom Gesundheitsamt. Auch brächten Einwanderer aus der Sub-Sahara-Region Infektionen mit nach Deutschland. „Wir haben ein gut funktionierendes Gesundheitssystem“, so Westdickenberg. Das ziehe Betroffene an, die hier auf eine bessere Versorgung hoffen. Doch sei das zahlenmäßig kein großes Thema. „Wie bei uns auch gibt es unter Migranten Infektionen.“ Vor der Einreise müssten diese Personen eine Pflichtuntersuchung durchlaufen, bei der sie auch auf das HI-Virus getestet werden..

Im Gegensatz zu früher fordert eine Infektion nur noch in Ausnahmefällen Opfer. „Aids ist kein Todesurteil mehr“, bekräftigt Westdickenberg. Die Medizin habe gute Fortschritte gebracht. Häufig gelinge es, so der Experte, die Viruskonzentration unter die Nachweisgrenze zu drängen. Eine Ansteckung anderer mit HIV ist dann sehr unwahrscheinlich. Auch für die Betroffenen sehen die Prognosen verhältnismäßig gut aus: Wer sich heute in den USA oder Europa mit dem Virus ansteckt, kann einer Studie zufolge fast genauso lange leben wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Das möchte auch Johann Adelhardt betonen: „Aids ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar, aber gut behandelbar ist.“

Kostenloser Test beim Gesundheitsamt

Glaubt man sich infiziert zu haben, dem rät Westdickenberg, sich beim nächstgelegenen Gesundheitsamt anonym und kostenlos testen zu lassen. Eine entnommene Blutprobe bringt binnen einer Woche das Ergebnis.

Über psychische und soziale Aspekte berät das ZAS, das seinen Sitz in Augsburg hat. Wie Adelhardt erklärt, leistet man dort zum einen Präventionsarbeit. Dazu kommt die Betreuung von Betroffenen und deren Angehörigen in Beziehungs- und Berufsfragen. Viele Menschen begegnen der Autoimmunerkrankung mit Angst und Verunsicherung. Unnötig, betont Westdickenberg. „Mit Betroffenen kann man ganz normal zusammenleben.“ Genau dafür steht die rote Schleife am Welt-Aids-Tag. Für mehr Toleranz. Und Solidarität.

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01.12.2017

AIDS ist keine Autoimmunkrankheit. AIDS ist eine Infektionskrankheit. Wesentliches Charakteristikum von AIDS ist die Immunschwäche. Autoimmunerkrankungen sind das Gegenteil von Immunschwächekrankheiten: Das Immunsystem ist überaktiv, aber gegen den eigenen Körper gerichtet - wie das Wort schon zeigt: auto (selbst) - immun. Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind die multiple Sklerode, Arthritis, Lupus, Typ-I-Diabetes, Hashimoto.

Dorothea Maxin

Lupus Erythematodes Selbsthilfegruppe Darmstadt

www.lupus-shg.de

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