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Mering

13.11.2019

Bundesverdienstkreuz für Helmut Röhm: „Da steckt fast mein ganzes Leben drin“

Der Meringer Helmut Röhm (links) erhielt aus den Händen des bayerischen Innenstaatssekretärs Gerhard Eck das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Bild: StmI/Sammy Minkoff

Plus Helmut Röhm aus Mering erhält für sein Engagement bei der Wasserwacht das Bundesverdienstkreuz. Der Meringer hat noch viele weitere Hobbies.

Schon fast 40 Jahre lang ist Helmut Röhm mit viel Engagement in der Wasserwacht tätig. Sich in verschiedenen Vereinen für die Gemeinschaft einzubringen, ist für den Meringer selbstverständlich. Sein ehrenamtlicher Einsatz für die Gesellschaft fand nun auf höherer Ebene Anerkennung. „Es war beeindruckend und bewegend“, berichtete Helmut Röhm, als er aus München zurückkam. Im Bayerischen Innenministerium wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.

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Die hohe Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland erhielt er vor allem für seine langjährige Tätigkeit in der Wasserwacht. Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck ehrte den Meringer zusammen mit Thomas Fink aus Oettingen, der sich im Brand- und Katastrophenschutz engagiert.

Eck sprach über die große Bedeutung des Ehrenamts, das gerade im Blaulichtbereich hohe Anforderungen stelle und viel Verantwortung erfordere. „Ich war immer ein Mensch, der helfen wollte“, erklärt Helmut Röhm. „Wenn man es genau nimmt, dann bin ich damals durch die Bundeswehr zum Ehrenamt gekommen“, überlegt der heute 60-Jährige.

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Sein Engagement begann 1980 mit dem Einberufungsbescheid zum Wehrdienst. Zunächst machte Röhm im Rahmen seines 15-monatigen Wehrdiensts in Lagerlechfeld den Rettungsschwimmer, später dann den Ausbilderschein. An der technischen Schule der Luftwaffe bildete er Rettungsschwimmer aus. Nach der Bundeswehrzeit wollte er den Schein nicht verfallen lassen und suchte sich die Wasserwacht als Partner. „Ich weiß noch gut, wie ich beim damaligen Ortsgruppenleiter Lorenz Zerle im Meringer Freibad vorgesprochen habe.“

Es folgten Lehrgänge als Rettungstaucher, die Motorbootprüfung und später der Ausbildungsschein für Rettungstaucher und als Taucheinsatzleiter. Aus seinem Engagement erwuchsen führende Positionen in der Wasserwacht. 1993 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirks Schwaben ernannt. Anschließend war er zwölf Jahre lang von 1997 bis 2009 dessen Vorsitzender. In dieser Zeit führte er einen einheitlichen Alarmplan ein und stattete die Wasserwacht-Gruppen mit zusätzlichem Material für Hochwassereinsätze aus. „Meine Ämter erforderten viele abendliche Sitzungen sowie repräsentative Aufgaben an den Wochenenden“, erklärt Röhm. Als selbstständiger Elektromeister konnte er sich die Zeit einigermaßen flexibel einteilen.

Doch die Zusatzbelastung war enorm. „Allein die Fahrtzeiten zu den Terminen fraßen viel von meiner Freizeit auf und mein eigenes Geschäft hatte ich ja auch noch.“ Der Meringer fühlte sich irgendwann ausgebrannt und in einem gewissen Fahrwasser, bei dem neue Impulse fehlten. Er gab sein Amt ab.

Doch ein Anruf von Ilse Aigner, damalige Landesvorsitzende der BRK-Wasserwacht, brachte ihn erneut in eine verantwortungsvolle Position. „Sie fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, stellvertretender Vorsitzender der Wasserwacht von ganz Bayern zu werden.“ Es war eine komplett neue Aufgabe und Helmut Röhm sagte zu. Zwölf Jahre lang, von 2009 bis 2017 bekleidete er dieses verantwortungsvolle Amt.

Ohne die Familie wäre das Engagement nicht möglich gewesen

Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem die Weiterentwicklung des Katastrophenschutzes. Er trieb die Professionalisierung der Einsatzkräfteausbildung voran und trat für die Modernisierung der Ausrüstung ein. „In Anerkennung der um Volk und Staat besonderen erworbenen Verdienste“ so heißt es in der Verleihungsurkunde mit Unterschrift des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Stolz auf diese Auszeichnung sind auch Röhms Ehefrau sowie sein Sohn und seine Tochter, die genauso wie Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und die Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko und Simone Strohmayr sowie frühere Kollegen aus der Wasserwacht bei der Ordensverleihung in München mit dabei waren.

„Meine Familie hat mein Engagement über all die Jahre mitgetragen und dafür bin ich besonders dankbar“, betont Helmut Röhm. Von 2010 bis 2017 war er zudem Mitglied des Aufsichtsrates der zentralen Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst Bayern und von 2015 bis 2017 saß er auch noch im Aufsichtsrat des Blutspende-Dienstes des Bayerischen Roten Kreuzes.

Der Meringer setzt sich mit Herzblut für die Sache ein

Seit 2018 ist der Geehrte Tourenführer beim Alpenverein und mit seiner Posaune seit 40 Jahren in verschiedenen Orchestern, vor allem bei der Stadtkapelle Friedberg, aktiv. Auch die Dirigentenprüfung beim Allgäu-Schwäbischen-Musikbund legte er ab. All dies brachte Innenstaatssekretär Gerhard Eck in seiner Laudatio zur Sprache. Helmut Röhm zeigte sich erstaunt, woher diese vielen Infos über ihn zusammengetragen wurden. Ein aktives Vereinsleben bedeutete ihm immer viel. „Es ist keine verlorene Zeit und keine vertane Mühe“, so zieht Helmut Röhm sein Resumee. „Vielmehr habe ich bei meinen vielfältigen Engagements eine wunderbare Kameradschaft erlebt und durfte viele Menschen kennenlernen, die sich mit Herzblut für eine Sache einsetzen“, so schwärmt er.

„Ich bin ja kein Freund von Profilneurosen, aber ich habe mich natürlich schon gefreut, dass mein Engagement gesehen wurde.“ Seine Auszeichnung empfinde er als Anerkennung für die Leistung der gesamten Wasserwacht Bayern. „Ich bin dabei das zu verarbeiten", sagt Röhm und dreht das rot-glänzende Bundesverdienstkreuz in seiner Hand. „Da steckt ja irgendwie fast mein ganzes Leben drin.“

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