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Friedberg

24.05.2019

Die neue Sporthalle bleibt (nur) eine Sporthalle

Auf dem jetzigen Sportgelände am Volksfestplatz in Friedberg entsteht der Neubau der Vinzenz-Pallotti-Schule.
Bild: Ute Krogull

Für 1,5 Millionen könnte der Neubau der Vinzenz-Pallotti-Schule in Friedberg zum Veranstaltungssaal aufgerüstet werden. Den Stadträten ist das zu teuer.

Kann die Sporthalle der neuen Vinzenz-Pallotti-Schule auch als Veranstaltungssaal genutzt werden? Diese Frage warf CSU-Stadtrat Manfred Losinger auf, als im vergangenen Sommer der Umzug der Förderschule von der Wiffertshauser Straße an den Volksfestplatz im Kreistag Kontur annahm. Jetzt stellte das beauftragte Architekturbüro Mey im Bauausschuss des Friedberger Stadtrats ein Konzept dafür vor. Angesichts der Mehrkosten von 1,55 Millionen Euro, die die Stadt zu tragen hätte, winkte eine Mehrheit im Ausschuss aber ab.

Der Entwurf für die neue Vinzenz-Pallotti-Schule auf dem bestehenden Freisportgelände am Volksfestplatz sieht einen zweistöckigen Unterrichtstrakt und davon räumlich getrennt eine Sporthalle vor. Für die Nutzung der Halle als Veranstaltungssaal wären zusätzlichen Nebenräume nötig, weshalb die eigentlich an dieser Stelle vorgesehene Heizzentrale in das Kellergeschoss des Schulhauses verlagert werden müsste. Allein dies verursacht Mehrkosten von 250.000 Euro. Dazu kommen Ausgaben für zusätzliche Toiletten, für die Akustikausstattung, für Lüftung, Bestuhlung, Bewirtung und anderes.

Zusammen macht das 1,55 Millionen Euro – „und es ist immer noch kein Opernhaus“, wie der Projektleiter des Architekturbüros feststellte. Denn nach wie vor steht die schulische Nutzung im Vordergrund. Und es gibt nur ein kleines Foyer, das für die maximal 529 Besucher bei Weitem nicht als Aufenthaltsort ausreicht.

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"Friedberg sollte sich um einen Konzertsaal bemühen"

Entsprechend gering war die Begeisterung, so viel Geld Stelle zu investieren. „Wenn überhaupt, dann soll sich Friedberg um einen eigenen Konzertsaal bemühen“, sagte SPD-Fraktionschef Roland Fuchs: „Eine Stadt mit 30.000 Einwohnern hätte das verdient.“ Dass dafür allerdings in absehbarer Zeit das Geld zur Verfügung steht, bezweifelt auch er selbst. Bürgermeister Roland Eichmann erinnerte daran, dass die Stadt Belegungsrechte in der Realschulaula, im Pfarrzentrum und in der TSV-Halle habe, die nicht ausgeschöpft würden.

Auch aus Sicht von Cornelia Böhm (FDP) sprechen mehr Gründe gegen den Ausbau als dafür. So sieht sie den Bedarf eher bei kleineren Veranstaltungsräumen. Auch die bessere Ausstattung könne nicht über den Charme einer Turnhalle hinwegtäuschen. „1,5 Millionen Euro sind zuviel“, sagte sie auch angesichts der „immensen Kosten“, die das Schloss in den nächsten Jahren noch produzieren werde.

Friedberger Grüne mahnen erneut Jugendzentrum an

Claudia Eser-Schuberth (Grüne) bezweifelte, dass es so viele Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern in Friedberg gibt, die das Projekt rechtfertigen. „Wir haben genügend Veranstaltungsräume, die Turnhallen sind“, sagte sie. Für sie stehen andere Maßnahmen im Vordergrund, etwa ein Jugendzentrum.

Für die CSU musste Thomas Kleist den Vorstoß seines Fraktionskollegen Losinger verteidigen. Für ihn sei eine solche Investition durchaus vorstellbar. Auch Jakob Eichele (Freie Wähler) stimmte dem Gemeinschaftsprojekt mit dem Landkreis zu. „Wir können uns keine eigene Stadthalle leisten“, stellte er fest. Friedberg solle sich diese Chance nicht nehmen lassen, denn später werde es mit Sicherheit teurer. Eichele kritisierte, dass der Vorschlag seiner Fraktion für eine Tiefgarage nicht aufgegriffen worden sei. „Wir werden ein Riesenproblem bekommen“, warnte er angesichts des steigenden Parkdecks am Volksfestplatz.

Am Ende stimmten aber nur CSU und Freie Wähler dafür, das Projekt weiterzuverfolgen, eine Mehrheit von SPD, Parteifreien Bürgern, FDP und Grünen lehnte die Beteiligung mit sieben zu sechs Stimmen ab.

Lesen Sie den Kommentar: Hochkultur findet in Friedberg in der Sporthalle statt

Mehr über den Neubau hier: Neue Vinzenz-Pallotti-Schule in Friedberg kostet 33 Millionen

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