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Aichach-Friedberg

26.05.2019

Freude, Euphorie und Frust - Reaktionen zur Europawahl

Reges Kommen und gehen herrschte am Sonntag in den Wahllokalen, hier das im Friedberger Rathaus, als die Bürger aufgerufen waren ihre Stimme zur Europawahl abzugeben.
Bild: Gönül Frey

Bei der SPD im Landkreis Aichach-Friedberg herrscht nach der Europawahl Katerstimmung, bei CSU und Grünen wird gefeiert.

  • Silvia Braatz (CSU): Die Meringerin kandidierte auf der CSU-Liste für die Europawahl. Die Auszählung verfolgte sie gemeinsam mit der Landesleitung. „Die Stimmung ist bestens“, sagte sie. Die CSU habe ihre eigenen Ziele noch übertroffen und die Wahlbeteiligung sei ein Grund zur Freude. Auch das Ergebnis im Landkreis sei absolut zufriedenstellend. Schade findet es die Meringerin, dass die CSU in ihrem Heimatort nicht stärker abgeschnitten hat. „Wir haben hier einen starken Münchner Einfluss, das zeigt sich im Ergebnis“. Dennoch geht sie davon aus, dass die Europawahl der Meringer CSU und ihrem Bürgermeisterkandidaten Florian Mayer vor Ort den Rücken stärken werde. „Ab Montag beginnt der Kommunalwahlkampf“, kündigte sie an.
  • Christina Haubrich (Grüne): Die Kreisvorsitzende der Grünen verfolgte die Auszählung in Merching. Das Ergebnis hat ihre Erwartungen übertroffen: „Das ist super, das ist perfekt, ich bin total glücklich“, sagte sie. Als zweitstärkste Kraft noch vor der SPD abzuschneiden, sei sensationell. Bei den Landkreis-Ergebnissen zeige sich deutlich, dass es Grünen-Hochburgen gibt, wie Mering und Friedberg. Hier seien die Grünen schon sehr lange aktiv und haben viele Mitglieder. „Wir werden aber versuchen, auch in den kleineren Dörfern zur Kommunalwahl Ortsverbände zu gründen“, kündigte sie an. Ihr Fazit: „Der Klimaschutz hat bei dieser Wahl eine große Rolle gespielt.“ Hier müsse schnell etwas passieren und Europa sei dafür die richtige Ebene.
  • Paul Traxl (AfD): Eher gedämpft ist die Stimmung beim Kreisvorsitzenden der AfD. „In meinem Heimatort hat die AfD wieder ca. 20 Prozent, damit bin ich zufrieden“, meinte der Rapperzeller. Insgesamt sei er über das Ergebnis der Europawahl in Deutschland jedoch nicht glücklich. „Ich hätte mir mehr erwartet“, sagte er. Traxl ist der Ansicht, dass es in den vergangenen Wochen eine konzertierte Propaganda gegen EU-kritische Parteien gegeben habe. Im Ergebnis stellt er eine Polarisierung fest: „Auf der einen Seite der Block der Grünen und auf der anderen Seite die AfD – das ist das Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen“, sagte er.

Europawahl in Aichach-Friedberg: Die SPD war schon gefasster

  • Sandra Lederer (SPD): „Es war dasselbe Desaster wie bei der Bundestags- und der Landtagswahl – nur dass man schon gefasster darauf war“, sagte die SPD-Kreisvorsitzende aus Kissing. Das Ergebnis sei natürlich eine Enttäuschung. Die Bundes-SPD müsse dringend reflektieren, sich an die eigene Nase fassen und ihre Probleme anpacken. Doch Sandra Lederer will den Kopf nicht hängen lassen. Bei der Kommunalwahl vor Ort könne die SPD mit starken und engagierten Persönlichkeiten punkten. „Außerdem freue ich mich, dass den Leuten Europa so wichtig ist“, sagte sie mit Blick auf die hohe Wahlbeteiligung.
  • Joachim Pehlke (FDP): Der Friedberger hat auf der FDP-Liste für die Europawahl kandidiert. „Wir haben uns verbessert, das ist erst mal gut. Aber insgeheim wollten wir schon mehr als 7 Prozent“, gab er zu. Insgesamt habe sich die FDP mit dieser Wahl als liberale Kraft wieder etabliert. Mit dem Ergebnis könne man in Europa gute Arbeit leisten. Die Stimmung war entsprechend gut: „Wir haben hier grandiose Wahlkampfarbeit geleistet und das feiern wir jetzt mit einem Getränk“, kündigte er an.
  • Werner Feldmann (DKP): Der Aichacher hat ohne große Erwartungen für die Deutsche Kommunistische Partei kandidiert. Diese erhielt im Landkreis acht Stimmen. „Schön, die kenn ich nicht mal alle“, sagte er dazu. Seiner Partei sei es auch nicht darum gegangen, hunderte Stimmen hier zu machen, sondern zu zeigen, dass es eine Alternative zu den etablierten Parteien gibt. Frustrierend fand er es, dass die rechten Parteien wie die AfD wieder so stark abgeschnitten haben.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der Sieger im Landkreis heißt: Wahlbeteiligung

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