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Friedberg

14.09.2018

Linie 6 bis in die Friedberger Altstadt? Das sagen die Nutzer

Wird die Linie 6 bald bis in die Friedberger Innenstadt fahren?
Bild: Annemarie Rencken

Die SPD möchte die Tram bis zum Friedberger Bahnhof fahren lassen. Das halten die Menschen, die auf Regionalzug oder Straßenbahn angewiesen sind, von der Idee.

Um herauszufinden, was die Bürger von der Idee halten, die Linie 6 bis in die Innenstadt zu verlängern, haben wir mit Fahrgästen am Friedberger Bahnhof und der Endhaltestelle Friedberg-West P&R gesprochen. Dazu konnten unsere Leser eine Woche lang online abstimmen. Hier sind die Ergebnisse.

Donnerstagmorgen, halb zehn an der Haltestelle Friedberg–West P&R. Wie finden die Nutzer der Straßenbahn die Idee, die Linie 6 zu verlängern?

An der Endhaltestelle in Friedberg–West nur wenig los. Eine Handvoll Leute sitzt in der Straßenbahn Richtung Augsburg. Darunter Natascha Stehlik aus Rederzhausen. Sie findet den Vorschlag, die Linie 6 bis zum Bahnhof zu verlängern, gut. Die Busverbindung zwischen dem Park-and–ride-Platz und der Innenstadt sei zu schlecht, kritisiert sie. Stehlik nimmt die Straßenbahn deshalb nur, wenn sie bestimmte Ziele in der Innenstadt hat.

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So hält es auch Valentina Blinkova, die in der Friedberger Kernstadt lebt. Zusätzlich nimmt sie die Tram am Wochenende, wenn die Züge nur im Stundentakt fahren. Auch sie fände es bequem, wenn die Straßenbahn ausgebaut würde.

Eine Frau aus Ottmaring, die ihren Namen nicht hier lesen möchte, findet, dass der Ausbau der Linie 6 nicht ganz oben auf der Liste der Dinge steht, die in Friedberg in Sachen öffentlicher Nahverkehr angepackt werden sollten. Wenn man aus einem der Friedberger Stadtteile komme, könne man eigentlich nur die Tram nehmen. Denn am Bahnhof gebe es keine Parkplätze. Erst einmal solle man dort Stellflächen schaffen. Dann solle sich die Stadt um einen Steg von Friedberg-Süd zum Bahnhof bemühen. Danach könne man über eine Erweiterung der Linie 6 nachdenken.

Daniel Kormann aus Dasing nutzt Friedberg ebenfalls als Umsteigepunkt, wenn er morgens zur Uni nach Augsburg fährt. Eigentlich würde er lieber den Zug nehmen, um sich Fahrzeit zu sparen. Am Bahnhof Friedberg seien allerdings ab neun Uhr sämtliche Parkplätze belegt. Deshalb fahre er weiter zum Park-and-ride-Platz und nehme die Tram.

Rosemarie Schwarzer wohnt in der Friedberger Innenstadt. Weil sie meistens Dinge rund um den Augsburger Königsplatz zu erledigen habe, nimmt sie die Straßenbahn. Weil die Busse allerdings zu selten verkehrten, fahre sie meistens mit dem Auto zum Park-and-ride-Platz. Mit einer verlängerten Linie 6 könne sie den Wagen öfter stehen lassen, sagt Schwarzer,

Auch bei den Fahrgästen in zwei weiteren Bahnen und an der Haltestelle Friedberg-West P&R setzt sich ein Trend fort: Die Friedberger aus der Kernstadt befürworten den Vorschlag. Bewohner der Ortsteile und der umliegenden Gemeinden nutzen die Tram vor allem als Ausweichoption, weil sie am Bahnhof keinen Parkplatz für ihr Auto finden. Sie würden wohl auch nach dem Ausbau an der jetzigen Endhaltestelle zusteigen.

Donnerstagmorgen, halb zehn am Bahnhof Friedberg. Was sagen Fahrgäste, die den Regionalzug nehmen, zum Vorstoß der SPD für eine Verlängerung der Linie 6??

Barbara Härtwig wartet auf den Zug nach Augsburg, wie jeden Werktag. Für sie ist die Straßenbahn unter der Woche keine Alternative zum Zug. „Das dauert mir einfach zu lange. Statt der zehnminütigen Zugfahrt bin ich mit der Straßenbahn 25 Minuten unterwegs“, so die Friedbergerin. Nur am Wochenende, wenn die Zugverbindung recht schlecht sei, würde sie die Straßenbahnlinie 6 nutzen. Deshalb hält sie die Erweiterung für unnötig. „Stattdessen sollten die Busse häufiger fahren“, schlägt Härtwig vor.

Pendler Peter Seidenbusch fährt werktags mit dem Zug nach Augsburg und würde bei einer Trassenverlängerung vermehrt mit der Straßenbahn fahren. Aufgrund des Fünfminutentakts sehe er einen klaren Vorteil bei der Straßenbahnen. „Ich halte jedoch nur die direkte Streckenführung zum Friedberger Bahnhof für machbar und sinnvoll“, meint Seidenbusch.

Klaus Leßmann aus Augsburg fährt täglich mit dem Regionalzug zur Arbeit. Da er kein Auto habe, sei ihm das Thema öffentlicher Nahverkehr besonders wichtig. Die Straßenbahnerweiterung hält er für einen interessanten Vorschlag, doch für schwer zu realisieren. Außerdem sieht er anderweitig Handlungsbedarf: „Mehr direkte Busverbindungen zwischen Augsburg und Friedberg halte ich für sinnvoller, als eine Straßenbahn bis zum Friedberger Bahnhof.“

Auch der Friedberger Günther Baumann sieht eine Erweiterung der Straßenbahnlinie 6 kritisch. Zu der vom Bürgermeister Eichmann vorgeschlagenen Trassenführung, über den Volksfestplatz und die Münchner Straße entlang zum Bahnhof, sagt Baumann: „Das finde ich nicht besonders schön für unsere Innenstadt.“ Den eigentlichen Vorschlag der SPD-Stadtratsfraktion, die Strecke direkt zum Bahnhof zu verlängern, hält er für ein schwieriges Unterfangen. Die Straßenbahn würde er so schon nutzen, jedoch nur am Wochenende, um mit seiner Frau in der Augsburger Innenstadt zu bummeln.

Zusammenfassen lässt sich die Stimmung der Fahrgäste des Regionalzuges von Friedberg nach Augsburg wohl so: Eine verlängerte Trassenführung könne nicht schaden. Doch bevorzugen würden die meisten Friedberger die Linie 6 unter der Woche trotzdem nicht. Erst am Wochenende, wenn die Bahn nur einmal pro Stunde fährt, gewinnt die Straßenbahn bei den Friedbergern. Und dann halten es viele für bequemer, wenn die Tram nahe der Innenstadt am Bahnhof hält.

Ergebnis des Online-Votings

Im Internet befragten wir unsere Leser, was sie von der Idee halten. Vom vergangenen Samstag bis Freitagnachmittag haben insgesamt 380 Personen online abgestimmt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ: 79 Prozent sprachen sich für den Vorschlag aus. 16 Prozent dagegen. Fünf Prozent der Teilnehmer stimmte für „Egal“.

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