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Aichach-Friedberg

31.07.2020

Mobilfunk: Der 5G-Ausbau im Landkreis Aichach-Friedberg startet

Der neue 5-G-Standard soll Daten in Echtzeit übertragen.
Bild: Gambarini, dpa (Symbol)

Plus Im Landkreis Aichach-Friedberg gibt es die ersten ultraschnellen Mobilfunkstandorte. Viele Kommunen wurden davon überrascht. So sind die weiteren Pläne.

Mit dem Handy jemanden anrufen. Selbst das ging bis vergangenes Jahr im Aichacher Stadtteil Griesbeckerzell nicht. Zumindest bei gewissen Anbietern ist nun ein Anruf möglich. Die Datenübertragung ist aber nach wie vor nicht die schnellste. In anderen Kommunen im Kreis Aichach-Friedberg geht es seit Kurzem deutlich schneller mit der neuesten Technologie – dem sogenannten 5-G-Netz. Der Ausbau hat im Landkreis Aichach-Friedberg schon begonnen. Ein Überblick.

In diesem können Daten 100-mal schneller übertragen werden als im bisherigen LTE-Netz. Die Telekom hat mehrere Funkmasten im Wittelsbacher Land aufgerüstet – mit dabei sind Pöttmes und Inchenhofen, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigte. 5G bezeichnet die fünfte Mobilfunkgeneration.

UMTS wird im Landkreis Aichach-Friedberg zu LTE und 5G aufgerüstet

Sie entwickelt die bisherigen Standards 2G (GSM), 3G (UMTS) und 4G (LTE) weiter. Der 5-G-Standard ermöglicht eine Datenübertragung nahezu in Echtzeit, und es sind Übertragungsraten von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde möglich – genügend Bandbreite, um immer mehr vernetzte Geräte gleichzeitig zu versorgen. Das teilte das Unternehmen mit. Wo bislang nur Übertragungsraten auf Basis von UMTS möglich waren, werden jetzt LTE sowie 5G ausgestrahlt.

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Für die Aufrüstung sei keine bauliche Veränderung an den Masten notwendig, erklärte ein Unternehmenssprecher. Im Technikraum der Anlage musste lediglich ein sogenanntes Base-Band eingebaut werden, das sinngemäß dem Einbau einer zusätzlichen Festplatte im PC entspricht.

5G im Landkreis Aichach-Friedberg: Überraschung in Pöttmes

Die Mobilfunkstation erkennt nun, ob sich ein LTE- oder 5-G-Handy in der Funkzelle aufhält, und versorgt es je nach Bedarf. Auch ältere Handys werden weiterhin bedient. Derzeit kann 5G nur von ganz neuen Geräten verarbeitet werden.

Um einen 5-G-Standort freizugeben, muss die Telekom bei der Bundesnetzagentur eine Genehmigung einholen. Die Kommunen werden darüber informiert, haben nach Aussage des Telekom-Sprechers aber kein Vetorecht, weil es sich um bestehende Standorte handelt.

Mit der 5-G-Technologie sollen die Daten durch den Äther flitzen. Auch im Wittelsbacher Land werden Funkmasten umgerüstet. So können sich nach Auskunft der Telekom die Menschen in Pöttmes, Inchenhofen, Kissing, Mering und Friedberg über schnelle Datenübertragung freuen.
Bild: Gambarini, dpa (Symbol)

Dass Pöttmes mit dabei ist, darüber zeigte sich Daniel Maile, IT-Experte des Marktes Pöttmes, überrascht: „Wir wussten von nichts, aber es ist natürlich gut, dass wir dabei sind, auch wenn ich nicht glaube, dass alle Ortsteile schon mit dabei sind.“ Neben Pöttmes und Inchenhofen dürfen sich auch die Kissinger, Meringer und Friedberger über die schnelle Übertragung freuen.

Warum genau diese Kommunen ausgewählt wurden? Markus Jodl, Pressesprecher bei der Telekom, erklärt: „Das hängt von vielen Faktoren ab. Wir haben nicht so viel Einfluss, weil wir Firmen für die Umrüstung beauftragen. Die orientieren sich an logistischen Faktoren. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass bereits die Masten zur Verfügung stehen.“

5G im Landkreis Aichach-Friedberg: Bevölkerung soll profitieren

Bis Ende des Jahres sollen laut Telekom deutschlandweit 75 Prozent der Bevölkerung von der neuen Technik profitieren, bis 2025 dann fast alle, also auch der Landkreis Aichach-Friedberg.

In Mering ist der aktuelle Stand in weiten Teilen bei 4G/LTE; lediglich Ortsteile und wenige weitere Flächen haben einen schwächeren Netz-Standard. Auch der Ausbau des 5-G-Netzes habe bereits begonnen, bestätigt Franz Mayr von der IT-Abteilung der Verwaltungsgemeinschaft.

Er geht aber davon aus, dass der Bau neuer Masten sich noch in die Länge ziehen wird. Diese sind nötig, weil die Reichweite bei 5G geringer ist. Doch liegen ihm auch keine Beschwerden aus der Bevölkerung bezüglich des Netzstandards vor.

5G im Landkreis: Die Stadt Aichach ist noch nicht dabei

Auch in Friedberg ist das Netz fast überall auf 4G/LTE ausgebaut. In Bezug auf 5G sei der Stadt lediglich bekannt, dass einige Bereiche entlang der A8 schon ausgebaut sind. „Generell begrüßt die Stadt eine flächendeckende Mobilfunknetzversorgung im Stadtgebiet“, sagt Frank Büschel von der Stadtverwaltung.

Noch nicht beim 5-G-Ausbau dabei ist die Stadt Aichach. IT-Experte Gerhard Wintermayr hofft, dass der Ausbau möglichst bald weitergehe. „Es ist ein erster Schritt der Telekom. Wir bekommen jetzt keine Panik, dass wir noch nicht dabei sind. Wir waren damals beim DSL- Pilotprojekt, und jetzt sind es eben andere“, so Wintermayr, der hinzufügt: „Über 5G verfügt ohnehin noch nicht jeder, da es eine sehr neue Technologie ist. Wichtig ist zunächst, dass wir keine weißen Flecken mehr im Kreis haben. Dort, wo man gar keinen Empfang hat, da nützt dann auch das beste Handy nichts.“

Lesen Sie dazu auch Sebastian Richlys Kommentar: Endlich 5G im Landkreis Aichach-Friedberg – es wird höchste Zeit

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