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Energiewende im Wittelsbacher Land

27.08.2014

Studie warnt von Investition in Windpark

Bild: Foto: Karl-Josef Hillenbrand/dpa

Bürgerinitiative hat Wirtschaftlichkeitsberechnung für Projekt bei Dasing in Auftrag gegeben

Dasing Die Interessengemeinschaft Bürger für Transparenz & Gesundheit (btg) untermauert ihre Kritik am geplanten Windpark in Sielenbach und Dasing mit neuen Gutachten. So wurde eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Auftrag gegeben, die zu eindeutigen Schlüssen kommt: „Insgesamt ist das Projekt als sehr renditeschwach einzustufen, was auf den windschwachen Standort zurückzuführen ist. Aus diesen Gründen ist von einem Investment abzuraten“, lautet die Zusammenfassung des Gutachtens, das die Firma CDF Consultants, ein Büro für Technologieberatung und Projektentwicklung aus Rotenburg am Neckar, im Auftrag der Bürgerinitiative vorgelegt hat.

Wie berichtet, hat das Landratsamt Aichach-Friedberg vor Kurzem die Errichtung und den Betrieb von drei Windkraftanlagen genehmigt, die auf Dasinger und Sielenbacher Gemeindegebiet entstehen sollen. Für die drei weiteren nördlich davon geplanten Windräder im Blumenthaler Forst (Stadt Aichach) wird die Genehmigung bis September erwartet.

Die Gutachter sehen aber offenbar ein wirtschaftliches Risiko für die Anlage. „Unter relativ günstigen Bedingungen, wie z.B. einer Anlagenverfügbarkeit von 100 Prozent, ergibt sich eine maximale Eigenkapitalrendite von 7,7 Prozent. Erfahrungen mit ähnlichen Projekten zeigen jedoch, dass die Bedingungen in der Realität in der Regel wesentlich schlechter sind. Eine Sensitivitätsanalyse ergibt, dass das Risiko, dass das Projekt in die Verlustzone gerät, hoch ist“, heißt es in der Untersuchung.

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Der btg-Sprecher Bernd Huhnt begründete die Wirtschaftlichkeitsstudie mit dem Wunsch, eine sichere und zukunftsorientierte Investition für Gemeinden und Bürgerinvestoren zu unterstützen, die sich an dem Windpark beteiligen wollen. Die btg wolle die Energiewende aktiv unterstützen, so Huhnt. Allerdings fordere man Transparenz, bevor Entscheidungen fallen.

Die btg stellt das Wirtschaftlichkeitsgutachten und weitere Publikationen der Gemeinde zur Verfügung. Außerdem hat die btg nach eigenen Angaben an drei Standorten zu den Windrädern Vorabschallgutachten durchführt. „Diese werden von den betroffenen Bürgern genutzt, um gerichtlich ihre Nachtruhe einzuklagen, sollte es nach dem Bau der Windräder zu Grenzwertüberschreitungen bei den Geräusch Immissionen kommen“, kündigt Bernd Huhnt an. Dies könne dann wiederum zu Einbußen bei den Erträgen der Windräder führen. Zudem dürfe eine Gemeinde nicht außer Acht lassen, dass es zu erheblichem Wertverlust bei Immobilen im direkten Umfeld von Windkraftanlagen kommen könne. „Diese Immobilien sind in den meisten Fällen auch Altersabsicherung, die damit an deutlich Wert verliert“, kritisiert Huhnt.

Bei einer Mitgliederversammlung der btg ist laut einer Pressemitteilung über eine Klage gegen den Genehmigungsbescheid diskutiert worden. Allerdings bedürften noch einige Fragen der Klärung. Erst dann Rücksprache mit den Rechtsbeiständen soll dazu eine Entscheidung fallen.

Mehr Infos unter

www.btg-bayern.de

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