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Aichach-Friedberg

16.01.2021

Weitmannsee in Kissing: Ehepaar bricht ins Eis ein, See geräumt

Die Feuerwehr Kissing, die DLRG und Passanten retteten ein Ehepaar, das in Kissing am Weitmannsee ins Eis eingebrochen war.
Foto: Peter Holthaus

Ein Ehepaar ist am Samstag im Kissinger Weitmannsee ins Eis eingebrochen. Passanten und Einsatzkräfte können sie gerade noch retten. Der See wurde sofort geräumt.

Ein Ehepaar aus dem südlichen Landkreis Aichach-Friedberg wollte am Samstagnachmittag gegen 14.30 Uhr das schöne Wetter ausnutzen und einen Spaziergang über den zugefrorenen Weitmannsee bei Kissing unternehmen. Beinahe hätte das fatale Folgen gehabt - denn die Retter wurden von Schaulustigen angepöbelt und behindert.

"Trotz Verbotsschilder am Ufer, die davor warnten, die Eisfläche zu betreten, tummelten sich, anscheinend gänzlich unbedarft, rund hundert Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler, Familien mit Kindern auf Schlitten, sogar Paare mit Kinderwagen auf dem Eis, die Mehrheit in Ufernähe, im Nordteil des Sees", berichtet eine Augenzeugin, die selbst am Samstagnachmittag am Weitmannsee spazieren ging.

Wie die Polizei berichtet, betrat das Ehepaar den See am nördlichen Zugang und wollte ihn zu Fuß überqueren. Ziemlich in der Mitte des Sees, auf der Südseite bei den Vogelinseln, knackte plötzlich das Eis und das Ehepaar brach ein. Dort befindet sich nach Angaben der Polizei Friedberg eine Quelle. Deshalb sei hier das Eis ohnehin nicht so dick. Laut Wasserwacht dürfte der See an dieser Stelle etwa vier bis sechs Meter tief sein.

Der Rettungshubschrauber war im Einsatz, um ein Ehepaar, das ins Eis am Weitmannsee bei Kissing eingebrochen war, zu versorgen.
Foto: Peter Holthaus

Passanten, die den Unfall bemerkt hatten, eilten zu Hilfe. Wie Augenzeugen berichten, blieben die ersten Rettungsversuche aber erfolglos. Das Eis brach weiter ein. Mit einer Rettungsleiter gelang es dann laut Polizei, den 50-jährigen Mann aus dem eiskalten Wasser zu bergen. Sofort wurde auch der Notruf abgesetzt und die Einsatzkräfte der DLRG sowie der Kissinger Feuerwehr kamen zur Unfallstelle. Sie holten die 50-jährige Frau mithilfe eines Eisrettungsschlittens aus dem Wasser. Ein Rettungshubschrauber wurde ebenfalls angefordert, um die Verletzten zu versorgen.

Rettungstaucher bargen zusammen mit der Feuerwehr Kissing das Ehepaar, das ins Eis am Kissinger Weitmannsee eingebrochen war.
Foto: Peter Holthaus

Die Einsatzkräfte kämpften nicht nur ums Überleben der beiden Unfallopfer, sondern mussten sich noch gegen Schaulustige durchsetzen, die sie teilweise behinderten oder schwach anredeten. Wie die Feuerwehr Kissing auf Facebook am Samstag mitteilt, stießen die Einsatzkräfte teilweise auf Unverständnis: "Nein, wir schickten euch nicht vom Eis, weil ihr keine Masken auf hattet", mussten sie sich gegen entsprechende Vermutungen der Passanten verteidigen.

Dabei hatten die Retter größte Mühe, die beiden ins Eis eingebrochenen Menschen aus dem See zu befreien und Leben zu retten. "Als Dank wird man gefilmt, angepöbelt und gefragt, ob wir nicht an einem anderen Ort üben könnten", so der Bericht der Feuerwehr. Darüber sei man "etwas enttäuscht". Dennoch sagen die Kissinger Feuerwehrkräfte "danke an alle vernünftigen Bürger und die super Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen".

Alle Seen in der Region sind gesperrt

Wie die Polizei in Friedberg auf Nachfrage unserer Redaktion weiter mitteilt, wurden die beiden Verletzten mit Unterkühlung ins Friedberger Krankenhaus gebracht. Der Weitmannsee wurde sofort geräumt, da laut Polizei nicht auszuschließen sei, dass im See noch weitere nicht tragfähige Bereiche vorhanden sind.

In der Zwischenzeit wurde auch Bürgermeister Reinhard Gürtner verständigt, der die sofortige Sperrung des Weitmannsees und des Auensees veranlasste. Die Feuerwehr blieb laut Polizei vor Ort, bis der Bauhof die entsprechenden Schilder angebracht hatte.

Schilder am Ufer warnen vor einem Betreten des Weitmannsees, doch viele Spaziergänger kümmerte das nicht.
Foto: Sabine Hämmer

Entsprechende Warnschilder werden in den nächsten Tagen noch angebracht. Die Polizei warnt davor, Eisflächen zu betreten. "Alle Seen in der Region sind derzeit gesperrt und sollten nicht betreten werden", so ein Sprecher der Polizeiinspektion Friedberg. Die Eisschicht sei noch nicht tragfähig genug.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.01.2021

Danke an die Einsatzkräfte!

An das Ehepaar erst einmal gute Besserung und dann der Hinweis, dass es unverantwortlich war, sich entgegen den Warnhinweisen auf das Eis zu begeben.

An die Querulanten und die Pöbler richte ich keinen Appell, denn das nützt sowieso nichts. Nicht nur die Moral sondern auch die geistigen Fähigkeiten verflachen zunehmend. Das ist schon seit Jahren zu beobachten. Man sollte daher auch von diesen Leuten nicht allzu viel erwarten. Sie meinen es nicht böse. Sie können es eben nicht besser.

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17.01.2021

Lauter Egoisten, doof und dumm noch dazu. Die Rettungsdienste und die Polizei können einem da nur noch leid tun.
Passt auf Euch auf und bleibt gesund.

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16.01.2021

Bei -3°C bis -5°C darf man nicht erwarten, das ein See sicher zugefroren ist.
Man kann über soviel Leichtsinn einfach nur den Kopf schütteln.

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