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Aichach-Friedberg

04.09.2020

Kreis-Fußballer müssen warten: So gehen Vereine damit um

Noch immer wissen die Fußballer im Kreis Augsburg nicht, wann es mit der Saison weitergeht. Der Bayerische Fußballverband will jetzt sogar klagen. Unsere Redaktion hat bei den heimischen Vereinen nachgefragt, wie sie damit umgehen und was das für sie bedeutet.

Plus Die Politik gibt nach wie vor kein grünes Licht für Punktspiele in Bayern. Der Verband will jetzt sogar klagen. So ist die Lage bei den heimischen Vereinen.

Der ganze Plan war umsonst. Der Bayerische Fußballverband rief aufgrund der Corona-Zwangspause den neuen Wettbewerb Ligapokal aus. Der Kreisvorstand machte sich eifrig an die Gruppeneinteilung. Das Konzept mit der zusätzlichen Chance auf Aufstieg oder Klassenerhalt kam bei den Vereinen im Kreis Augsburg gut an. Der Großteil der Vereine von der Bayernliga bis zu B-Klasse meldete sich an. Die ganze Arbeit könnte nun hinfällig sein, denn bis der Ball in den bayerischen Amateurligen wieder rollt, kann es noch eine Weile dauern – ursprünglich hätte es dieses Wochenende losgehen sollen. Nachdem die Politik am Dienstag erneut keine Regelung beschloss, reagierte der BFV.

Die Vereine sollen nun abstimmen, ob sie die Entscheidung der Landesregierung für richtig halten, ob der Spielbetrieb baldmöglichst wieder aufgenommen werden soll und ob der BFV rechtliche Schritte unternehmen soll. Die Online-Abstimmung läuft bis Montag. Unsere Redaktion hat bei den heimischen Vereinen nachgefragt, wie sie damit umgehen und was das für sie bedeutet.

Das Vorhaben des Verbandes unterstützt Manfred Endraß, Abteilungsleiter des FC Stätzling, vollends. Beim Bezirksligisten hofft man, dass die Politik bald den Spielbetrieb freigibt. Der Spartenleiter hätte sich sogar ein noch früheres Einschreiten seitens des Verbandes gewünscht: „Eigentlich ist es zu spät, weil die Zeit langsam knapp wird. Wir wollen so schnell wie möglich loslegen.“ Zur Not würden die Stätzlinger auch ohne Zuschauer in die Punktrunde starten: „Das machen wir jetzt bei den Testspielen auch. Mit Publikum ist es schöner, aber wir haben jetzt alles auf Anfang September ausgerichtet und müssen langsam starten. Die Jungs wollen endlich loslegen.“ Schon seit Anfang Juni sind die Herrenteams zurück auf dem Trainingsplatz, mittlerweile sind auch alle Nachwuchsmannschaften wieder zurück auf den Plätzen. Endraß: „Je länger es dauert, desto schwieriger wird es. Mit unseren vielen Mannschaften können wir irgendwann aufgrund des Wetters vielleicht nicht mehr spielen. Wir sollten besser anfangen.“

Kreis-Fußballer müssen warten: So gehen Vereine damit um
Friedbergs Torhüter Markus Zimmermann musste beim Spiel in Adelzhausen gleich sieben Mal hinter sich greifen.
Bild: Reinhold Rummel

Fußball: Saisonfortsetzung finden nicht alle gut

Noch unschlüssig sind sich die Verantwortlichen beim SV Mering. Vorstand, Abteilungsleitung und Trainer wollen sich erst beraten, ehe sie eine Entscheidung fällen, wie MSV-Vorsitzender Georg Resch betont: „Das muss demokratisch entschieden werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten.“ Eine Tendenz gäbe es beim Landesligisten aber noch nicht: „Wir dürfen die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich kann alle verstehen, die vorsichtig sind. Das ist wohl auch der Grund, warum die Politik bislang den Spielbetrieb noch nicht freigegeben hat.“ Dennoch pocht Resch nun auf eine Entscheidung: „Wir brauchen jetzt nach dem ganzen Hin und Her eine klare Linie. Die Zeit der Wasserstandsmeldungen ist vorbei. Egal ob jetzt oder erst im Frühjahr weitergeht, wir brauchen eine Entscheidung“, so Resch, der aber betont: „Es geht nur mit Zuschauern. Wir sind eine Freiluftsportart und da sollen 150 bis 200 Zuschauer nicht erlaubt sein.“

Eine klare Meinung hat Marcus Mendel, Abteilungsleiter beim TSV Friedberg. Für ihn kommt eine Fortsetzung nicht infrage: „Es gibt in diesen Zeiten wichtigere Dinge als Fußball. Ich hätte von Anfang an klar gesagt, dass wir im Frühjahr erst wieder weiterschauen“, so Mendel, der vor allem die Option einer Klage gegen die Landesregierung kritisch sieht. Mendel: „Wenn wir erst 2021 weiterspielen würden, hätten sich alle darauf einstellen können und der Aufschrei wäre nicht so groß gewesen. Wer kann aktuell schon zwei Wochen voraus- planen.“ Der Friedberger Fußballchef sieht auch die Hygienevorschriften kritisch: „Die Konzepte sind schön und gut, aber doch teilweise unmöglich einzuhalten für die Vereine.“ Bei einer Fortsetzung sieht Mendel auch eine Gefahr der Wettbewerbsverzerrung: „Wenn mir die drei besten Spieler wegen der Pandemie ausfallen, habe ich einen Nachteil. Das wäre niemals fair.“ So wie beim 1:7 des TSV in Adelzhausen. Laut Mendel befanden sich drei Spieler nach ihren Urlauben im Ausland in Quarantäne. So musste sogar Trainer Marcus Specht beim Bezirksligisten auf dem Spielfeld ran.

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