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Landkreis Günzburg

28.01.2015

Achtung, Wild!

Im vergangenen Jahr sind im Landkreis Günzburg 814 Wildunfälle passiert. In den meisten Fälle waren Rehe beteiligt, 56 Mal waren es Füchse.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Durchschnittlich passieren jeden Tag fast drei Wildunfälle im Landkreis Günzburg. Der Schaden ist oft groß. So reagieren Autofahrer richtig

Ein Reh läuft plötzlich über die Straße, der Autofahrer kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, es kommt zur Kollision – fast drei Mal pro Tag kommt das durchschnittlich so oder so ähnlich im Landkreis Günzburg vor. 814 Wildunfälle sind dort im vergangenen Jahr passiert. Einige hätten vermieden werden können.

„Achtung, Wild!“ heißt es vor allem in der Dämmerung und nachts. Da passiert der der überwiegende Teil der Unfälle. Doch auch unter Tags ist Vorsicht geboten: Im vergangenen Jahr sind mehrere Dutzend Unfälle am helllichten Tag passiert. Eine besonders unfallträchtige Jahreszeit gibt es in der Statistik übrigens nicht: Die Vorfälle 2014 sind relativ gleichmäßig über alle Monate verteilt.

An einigen Orten häufen sich allerdings die Unfälle: Besonders viele gab es im vergangenen Jahr in den Gemeindegebieten von Krumbach (90), Günzburg (61), Burtenbach (58), Ursberg (48) und Neuburg an der Kammel (42). Welche Strecken im Landkreis besonders gefährlich sind, das konnte die Polizei auf Anfrage allerdings nicht sagen.

Bei mehr als zwei Dritteln der Wildunfälle waren Rehe beteiligt. Aber auch Dachse, Füchse, Wildschweine und Hasen sind Verursacher. Für die Tiere endet so ein Zusammenstoß oft tödlich. An den Autos entsteht schnell ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Besonders gefährlich wird es bei Wildschweinen, weil die bis zu 200 Kilogramm wiegen.

In manchen Fällen gibt es sogar Verletzte, wenn Tiere die Fahrbahn kreuzen. So wie gestern: Gegen 5 Uhr war eine 30-Jährige auf der Staatsstraße von Offingen Richtung Burgau unterwegs, als plötzlich ein Reh über die Straße rannte. Wie die Polizei berichtet, erschrak die Autofahrerin und verlor durch ein abruptes Ausweichmanöver auf der schneebedeckten Fahrbahn die Kontrolle über ihren Wagen. Er kam von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben. Die Frau wurde leicht verletzt, an ihrem Auto entstand ein Schaden von etwa 3000 Euro. Wie verhält man sich also richtig? Die Polizei und der Tüv geben Tipps:

Gefahrenstellen erkennen: In der Nähe von Wäldern, Maisfeldern und Warnschildern die Fahrbahnränder aufmerksam beobachten, langsam fahren und Abstand zum Vorausfahrenden halten.

Bremsen: Wer ein Tier entdeckt, sollte kräftig abbremsen, abblenden und hupen. Sofort das Fernlicht ausschalten, denn wenn ein Tier geblendet wird, kann es nicht mehr reagieren.

Ausweichmanöver vermeiden: Vollbremsung, das Lenkrad festhalten und eine Kollision in Kauf nehmen. Sonst könnte die Fahrt im Straßengraben, an einem Baum oder im Gegenverkehr enden.

Mit Nachzüglern rechnen:Häufig sind Rehe, Hirsche oder Wildschweine in der Gruppe unterwegs. Wer also schon ein Tier gesehen hat: langsam weiterfahren und hupen.

Unfall melden: Wenn ein Unfall passiert ist: Unfallstelle absichern und sofort die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter verständigen – auch wenn das verletzte Tier wieder wegspringt. Die Polizei stellt auch die Bescheinigung aus, die nötig ist, um Schadensersatz bei der Versicherung zu beantragen. Hilfreich ist auch ein Foto von der Unfallstelle.

Tier nicht anfassen: Verletzte oder tote Tiere dürfen nicht angefasst oder mitgenommen werden. Sie könnten mit Krankheiten infiziert sein, verletzte Tiere könnten in Panik geraten.

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