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Günzburg

22.08.2019

BRK-Wasserwacht-Vize: „Wir sind schlecht aufgestellt“

Die Wasserrettung gehört zu den Kernaufgaben der Wasserwacht. Dazu müssen die Retter üben. Für die Günzburger Wasserwacht sind die Trainingszeiten im Gartenhallenbad Leipheim aber offenbar zu knapp bemessen, bemängelt der Zweite Vorsitzende Manfred König. Und das sei nicht das einzige Manko.
Bild: Wolfgang Widemann (Symbolfoto)

Warum der Zweite Vorsitzende der Günzburger Ortsgruppe für seine Organisation in der Großen Kreisstadt alles andere als zuversichtlich in die Zukunft blickt.

Manfred König wird es, wie er einräumt, „manchmal schwer ums Herz“. Acht Jahre lang war er seinen Angaben zufolge Erster Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Günzburg. Jetzt ist er seit drei Jahren stellvertretender Vorsitzender. Und er beobachtet, wie seine Wasserwacht immer unattraktiver wird. Zahlen zu Einsätzen in dieser Badesaison konnte er im Gegensatz zu den Ortsgruppen in Krumbach und Thannhausen (wir berichteten) auf die Schnelle nicht nenen. Er glaubt aber, dass seine Gruppe keine bedeutende Rolle im Landkreis spielt.

Eine der vielen Aufgaben der Wasserwacht ist es, Menschen – jungen wie älteren – das Schwimmen beizubringen. Der Ausbilder für diese Schwimmkurse sei vor zwei Jahren gestorben. „Und seither ist es nicht gelungen, einen anderen dafür zu finden“, sagt der 75 Jahre alte König.

Keine idealen Bedingungen für das Training in Leipheim

Auch die Trainingsbedingungen im Leipheimer Gartenhallenbad sind seiner Auffassung nach alles andere als ideal. Zwei Stunden Trainingszeit pro Woche würden Erwachsene, Kinder und Jugendliche der Günzburger Wasserwacht insgesamt eingeräumt bekommen – und das auch nur auf zwei Bahnen. „Können Sie sich vorstellen, wie motivierend das für alle Beteiligten ist, wenn ein Dutzend Menschen gleichzeitig auf zwei Bahnen schwimmt?“, fragt Manfred König.

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In Krumbach sieht das anders aus: Dort haben Aktive und Jugend zwar auch nicht mehr Trainingszeit. Aber dafür steht das ganze Bad zur Verfügung und nicht nur ein Teil davon. In Thannhausen sind es um die dreieinhalb Stunden pro Woche, wie es auf Nachfrage heißt. Und in den beiden Städten im südlichen Landkreis müssen die Wasserwachten mit ihren Ehrenamtlichen nichts für die Nutzung der Bäder bezahlen.

Das sei so „historisch gewachsen“, heißt es aus Thannhausen. Und in Krumbach würden mögliche Gebühren mit dem Wachdienst im Freibad verrechnet.

König: "Wir haben kaum mehr Aktive"

Anders dagegen ist nach Manfred Königs Angaben die Situation in Leipheim. Im halben Jahr müssten für die Benutzung des Gartenhallenbads 800 Euro bezahlt werden, wie er sagt. Jessica Baur, die im Kreisverband Günzburg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) „verwaltungstechnisch“ für die Wasserwacht zuständig ist, vermochte diese unterschiedlichen Voraussetzungen einzelner Ortsgruppen nicht zu bestätigen. Operativ seien ohnehin die Kräfte vor Ort zuständig – und wüssten entsprechend besser Bescheid. Auch zur von König genannten Halbjahresgebühr macht sie keine Angaben.

Die Gesamtsituation hat Manfred König zufolge dazu geführt, dass es in Günzburg noch eine „ganz gute“ Jugendgruppe gibt. Aber: „Wir haben kaum mehr Aktive. Insgesamt sind wir schlecht aufgestellt.“ Am Mooswaldsee steht die Wachstation der Günzburger Wasserwacht-Gruppe, die in Eigenleistung erbaut worden sei. Da sich dort alle wassersporttreibenden Vereine tummelten, gebe es nach Einschätzung des erfahrenen Ehrenamtlichen nicht allzu viele andere Schwimmer. Ein geeigneter Standort sieht aus Sicht des Wasserwächters anders aus.

Aktion ruft Kritik hervor - in der Organisation

An diesem Sonntag bringt sich Königs Ortsgruppe in das Ferienprogramm der Stadt Günzburg ein. Knotenkunde, Baderegeln und Erste Hilfe stehen auf dem Programm. Und als Höhepunkt für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren eine Fahrt mit dem Rettungsboot auf dem Mooswaldsee. Voraussetzung: Die Motorbootfahrer dürfen keine Nichtschwimmer sein.

Auch die Aktion hat den Günzburgern offenbar Kritik eingebracht, wie König sagt – und zwar innerhalb der eigenen Organisation. Auf Kreisebene sei die Meinung vertreten worden, dass dies ein Rettungsboot sei – ein Einsatzfahrzeug also und kein Vergnügungsdampfer.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Till Hofmann:

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