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Landkreis Günzburg

30.01.2020

Coronavirus beschäftigt auch Unternehmen im Kreis Günzburg

Mundschutz – für die Menschen in der Region noch kein großes Thema. Allerdings war zu Beginn der Woche das Produkt aus dem Großhandel für eine Offinger Apothekerin nicht beziehbar.
Bild: Fabian Strauch, dpa (Symbolbild)

Plus Bisher hat sich im Kreis Günzburg keiner mit dem Virus infiziert. Die Abstimmung mit den Ärzten ist aber eng. Etwa 20 Firmen pflegen Beziehungen nach China.

„Aktuell gibt es keinen Grund zur Panik“, sagt Dr. Patrick Dudler, der Leiter des Gesundheitsamtes am Landratsamt Günzburg. Damit meint er: Es ist im Landkreis kein Fall einer Infektion mit dem Coronavirus bekannt. Das könne sich freilich ändern. Die Inkubationszeit beträgt schließlich um die zwei Wochen. Aber Dudler sieht derzeit keine Anzeichen.

Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte unserer Redaktion am Abend: „Bislang liegt uns kein bestätigter Coronavirus-Fall aus dem Landkreis Günzburg vor.“

Und selbst wenn sich ein Mensch infiziert hätte, wäre Panik ein ausgesprochen schlechter Ratgeber, sagt Dudler. „Läge ein Fall vor, dann müsste abgeklärt werden, wo die relevante Infektion stattgefunden haben kann. Die betreffende Person müsste isoliert werden. Und man müsste mögliche Kontaktpersonen des Patienten ausfindig machen und sie untersuchen.“

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Coronavirus muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden

Mit den niedergelassenen Ärzten der Region steht das Gesundheitsamt in Verbindung. Eine Infektion mit dem Coronavirus sei eine meldepflichtige Erkrankung. Auch die Behörden sind untereinander vernetzt. Ob ein Infizierter vor Ort in einer Klinik isoliert oder ob er in ein anderes Krankenhaus außerhalb des Landkreises gebracht werden würde, das wäre dann laut Dudler mit übergeordneten Behörden abzuklären.

Ein Einfallstor für das Virus sind Geschäftsreisende, die mit dem Flugzeug von und nach China unterwegs waren oder sind.

Auch durch die in China selbst ergriffenen Schutzmaßnahmen ist die schwäbische Wirtschaft „vom Coronavirus betroffen“, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben in einer Medieninformation schreibt. Wie intensiv diese Betroffenheit ist, das sei stark abhängig vom weiteren Verlauf und den individuellen Geschäftsbeziehungen zu China.

China ist der drittwichtigste Handelspartner von Bayern

Für Bayern ist China der drittwichtigste Handelspartner weltweit. Das Handelsvolumen betrug im Jahr 2017 rund 31,3 Milliarden Euro. Laut IHK pflegen über 500 Unternehmen aus der Region wirtschaftliche Beziehungen mit und in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde (geschätzt rund 1,4 Milliarden Einwohner).

Im Landkreis Günzburg selbst haben rund 20 Mitgliedsunternehmen der IHK Schwaben direkte Wirtschaftsbeziehungen, teilweise mit eigenen Standorten beziehungsweise Tochterunternehmen in China, wie IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Stipar mitteilt.

Offinger BWF Group mit zwei Produktionsstandorten im Osten Chinas

Zu den Firmen gehört beispielsweise die BWF Group mit Stammsitz in Offingen. Zwei der 15 weltweiten Produktionsstandorte befinden sich in der ostchinesischen Stadt Wuxi. Auch diese Stadt ist abgeriegelt worden, sagt BWF-Geschäftsführer Stefan Offermann. Das öffentliche Leben dort ist zum Erliegen gekommen, ist ihm berichtet worden. „Die Kaufhäuser sind leer, die öffentlichen Verkehrsmittel ebenso.“ Die Chinesen sind wegen des Neujahrsfests ohnehin in den Ferien. Die Behörden haben allerdings verfügt, dass die Firmen und damit auch die BWF-Niederlassungen bis 8. Februar geschlossen bleiben müssen. „Damit ist die Fertigung eine Woche länger als geplant eingestellt“, sagt Offermann. „Wir sehen das noch entspannt.“

Angelika Büchler, Sprecherin der Landesapothekerkammer für den Kreis Günzburg, hat in ihrer Apotheke in Offingen aus der „Normalbevölkerung“ keine erhöhte Nachfragen zu Mundschutz registriert. Ein Geschäftsreisender, der Verbindung zu China hat, wollte einen kaufen. Doch der Großhandel sei „vor ein paar Tagen“ nicht lieferfähig gewesen – ausverkauft.

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