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24.10.2009

Fliegerhorst: Umbaupläne noch etwas flügellahm

Landkreis/Leipheim Irgendwie klemmt's. Der ursprünglich vorgesehene Fahrplan ist jedenfalls schon jetzt nicht mehr zu halten. Die Rede ist von der Umwandlung des ehemaligen Leipheimer Fliegerhorstes in ein zivil genutztes (Gewerbe-)Areal.

Ende September sollte ein Zweckverband, bestehend aus den Anliegergemeinden Leipheim, Günzburg und Bubesheim, gegründet sein. Das ist er bis heute nicht. Bis Ende des Jahres sollte der Zweckverband eine Satzung und einen Haushaltsplan verabschiedet haben, um das Fliegerhorstgelände kaufen zu können. Auch dieses Datum ist nicht zu halten. Denn die drei Kommunen sind offenbar in einer ganz zentralen Frage uneins: Wie soll sich der Landkreis Günzburg an der Umwandlung des Fliegerhorstes beteiligen?

Günzburg und Bubesheim wollen, dass der Landkreis Mitglied im Zweckverband wird. Leipheim sieht das angeblich (noch?) anders. "Geld würde die Stadt Leipheim vom Landkreis schon nehmen", sagt Dr. Josef Langenbach, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kreistag. Aber einem Beitritt des Landkreises zum Zweckverband stehe Leipheim nach Lage der Dinge sehr kritisch gegenüber.

Größere Beträge stehen im Raum

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Nur Geld zu geben und damit ausschließlich Risiken einzugehen, könne nicht die Lösung sein, ist auch die Meinung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerd Olbrich. "Chancen und Risiken sollten fair verteilt sein", plädiert Olbrich wie Langenbach für eine Mitgliedschaft des Landkreises im Zweckverband. "Da größere Beträge im Raum stehen, sollte der Landkreis auch mitreden können", so Olbrich. Eine Ansicht, die auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Dietrich Jaser teilt.

Dass Leipheim im Bremserhäuschen sitze, sei "ein Gerücht", betont Stadt- und Kreisrätin Brigitte Mendle von den Grünen. In Leipheim werde noch diskutiert, eine Entscheidung sei offen. Die Grünen im Kreistag seien wohl eher für eine finanzielle Beteiligung des Landkreises, eventuell sei auch eine zeitlich begrenzte Mitgliedschaft im Zweckverband denkbar. Die Umwandlung des Fliegerhorstes sei ein wichtiges Projekt, deshalb müsse es einen Konsens geben.

Das findet auch Hans Klement, der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion. Allerdings müsse dieser Konsens erst einmal unter den drei Gemeinden geschaffen werden. Immer wieder stattfindenden Gesprächen entnehme er, dass sich Leipheim, Günzburg und Bubesheim "intern noch nicht einig" seien. Klement: "Hier erwarte ich ein klares Signal".

Darauf hofft auch Landrat Hubert Hafner. Die drei Gemeinden sollten "mit einer Stimme" erklären, was sie vom Landkreis wünschen. Er werde sich weder so noch so aufdrängen. Angesichts der Millionen, um die es gehe, und vor dem Hintergrund der momentanen Wirtschaftskrise sei er aber der Ansicht, dass vier Partner im Zweckverband besser seien als drei.

Möglicherweise, so sagen auch die Fraktionsvorsitzenden, wäre eine Mitgliedschaft des Landkreises den politisch Verantwortlichen in der Mitte und im Süden des Kreises besser zu vermitteln als ein einmaliger Zuschuss. Denn dort werde durchaus die Frage gestellt: "Was haben eigentlich wir vom Fliegerhorstgelände?"

Dass ein künftiges Gewerbegebiet auf dem früheren Militärgelände durchaus "Strahlkraft" für den ganzen Landkreis habe, zeige der Fall einer Firma aus Waldstetten. Die war nach Angaben von Landrat Hafner schon auf dem Sprung über die Landkreisgrenzen hinweg. "Jetzt hat sie sich auf dem Fliegerhorst angesiedelt."

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