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Günzburg

13.02.2020

Fünf Landratskandidaten diskutieren auf dem Podium

Die Kandidaten (von links) Gerd Mannes (AfD), Hans Reichhart (CSU), Luise Bader (SPD), Rudolf Ristl (Die Linke) und Max Deisenhofer (Grüne) stellten sich am Donnerstag im Forum am Hofgarten den Fragen von GZ-Redaktionsleiter Till Hofmann (Dritter von links) und Michael Lindner (Dritter von rechts).
Bild: Bernhard Weizenegger

Vier Wochen vor der Kommunalwahl debattieren die fünf Landratskandidaten über aktuelle Themen und stellen sich den Fragen ihrer Heimatzeitungen.

Ein Vierteljahrhundert hatte Hubert Hafner (CSU) im Landkreis Günzburg die Zügel fest in der Hand als Landrat. In Kürze wird er sie an einen Nachfolger übergeben. Fünf Kandidaten kämpfen um sein Erbe und saßen knapp vier Wochen vor der Kommunalwahl erstmals gemeinsam nebeneinander auf einem Podium. Mehr als 800 Besucher nutzten am Donnerstagabend die Gelegenheit, im Günzburger Forum am Hofgarten die fünf Bewerber um das Amt des Landrats live zu erleben. Beim Wahlpodium, das die Günzburger Zeitung und die Mittelschwäbischen Nachrichten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Günzburg organisierten, debattierten die vier Männer und eine Frau über aktuelle Themen, mussten in einem Quiz Kniffliges beantworten und sich Leserfragen stellen. Nebenbei ließen sie sich auch manch Privates entlocken.

Moderiert wurde der Abend von Till Hofmann, Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung, und seinem Stellvertreter Michael Lindner. Meist sachlich, aber doch auch kontrovers und so manches Mal hitzig wurde über Themen gesprochen, die die Bürger im Landkreis Günzburg derzeit bewegen. Es ging um Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Wohnraum und medizinische Versorgung.

Berufstätige Mütter müssen mehr unterstützt werden

Die einzige Bewerberin Luise Bader (SPD) machte sich stark für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Berufstätige Mütter müssten besser unterstützt werden, mehr Krippenplätze geschaffen und deren Öffnungszeiten verlängert werden.

Fünf Landratskandidaten diskutieren auf dem Podium

Hans Reichhart (CSU), der vor wenigen Tagen erst sein Amt als bayerischer Bau- und Verkehrsminister aufgegeben hat, ist zwar ein Fan von Wasserstoff, glaubt jedoch nicht, dass der Landkreis bei diesem Energieträger punkten kann. Die Region müsse sich etwas eigenes überlegen, beispielsweise könnte die lange Autobahnstrecke für autonomes Fahren genutzt werden. Gerd Mannes (AfD) machte deutlich, dass man in Sachen Klimaschutz anstelle von Hysterie lieber Vernunft walten lassen sollte. Was die Grünen verlangten, sei nicht umsetzbar, dann müssten statt des Kernkraftwerks 2500 Windräder für Energie sorgen.

Maximilian Deisenhofer (Grüne), der seinen Platz als Landtagsabgeordneter gerne gegen den Chefsessel im Landratsamt eintauschen würde, möchte das Thema Umwelt auf der Prioritätenliste ganz oben ansiedeln. Beim Klimaschutzmanagement müsste man konsequenter sein. Und um zu beweisen, wie viel die Umwelt wert ist, den Umweltpreis im Landkreis mit Geld dotieren.

Fridays-for-Future-Bewegung ernst nehmen

Rudolf Ristl, der für die Linken antritt und sich bereits verschiedentlich um kommunalpolitische Ämter bemüht hat, entpuppte sich als großer Freund der Fridays-for-Future-Bewegung. Die Jugendlichen kämpften verzweifelt für Veränderungen. Wie schwer es sei, solche herbeizuführen, habe er selbst bei den Piraten miterlebt. „Wir haben keine Zeit mehr, wir müssen jetzt etwas verändern“, betonte er.

Dass sich beim Öffentlichen Nahverkehr etwas tun muss, da waren sich alle Kandidaten einig. Zum Thema Bildung gefragt, würde sich Gerd Mannes als Landrat mit den Bürgermeistern zusammen setzen, um gemeindeübergreifend längere Öffnungszeiten der Kitas bieten zu können. Ob es ein Fehler gewesen sei, die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen? Luise Bader beantwortete das mit einem klaren Ja. Man brauche eine solche Einrichtung heute wieder dringend.

Kreiskliniken müssen in öffentlicher Hand bleiben

Ex-Bauminister Hans Reichhart findet, dass Bauanträge digital angenommen werden sollten. Was die medizinische Versorgung angeht, so sprach sich Max Deisenhofer dafür aus, dass sich der Landkreis das Defizit der Kreiskliniken weiter leisten sollte. Private Investoren lehnt er ab. Die Kliniken müssten in öffentlicher Hand bleiben. Rudolf Ristl könnte sich vorstellen, Pflegekräfte bei einfachen Tätigkeiten, etwa beim Bettenmachen, durch Roboter zu entlasten. Er setze auf technische Hilfen, damit das Personal mehr Zeit für die Pflege an sich habe.

Eine ausführliche Berichterstattung über die Podiumsdiskussion lesen Sie in der morgigen Ausgabe Ihrer Heimatzeitung. Dann erfahren Sie auch, wie sich die Kandidaten beim Landkreisquiz schlugen, wer am besten Schafkopf spielt und welcher Kandidat beim Voting der Zuschauer ganz vorne lag.

Lesen Sie hierzu mehr:

Jetzt im Liveticker: Landratskandidaten diskutieren vor 850 Zuschauern

Sehen Sie hierzu auch unsere Bildergalerie:

An der Podiumsdiskussion der Günzburger Zeitung am 13. Februar 2020 zur Landratswahl 2020 in Günzburg stellen sich die Kandidaten Luise Bader (SPD), Max Deisenhofer (Grüne), Gerd Mannes (AfD), Hans Reichhart (CSU) und Rudolf Ristl (Die Linke) im Forum am Hofgarten der Diskussion über aktuelle Themen.
109 Bilder
Podiumsdiskussion zur Landratswahl in Günzburg
Bild: Bernhard Weizenegger
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