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Verkehr

17.12.2020

Jettingen will auf der A8 kein Tempolimit unter 130

Die Gemeinde schließt sich der Resolution der Anrainergemeinden an, aber nur unter einer Bedingung

Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus. Mit 8:7 Stimmen beschloss der Gemeinderat, sich einer gemeinsamen Resolution mehrerer Anrainergemeinden an der Autobahn anzuschließen. Ziel der Resolution ist es, zwischen 6 und 20 Uhr auf der A8 zwischen Neusäß und Günzburg ein Tempolimit von 120 km/h einzuführen. Der Beschluss des Gemeinderates Jettingen-Scheppach wich davon allerdings etwas ab. „Nicht unter 130 km/h“ solle die Geschwindigkeitsbeschränkung liegen, wurde nach einem Kompromissvorschlag von Bürgermeister Christoph Böhm letztlich befunden. Die ersten Wortmeldungen deuteten auf eine klare Ablehnung der Resolution hin.

Zweiter Bürgermeister Hans Reichhardt ( Freie Wähler) sprach sich ebenso gegen ein generelles Tempolimit aus wie Dritter Bürgermeister Josef Seibold (Jungbürger) und CSU-Rat Raimund Strobl. Ein Tempolimit, so wurde unter dem Strich argumentiert, führe weder zu nennenswert höherer Sicherheit noch zu geringerem Spritverbrauch, niedrigerem Schadstoffausstoß oder einer verminderten Lärmbelästigung.

Zielführender sei es, auf Elektroautos oder die geplante Installation der Telematik zu setzen, die je nach Verkehrslage eine flexible Temporegulierung möglich macht.

Gegenteiliger Überzeugung war Cornelia Stiefel von den Freien Wählern. Nach ihrer Kenntnis bringe ein Tempolimit sehr wohl Fortschritte – in allen Belangen. Deshalb fände sie es nicht gut, wenn Jettingen-Scheppach aus der Reihe der Gemeinden, die ein Tempolimit fordern, ausscheren würde. Etwas hin- und hergerissen war ihr Fraktionskollege Jonas Fischer. Er fürchte, dass der Staat nicht mehr in die an sich intelligentere Telematik investiere, sollten an der Autobahn erst einmal die zahlreichen Temposchilder aufgestellt sein.

In einem Brief hatte der Zusmarshauser Bürgermeister Bernhard Uhl seinen Amtskollegen Christoph Böhm gebeten, auf eine Unterstützung der gemeinsamen Resolution mehrerer Anrainergemeinden der A8 hinzuwirken. Wie berichtet, war der Günzburger Stadtrat diesem Wunsch – in leicht modifizierter Form – nachgekommen.

Bürgermeister Böhm versuchte bei der Ratssitzung am Dienstagabend, wenigstens einen Kompromiss zu retten. Er schlug deshalb vor, sich an der in Deutschland gültigen Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zu orientieren. „Das könnte ich mittragen“, erklärte daraufhin die CSU-Fraktionsvorsitzende Rita Botzenhart.

Mit 8:7 Stimmen wurde letztlich beschlossen, sich der Resolution anzuschließen. Allerdings mit dem Zusatz, das Tempolimit dürfe „nicht unter 130 km/h liegen“.

Der Kompromiss war in trockenen Tüchern, Bürgermeister Christoph Böhm hätte sich allerdings, wie er nach der Abstimmung sagte, ein deutlicheres Votum pro Resolution gewünscht. (kai)

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