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Kammeltal

28.03.2019

Neuer Radweg in der Gemeinde Kammeltal wird zur Rennstrecke

Der vom Staatlichen Bauamt Krumbach ausgebaute Radweg beim Kammeltaler Ortsteil Egenhofen werde als Ausweich-„Rennstrecke“ benutzt, wurde im Gemeinderat beklagt.
Bild: Wolfgang Kahler

Weil der Kammeltaler Ortsteil Egenhofen wegen der Sanierung der Dorfstraße gesperrt ist, weicht so mancher Autofahrer auf die Radler-Strecke aus.

Im Kammeltaler Ortsteil Egenhofen sind seit einigen Wochen die Bagger angerückt. Dort wird die Dorfstraße saniert, trotz des Protests der Anlieger (lesen Sie hierzu mehr). Als Folge des Ausbaus ist ein anderes Problem aufgetaucht, das für Kritik im Gemeinderat sorgt.

Zeitgleich mit der zur Zeit für den Durchgangsverkehr gesperrten Dorfstraße wird zwischen Naichen, einem Ortsteil von Neuburg/Kammel, und Ettenbeuren der Radweg vom Staatlichen Bauamt Krumbach angelegt. Da setzt die Kritik von Johann Böck an: Der Gemeinderat aus Egenhofen beklagte in der jüngsten Sitzung des Gremiums, dass der nun asphaltierte Radweg als Ausweichstrecke genutzt werde: „Die fahren dort wie die Verrückten“, klagte er. „Auch Lastwagen und Autos mit auswärtigen Kennzeichen benutzen ihn.“ Sein Anwesen liegt in Steinwurfweite vom Radweg entfernt, deshalb könne er die Belastung auf der Strecke gut beurteilen, wie er unserer Zeitung gegenüber bei einem Ortstermin erklärte.

Bürgermeister Matthias Kiermasz: Warnbaken wurden weggeschoben

Die an der Zufahrt zum Radweg von der Egenhofener Straße aufgestellten Warnbaken wurden weggeschoben, bestätigte Kammeltals Bürgermeister Matthias Kiermasz. Aus Sicht von Rat Böck sei das verständlich, weil Landwirte dort zu ihren Feldern müssten.

Neuer Radweg in der Gemeinde Kammeltal wird zur Rennstrecke

Ähnlichen Ärger wie der Radweg bereitet der Kirchweg zwischen Egenhofen und Ettenbeuren. Diese Ortsverbindung ist eindeutig für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrt, werde aber als „Schleichweg von Einheimischen“ befahren, so Kiermasz. Er plädierte dafür, am Kirchweg einen Pfosten zu setzen, „dann ist Ruhe“. Gemeinderat Böck hält das jedoch wegen des landwirtschaftlichen Verkehrs für problematisch.

Oberkante des Radwegs ist 40 Zentimeter höher als die angrenzenden Felder

In einem weiteren Punkt sorgt der neue Radweg für Aufregung. Die Oberkante sei an manchen Stellen bis zu 40 Zentimeter höher gegenüber den anliegenden Feldern, klagte Böck. Laut Bauamt soll noch eine Deckschicht von weiteren 2,5 Zentimeter dazu kommen. Damit sei das Erreichen der Felder für Landwirte wesentlich schwieriger als vorher, da der frühere Feldweg höhengleich gewesen sei, so der Gemeinderat. Die Beanstandung sei dem Staatlichen Bauamt bereits gemeldet worden, sagte Bürgermeister Kiermasz auf Nachfrage, eine Rückantwort stehe aber noch aus. Die Höhendifferenz zu den Feldern sollte eigentlich mit Auffüllmaterial ausgeglichen werden.

Straßenausbau in Egenhofen: Beweissicherungsverfahren in Auftrag gegeben

Wegen des Straßenausbaus in Egenhofen hat die Gemeindeverwaltung ein Beweissicherungsverfahren in Auftrag gegeben, das mögliche Schäden an Gebäuden festhalten soll. Ob dies auch Schäden an Fliesen in den anliegenden Häusern einschließe, erkundigte sich Gemeinderätin Marlene Späth. Für derartige Schäden trage der Hausbesitzer die Beweislast, antwortete ihr die Ratskollegin Dominika Wiemer.

Für die Sanierungen der WC-Anlagen im zweiten Obergeschoss der Grundschule Wettenhausen hat der Gemeinderat Aufträge im Gesamtwert von knapp 61 000 Euro genehmigt. Eine Investition von circa 100000 Euro für Glasfasermikroleerrohre im Zuge des Straßenausbaus in Egenhofen hat der Rat in nicht öffentlicher Sitzung abgelehnt, was Bürgermeister Kiermasz bedauert, weil damit der direkte Glasfaseranschluss von Wohngebäuden möglich wäre.

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