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Bubesheim

28.03.2019

Trinkwasser ist noch nicht in trockenen Tüchern

Ganz im Zeichen des Wassers steht der kommunale Haushalt der Gemeinde Bubesheim für 2019. Seit einem Vierteljahr stehen die gemeindeeigenen Brunnen aus hygienischen Gründen still. In Brunnen und Wasserhaus muss daher viel Geld investiert werden.
Bild: Sandra Kraus

Auf die Gemeinde Bubesheim kommt eine Mammutaufgabe zu. Helfen könnten die Stadtwerke Günzburg.

Die Wasserversorgung brennt so manchem Bubesheimer Gemeinderat auf den Nägeln. Wie mehrfach berichtet, wird die Kommune seit Weihnachten von der Nachbarstadt Leipheim mit Wasser beliefert. Eine komfortable Sache dank den Wasserleitungen aus Zeiten des Fliegerhorsts, die vom Brunnen auf dem heutigen Areal Pro nach Bubesheim führen. Eine kostspielige Sache, da das Wasser teurer eingekauft werden muss, als es aus den Bubesheimer Brunnen kosten würde.

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Eine unsichere Sache, wie Bürgermeister Walter Sauter berichtete, da Mitte März eine Hochwassergefahr an der Donau drohte und Leipheim signalisierte, dass es im Fall einer dadurch nötigen Abschaltung der eigenen Brunnen Bubesheim nicht versorgen würde. „Die Stadtwerke Günzburg sicherten mir zu, im Falle des Falles eine Trinkwasserleitung von Wasserburg nach Günzburg zu legen“, so Sauter. Nötig wurde es nicht, da das erwartete Hochwasser ausblieb.

Bei der Wasserversorgung hat sich viel getan

Während die Bubesheimer seit einem Vierteljahr das Wasser aus Leipheim trinken, und wegen eines Wasserrohr-Bruchs noch einige Zeit abkochten, hat sich bei der Wasserversorgung viel getan. „Wir machen alles an Reparaturen, Nachforschungen und Prüfungen, was Gesundheitsamt und Wasserwirtschaftsamt fordern. Es muss alles hundertprozentig in Ordnung sein.“ So wurden die beiden Tiefbrunnen wegen des Clostridium perfringens-Befalls desinfiziert, vieles wurde an Brunnen und Wasserhaus vom Fliegengitter bis zum Riss im Wasservorratsbehälter saniert oder steht zur Reparatur an.

Trinkwasser ist noch nicht in trockenen Tüchern

Die wasserrechtliche Genehmigung kostet viel Geld

Aktuell sollen eine Frequenzsteuerung der Pumpen und einer Chloranlage, die fest installiert ist und nur bei Bedarf dem Trinkwasser Chlor hinzufügt, eingebaut werden. „Die Chloranlage ist Standard bei Wasserversorgern“, klärte Sauter die Räte auf. Für Bubesheim geht es nicht nur darum, die eigenen Brunnen wieder schnell ans Netz zu bekommen, sondern auch darum, 2020 die wasserrechtliche Genehmigung für die eigene Wasserversorgung verlängern zu können. Eine Mammutaufgabe, die viel Geld kostet und Gemeinderat Peter Häußler zu der Frage führt, ob das Wasser überhaupt noch bezahlbar sei. 3. Bürgermeister Gerhard Sobczyk findet, dass das alles schon viel zu lange dauere und im Übrigen habe er kein Verständnis, dass Leipheim im Hochwasserfall Bubesheim komplett abkoppeln würde. „Das Recht der Bubesheimer am Wasser aus dem Fliegerhorst ist historisch viel älter“, wetterte Sobczyk.

Als „Stückwerk“ betitelt 2. Bürgermeister Rainer Finkel das aktuelle Vorgehen. „Mit Leipheim haben wir keinen Vertrag, das eigene Wasser reicht in einem trockenen Hochsommer nicht. Wir brauchen doch eine Lösung für die Zukunft!“ Bürgermeister Walter Sauter berichtete daraufhin, dass die Stadtwerke Günzburg Bubesheim im Prinzip anschließen würden, für einen korrekten Druck in der Wasserleitung müsste allerdings eine technische Lösung gebaut werden.

Auf dem Areal Pro laufen Probebohrungen

In Leipheim würden gerade Probebohrungen für einen weiteren Brunnen auf dem Areal Pro laufen, vielleicht ergäbe sich da eine Möglichkeit für einen Anschluss. Lesen Sie dazu auch: Wasserwerk braucht Geld). „Trotz allem müssen wir unsere zwei Tiefbrunnen am Leben erhalten, denn ein Rückbau würde so viel kosten wie ein Neubau“, warnte Bürgermeister Sauter. Ein Dankeschön für die unbürokratische Hilfe gab es von Bürgermeister Sauter für die Städte Leipheim und Günzburg: „Das ist eine tolle Sache!“ Und vielleicht kommt bald wieder echtes Bubesheimer Wasser aus dem Wasserhahn. Am Montag wurden nämlich wieder Wasserproben entnommen, das Untersuchungsergebnis wird in einigen Tagen vorliegen.

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