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Illertissen

23.05.2019

Fleischklopfer-Attacke landet erneut vor Gericht

Eine Frau aus dem Raum Illertissen soll mit einem Fleischklopfer auf ihren Mann losgegangen sein. Während des Prozesses ergeben sich Ungereimtheiten.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine Frau aus dem Raum Illertissen soll auf ihren Mann losgegangen sein. Während des Prozesses ergeben sich Ungereimtheiten.

Ein getrennt lebendes Ehepaar aus dem Raum Illertissen teilt sich weiterhin dieselbe Wohnung, immer wieder kommt es zwischen dem Mann und der Frau zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen. Im Januar vergangenen Jahres soll die Situation schließlich eskaliert sein: Nach Angaben des Mannes geht die Ehefrau abends in der Küche mit einem hölzernen Fleischklopfer auf den heute 57-Jährigen los und soll ihn dabei an Oberarm und Ellenbogen verletzt haben. Schon im Oktober landete der Fall vor dem Neu-Ulmer Amtsgericht: Die Angeklagte wurde damals zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt – obwohl einige Fragen offen blieben. Lesen Sie dazu: Frau soll ihren Ex mit Fleischklopfer gehauen haben

Die heute 48-Jährige, die im Herbst 2018 ihre Unschuld beteuerte, akzeptierte das Urteil jedoch nicht. So trafen sich die beiden Ex-Partner, die übrigens noch immer nicht geschieden sind, nun in nächster Instanz vor dem Landgericht Memmingen wieder. Fast drei Stunden wurde verhandelt.

Zu Beginn des Prozesses in Memmingen sagte die Angeklagte umfassend aus. Schon seit Jahren sei die Ehe zerrüttet gewesen, lange Zeit habe sie sich im Konsum von Alkohol geflüchtet. Vor allem wegen des gemeinsamen Sohnes hätten sie und ihr Mann sich aber weiter dieselbe Wohnung geteilt und seien sich dort so gut es geht aus dem Weg gegangen: „Das war nicht mehr als eine Zweckgemeinschaft“, sagte die 48-Jährige. Die angebliche Tat bestritt sie wie vor sieben Monaten vehement: „Als ich mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, war ich fassungslos.“ Mittlerweile hätten die beiden keinen Kontakt mehr, der Mann lebt in einem anderen Ort.

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Fleischklopfer-Attacke: Ungereimtheiten beim Prozess

Der 57-Jährige war als Zeuge geladen und seine Schilderungen klangen ganz anders, als die der Frau. An besagtem Abend im Januar 2018 hätten die Eheleute demnach heftig gestritten. Das angebliche Opfer wollte, dass sich seine Frau in eine psychiatrische Klinik begibt, was dieser nicht gepasst habe. Plötzlich habe sie einen Fleischklopfer aus einer Schublade geholt und dem Mann mit dem ersten Schlag ein Hämatom am Oberarm zugefügt. Als sie dann ein zweites Mal ausholte, sei er ausgewichen und mit dem Ellenbogen gegen eine Küchenzeile geprallt. Der Mann meldete den Vorfall erst Wochen später bei der Polizei – nachdem ihn seine Frau wegen Beleidigung angezeigt hatte. Auch mit einem Arztbesuch habe er lange Zeit gewartet, starke Beschwerden hätten sich erst deutlich später geäußert: „Zeitweise konnte ich nicht einmal mehr eine Flasche heben.“

Richter Jürgen Hasler las den Arztbericht bei der Verhandlung vor. Dabei kamen einige Ungereimtheiten auf. Der behandelnde Arzt diagnostizierte eine Verletzung am rechten Ellenbogen – der Mann gab jedoch an, dass sein linker betroffen gewesen sei. Außerdem merkte Jan Schaufler, der Verteidiger der Ehefrau, an, dass es sich laut Bericht um einen klassischen Tennisellenbogen gehandelt habe. Es ergaben sich also einige Ungereimtheiten während der Beweisaufnahme.

Am Ende beantragte der Staatsanwalt die Einstellung des Verfahrens. Die angebliche Tatwaffe sei kein hochgradig gefährliches Werkzeug, zudem habe es sich bei dem Vorfall um eine Ehestreitigkeit gehandelt. Sowohl der Verteidiger als auch Richter Hasler und die Schöffen stimmten dieser Auffassung schließlich zu.

Auch ein Mann aus dem Raum Illertissen stand kürzlich vor dem Landgericht. Mehr zu diesem Fall, lesen Sie hier: Hat ein Mann aus dem Raum Illertissen seine Freundin wirklich geschlagen?

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