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Benefizkonzert

24.03.2015

Helle Freude am hellen Blech

Diese Musik reißt einen einfach vom Sitz: Die Kapelle „Volles Rohr Böhmisch“ unter der Leitung von Toni Nadler (vorn) spielte im voll besetzten Kulturzentrum Vöhringen ein fulminantes Benefizkonzert.
Bild: Wilhelm Schmid

Warum „Volles Rohr Böhmisch“ diesmal ein volles Haus in Vöhringen hatte

Mehr als zweieinhalb tausend Euro hat die Kapelle „Volles Rohr Böhmisch“ in den vergangenen Jahren für die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, eingespielt, und am Sonntagabend wurde die Spendensumme nochmals deutlich erhöht: Der Saal des Kulturzentrums „Wolfgang-Eychmüller-Haus“ war voll besetzt, als Kapellmeister Toni Nadler den Auftakt zum Konzert „Erinnerungen an Böhmen“ gab. Es war nach den Worten von IZ-Redaktionsleiter Ronald Hinzpeter das erfolgreichste Benefizkonzert für die Kartei seit Langem. Zweimal ist das Ensemble bereits in Illertissen aufgetreten, offenbar hat sich nun herumgesprochen, was die Kapelle alles draufhat: 430 Besucherinnen und Besucher hatten ihre helle Freude an diesem Auftritt in Vöhringen.

Dabei standen nicht nur das Gedenken an „90 Jahre Ernst Mosch“ und „80 Jahre Hubert Wolf“, sondern auch die beiden 50. „Geburtstage“ der Kartei der Not und des Blasmusikverlags Rundel aus Rot an der Rot sowie das zehnjährige Bestehen der Kapelle „Volles Rohr Böhmisch“ Pate für die Programmgestaltung, die Toni Nadler gewohnt sachkundig und humorvoll moderierte.

Dazu gab es zuerst „Streicheleinheiten“ in Form einer gleichnamigen gefühlvollen Alexander-Pfluger-Polka und danach den schwungvollen „Salemonia“-Marsch von Kurt Gäble, ehe sich „Gentleman“ Georg Kohn als Posaunensolist von Format präsentierte. Die Polkas „Kmotrenka“ und „Maruschka“ leiteten über zum Hubert-Wolf-Gedenken, ehe das berühmte Medley „Dankeschön Hubert Wolf“ mit den Erfolgstiteln „Der Schornsteinfeger aus Eger“, „Im kleinen Dörfchen“ und „Jeder Tag bringt neue Hoffnung“ den ersten Programmteil abschloss.

Schon hier hatte sich „Volles Rohr Böhmisch“ als harmonisch ausgewogener Klangkörper gezeigt, der sich ausschließlich aus versierten Könnern zusammensetzt und dessen Sound auf angenehme Weise ausgesteuert und damit nie aufdringlich wurde. Der Marsch „Neues Leben“ eröffnete die zweite Programmhälfte, wo sich im Anschluss das vierköpfige Flügelhornregister mit dem „Flügelhornzauber“ von Guido Henn auszeichnen konnte. Mit zwei von den legendären „Egerländer Musikanten“ oft gespielten Walzern folgte nun das Andenken an Ernst Mosch, den Großmeister der böhmischen Blasmusik, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre: „Wenn eine Frau die Wahrheit spricht“ von Karel Valdauf und „Zarte Liebe“ von Josef Vejvoda zeigten darüber hinaus die enge Verbindung auf, die Mosch viele Jahre mit den Komponisten seiner böhmischen Heimat gepflegt hatte und bewiesen die musikantischen Fähigkeiten der Kapelle „Volles Rohr Böhmisch“.

So durften nach dem letzten Programmblock, der Polka „Böhmisches Paradies“ und dem „Egerländer Rebellenmarsch“ – zwei neuen Kompositionen von Alexander Pfluger und Markus Radiske – die Zugaben nicht ausbleiben: Der „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ von Wilhelm August Jurek und die zum Rundel-Verlagsjubiläum neu entstandene Markus-Scharnagl-Polka „Von Freund zu Freund“ waren der Dank des Orchesters für den stets äußerst reichhaltigen Applaus.

Ein verdienter Anteil davon entfiel auch auf das Duo „Krauthäfa“: Maria Störk und Marlies Grötzinger gefielen mit ihren schwäbischen Textvorträgen, die sich sowohl von ihrem Sinn als auch von ihrer Vortragsweise her wohltuend von vielem abhoben, was einem heutzutage sonst gelegentlich als „schwäbische Mundartdichtung“ untergejubelt wird. Ihre Beiträge stellten sich vielmehr als echte Bereicherung und willkommene Abwechslung heraus, sodass der gesamte Abend nicht nur ein Erfolg für die Kartei der Not, sondern schließlich für das gesamte Publikum und alle Mitwirkenden war.

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