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Illertissen

14.01.2019

Illertisser Süden: Gibt es eine Chance für die Pläne des Investors?

Für den Illertisser hat der Münchner Immobilienhändler Frank Multerer große Pläne: Auf diesem landwirtschaftlichen Anwesen soll ein neues Quartier entstehen. Die Idee soll demnächst im Stadtrat Thema sein. Bislang wird sie vorsichtig aufgenommen.
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Für den Illertisser hat der Münchner Immobilienhändler Frank Multerer große Pläne: Auf diesem landwirtschaftlichen Anwesen soll ein neues Quartier entstehen. Die Idee soll demnächst im Stadtrat Thema sein. Bislang wird sie vorsichtig aufgenommen.
Bild: Jens Carsten

Plus Ein Münchner plant in Illertissen ein Wohngebiet mit Supermarkt und Konzerthalle. Das dürfte im Stadtrat Diskussionsstoff geben – was die Fraktionschefs sagen.

Es sind Pläne, die den Illertisser Süden entscheidend prägen könnten: Der Münchner Investor Frank Multerer hat kürzlich, wie berichtet, eine Idee vorgelegt, wie sich das Gelände entwickeln könnte. Angedacht sind sieben Mehrfamilienhäuser mit 50 bis 60 Wohnungen, ein Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern und außerdem gibt es in der Skizze einen Platz für eine Konzerthalle. All das soll entstehen auf den Grundstücken des ansässigen Landwirts, der diese verkaufen will und mit dem mehrere Anwohner seit längerer Zeit im Clinch liegen. Multerers Idee gibt in Illertissen einigen Diskussionsstoff.

Pläne für Illertisser Süden: Bürgermeister ist skeptisch

Bürgermeister Jürgen Eisen jedenfalls ist skeptisch: Denn die Stadt lässt ihrerseits gerade Pläne für eine Entwicklung im Süden erarbeiten, der Fokus liegt dabei auf der angestrebten Erweiterung der Berufsschule. Auch die Flächen des Landwirts werden dabei berücksichtigt. Ob Multerers Vorschlag dazu passt? Das ist aus Eisens Sicht fraglich. Trotzdem will er die Idee aus München in den Stadtrat bringen. Möglicherweise stehen Debatten bevor: Bei den Vorsitzenden der vier Fraktionen stößt der „große Wurf“ für den Illertisser Süden jedenfalls auf ein geteiltes Echo. Es gibt Ablehnung – aber auch Offenheit. Ein Überblick.

Vorgesehen ist auf dem Areal ein großer Supermarkt.
Bild: Thorsten Jordan


Kategorisch ablehnen will Ewald Ott (CSU) die Idee des Investors „auf keinen Fall“. Man werde den Vorschlag fair und unvoreingenommen behandeln. Allerdings gebe es für den Illertisser Süden bereits andere Pläne, so Ott. Die Erweiterung der Berufsschule sei wichtig, die Parksituation entlang der Franz-Mang-Straße schon heute „chaotisch“. Zudem sei der Bau eines Supermarkts dem Einzelhandel in der Stadt wohl „nicht zuträglich“. Eine Wohnbebauung am Stadtrand sei richtig, aber nicht eine derart massive mit mehrstöckigen Häusern. Hier erkennt Ott „Münchner Verhältnisse“ in der Idee. Bei aller Offenheit sagt Ott auch: „Bei der Planung hat der Stadtrat die Hoheit.“

Ansgar Batzner will Umsiedlung des Bauernhofs "gut lösen"

Nicht zu den Plänen äußern will sich Ansgar Batzner (Freie Wähler). Noch nicht. Zuvor soll innerhalb der siebenköpfigen Fraktion darüber gesprochen werden. „Da will ich nicht vorgreifen“, sagt Batzner. Jedenfalls wolle man den Vorschlag des Investors gewissenhaft prüfen. Ideen seien stets willkommen, immerhin sei Illertissen eine dynamische und sich entwickelnde Stadt. Wie die Sache auch ausgeht – Batzner hält es grundsätzlich für wichtig, die Umsiedlung des Landwirts „gut zu lösen“.

In Multerers Plänen gibt es außerdem Platz für den Bau einer Konzerthalle, über den in Illertissen immer wieder diskutiert wird.
Bild: Ralf Lienert


Verständnis für die Nöte des Bauern hat auch Andreas Fleischer (SPD): Immerhin wurde der Hof einst aus der Innenstadt umgesiedelt, „und jetzt gibt es wieder Ärger“. Der Landwirt brauche Geld aus den Grundstücksverkäufen, um erneut umziehen zu können. Da der Münchner Investor das erreichen will, hofft Fleischer, dass man sich im Stadtrat über den Vorschlag Gedanken macht. Allerdings habe sich Illertissen zuletzt die Schaffung vieler neuer Wohngebiete vorgenommen. „Wir dürfen uns nicht überheben.“ Ob ein Supermarkt oder gar eine Konzerthalle an dieser Stelle sein müssen, darüber lasse sich sicher streiten, sagt der SPD-Fraktionschef. Er gehe bisher davon aus, dass es in Illertissen genug Hallen gibt – und dass neue Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt mehr Sinn machen als am Ortsrand.

Außerdem sollen 50 bis 60 Wohnungen gebaut werden.
Bild: Silvio Wyszengrad


Das glaubt auch Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne), die vor „Sendener Verhältnissen“ warnt und dabei die Auslagerung von Geschäftszentren und deren Folgen im Blick hat. Handelsgutachten hätten gezeigt, dass Illertissen bei Lebensmittelangeboten gut versorgt sei. Allenfalls sei eine maßvolle Neusansiedlung denkbar. Geht es nach Sonntag, darf das von Multerer ins Auge gefasste Areal im Süden nicht isoliert betrachtet werden. Es müsse alles in ein Konzept passen. Den Vorschlag aus München sieht Sonntag daher „sehr kritisch“.

Ein großer Wurf? Noch nicht. Die Pläne wirken recht unausgegoren - das erklärt unser Redakteur Jens Carsten in seinem Kommentar: Pläne für den Illertisser Süden: Vom großen Wurf weit entfernt

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